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Nächster Neuzugang in Hütteldorf: Das Werben von Rapid um Roman Kerschbaum (li.) hatte Erfolg

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Sport Fußball
03/22/2022

Vertrag bis 2025 für den Wunschspieler: Kerschbaum wechselt zu Rapid

Mittelfeldmotor Roman Kerschbaum kommt im Sommer ablösefrei von der Admira. Warum sich Rapid monatelang um den 28-Jährigen bemüht hat.

von Alexander Huber

Es gibt Spieler, die will ein Trainer, und der Sportdirektor findet das in Ordnung. Es gibt Spieler, die will ein Sportdirektor zum Verein holen, und der Trainer sagt nicht nein. Und dann gibt es Spieler, die beide Entscheidungsträger unbedingt wollen.

Dieser Fall kommt selten vor, kann aber zur Überzeugung des Kickers beitragen. So wie bei Roman Kerschbaum. Seit Monaten bemühen sich Ferdinand Feldhofer und Zoran Barisic um den Mittelfeldmotor der Admira.

Laut KURIER-Recherchen hatte das Werben Erfolg, Kerschbaum hat sich für Rapid entschieden und wird nach Saisonende ablösefrei aus der Südstadt nach Hütteldorf wechseln.

Um 11 Uhr folgte die offizielle Bestätigung: Roman Kerschbaum hat einen Dreijahresvertrag, bis Sommer 2025, unterschrieben.

Damit hat Rapid  nach Klagenfurts Patrick Greil (hier fehlt nur noch die offizielle Bestätigung) bereits einen zweiten Zugang für das künftige Mittelfeld fixiert.

Ein 28-Jähriger, der in seiner Karriere bislang hauptsächlich mit dem Abstiegskampf beschäftigt war, als ausgewiesenes Transferziel der Rapidler? Wie ist es dazu gekommen?

Der anstehende Umbruch im Rapid-Kader erklärt den Status von Kerschbaum als absoluten Wunschspieler.

Viele Gründe für Transfer

Der schon leicht grau werdende Mann aus dem St. Pöltner Nachwuchs schießt hervorragende Standards, wie als Admiras Elfmeterschütze oder bei seinem Freistoßtreffer in Hütteldorf beim 2:1 der Südstädter (da ist bei Rapid Luft nach oben), ist zweikampfstark (da hat Rapid im Mittelfeld Schwächen) und kann in der Raute alle vier Positionen spielen (das gibt es bei Rapid gar nicht).

Außerdem betonte Feldhofer, dass es für seine Rasselbande (die Startelf war zuletzt 23,3 Jahre jung) „punktuell auch Routine braucht“.

Nach der Zeit in Nürnberg und Grödig etablierte sich der 1,80 Meter große Dauerläufer in Innsbruck als defensiver Mittelfeldspieler und war auch Kapitän. Bei der Admira wurde Kerschbaum torgefährlicher und bekleidet unter Trainer Herzog die offensivste Position im Mittelfeld.

Acht Tore (davon fünf Elfer) und drei Assists seit Saisonbeginn sind für einen Admiraner, der doch mehrheitlich mit dem Verteidigen beschäftigt ist, eine starke Bilanz.

Mann für die Raute

Dass die Raute nicht jeder an sich gute Mittelfeldspieler kann, musste Feldhofer bereits zur Kenntnis nehmen. Kerschbaum hingegen könnte als Achter auf den Halbpositionen ideal aufgehoben sein.

Aber auch in anderen Systemen wird der künftige Rapidler als Verstärkung gesehen: Der LASK, der ein offensives 4-2-3-1 spielt, wollte Kerschbaum noch im Winter kaufen.

Die Admira blockte ab, Sportdirektor Marcel Ketelaer erklärte in den NÖN: „Viel zu wertvoll und viel zu gut. Wenn er dann im Sommer geht, ist es eben so.“

Früh genug dahinter

Zuletzt haben die Linzer Rapid ein ums andere Mal finanziell überboten. Das war beim Tormann-Talent Nikolas Polster ebenso wie bei den Kühbauer-Wunschspielern Husein Balic und Andreas Gruber. Zuletzt hat der LASK auch noch bei Sascha Horvath erfolgreich draufgelegt – der Spielmacher geigt in Schwarz-Weiß auf, wie es Rapid-Notkandidat Thierno Ballo dann nie geschafft hat.

Laut KURIER-Informationen hat sich Kerschbaum nicht für das lukrativste Angebot entschieden. Die klare und frühzeitige Kommunikation darüber, was in Hütteldorf geplant ist, war dann doch auch einmal ein wertvolles Argument.

"Lange im Visier"

Zoran Barisic meint zur Transfer-Bestätigung: "Roman Kerschbaum ist ein Spieler, den ich schon lange im Visier hatte und auch unser Trainerteam um Ferdinand Feldhofer ist überzeugt, dass er für uns eine Verstärkung sein wird. Ich bin froh, dass wir nun vorzeitig einen Neuzugang fixieren konnten, der zu unseren zahlreichen jungen Spielern auch viel Routine in die Mannschaft bringen wird. Kerschbaum ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar und hat zudem noch einiges an Potenzial, um sich weiter zu verbessern."

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Der Admiraner betont, bis Saisonende im Abstiegskampf alles zu geben. "Ich freue mich sehr, dass meine sportliche Zukunft so früh geklärt ist, möchte aber betonen, dass ich mich bis zur letzten Minute des letzten Saisonspiels voll auf meine Aufgabe bei der Admira konzentrieren werde", sagt Kerschbaum.

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