© DIENER / Philipp Schalber/DIENER / Philipp Schalber

Sport Fußball
10/05/2019

Zum Jubiläum: Kühbauers Rapidler mit Last-Minute-Sieg

Ein abgefälschter Schuss beschert Rapid einen knappen 3:2-Erfolg in Mattersburg. Es ist Kühbauers erster im Burgenland.

von Günther Pavlovics

"Es wird langsam Zeit, dass ich mit Rapid endlich auch einmal im Pappelstadion gewinne." Fast genau auf den Tag ein Jahr ist Didi Kühbauer schon Trainer von Rapid, aber in seiner Heimatstadt holten die Wiener in zwei Versuchen noch keinen Punkt. Den ersten Warnschuss setzte allerdings Mattersburg, der Freistoß von Rath aus 30 Metern ging an die Oberkante der Latte (3.).

Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser setzte auf die Startelf, die zuletzt beim Sieg in Altach aufgelaufen war. In der Innenverteidigung durfte wieder Rath spielen, der wie schon in Vorarlberg wieder sehr konsequent agierte. Allerdings wurde die Grundordnung gestört, weil Halper schon früh nach einem Zusammenstoß mit einem Brummschädel raus musste (7.).

Doppelspitze

Kühbauer hatte drei Innenverteidiger gebracht. Damit sollten Ullmann links und Stojkovic rechts mehr Freiheiten für Flankenläufe bekommen. Und er setzte mit Fountas und Badji auf eine Doppelspitze. Doch Mattersburg machte die Seiten geschickt zu. Erst in der 26. Minute wurde Rapid erstmals so richtig gefährlich. Schwab flankte von links, Knasmüllners Volley-Aufsitzer konnte aber Tormann Kuster über die Latte lenken.

Just in diese erste Drangphase von Rapid schoss Kuen von links den Ball in den Strafraum. Die Wiener Verteidiger hatten die Gegenspieler mehr im Auge als den Ball, der an allen vorbeiging. Und der alleinstehende Gruber beförderte ihn mit rechts an Strebinger vorbei zur Führung ins Tor (28.).

Rapid brauchte, um den Rückschlag zu verdauen, Mattersburg wähnte sich schon mit der Führung in der Pause. Doch der Schiedsrichter ließ aufgrund der Verletzung von Halper nachspielen. Fast drei Minuten waren absolviert, da kombinierte sich Fountas mit Knasmüllner an der Strafraumgrenze durch und traf sehenswert zum Ausgleich. Mattersburg legte aber die Schläfrigkeit in der Pause ab und danach vor. Kuen ließ nach Zuspiel von Salomon Hofmann ins Leere laufen und traf aus 25 Metern ins lange Eck (47.). Es war der zweite Torschuss der Mattersburger und der zweite Treffer.

Fußball, Mattersburg - Rapid

Schlussoffensive

Und Rapid? Nach wie vor taten sich die Wiener schwer und trafen bei ihren Offensivaktionen meist die falschen Entscheidungen. Aber sie erhöhten den Druck und holte zumindest Eckbälle heraus. Einer landete auf dem Kopf von Badji, dann an der Latte, schließlich bei Dibon, der zum Ausgleich abstaubte (69.).

Kühbauer brachte für Verteidiger Hofmann Angreifer Arase. Der Druck wurde größer. Ein Schuss von Arase wurde geblockt, Knasmüllners Versuch hielt Kuster. Der schoss in der 90. Minute Olatunji an, von dem der Ball ins Tor ging. Ein glückliches Happy End für Rapid.

Stimmen zum Spiel:

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): „Wir sind sehr froh über den Sieg. Wir waren in der zweiten Halbzeit klar besser, haben nichts zugelassen. Der Sieg ist hochverdient und spricht für das Selbstvertrauen der Mannschaft. Wir haben jetzt in den letzten zwei Spielen immer Rückstände gut weggesteckt, diesmal hat es auch für einen Sieg gereicht. Das spricht für die mentale Stärke der Mannschaft. Vor uns liegen zwei schöne Wochen. Schobesberger wollte ich eigentlich gar nicht bringen, weil er nicht ganz fit war, aber mir fehlen die Optionen.“

Franz Ponweiser (Mattersburg-Trainer): „Gratulation an Rapid und Didi Kühbauer. Wir wussten, dass Rapid das Spiel bestimmen wird. Wir wollten ihnen einen heißen Kampf entgegenbringen, ich denke, das ist uns gut gelungen. Das 1:1 kurz vor der Pause war sehr bitter. In der letzten Viertelstunde haben wir im Spielaufbau falsche Entscheidungen getroffen. Das 2:3 für Rapid war sehr glücklich, es war nicht unser Plan, die Führungen nur zu verwalten. Wir haben viele Fehler gemacht und sind so unter Druck gekommen.“