Sport | Fußball
11.05.2017

Zidane: "Im Herzen bleibe ich Juventino"

Der Coach von Real Madrid spielte fünf Jahre für Juventus, den Final-Gegner am 3. Juni in Cardiff.

Beim Gedanken an das Finale zwischen Real Madrid und Juventus Turin wurde Zinedine Zidane plötzlich sentimental: "Klar ist das etwas Besonderes für mich. Im Herzen bleibe ich ja immer Juventino", sagte der Real-Coach und frühere Juve-Profi einem italienischen Journalisten mit wehmütigem Blick. Kurz zuvor war sein Team bei Stadtrivale Atlético trotz einer 1:2-Niederlage mit einem Gesamtergebnis von 4:2 ins Finale der Champion League eingezogen.

Für Zidane wird die Partie ein Wiedersehen mit einer alten Liebe. Der 44 Jahre alte Franzose schwelgte in Erinnerungen: "In Turin habe ich fünf Jahre verbracht, dort bin ich zum Mann geworden." Zwischen 1996 und 2001 gewann "Zizou" mit Juve unter anderem zwei Mal den Scudetto, bevor er zu Real wechselte. Beim einzigen Königsklassen-Finale mit der "Alten Dame" zog er aber den Kürzeren. Im Amsterdam verloren die Italiener 1998 – gegen das von Jupp Heynckes trainierte Real Madrid im Finale mit 0:1. Zumindest wurde Zidane ein paar Wochen später Weltmeister.

Finale der Emotionen

In Cardiff wird es ein Finale der Superlative und der Emotionen. Nicht nur wegen Zidane. Der bei Real ausgebildete Stürmer Álvaro Morata spielte vor seiner Rückkehr nach Madrid zwischen 2014 und 2016 ebenfalls in Turin. Mit den Schwarzweißen schoss er im Halbfinale 2015 seinen Stammklub mit zwei Toren aus dem Bewerb. Anschließend verloren die Italiener das Finale 1:3 gegen den FC Barcelona.

Der Waliser Gareth Bale, der das Halbfinale verletzt verpasste, freut sich unterdessen auf sein "Heim-Finale". Doch der große Traum könnte für den 27-Jährigen zum großen Frust werden. Sein Ersatzmann Isco glänzte gegen Atlético so sehr, dass er nach Einschätzung spanischer Medien nicht aus dem Team genommen werden kann. Zumal er nach den frühen Toren der Hausherren durch Saúl Ñíguez (12.) und Antoine Griezmann (16./Elfer), die Ronaldo & Co. noch zum Zittern gebracht hatten, mit seinem 1:2 für die Vorentscheidung sorgte.

Lob für Isco

Die Madrider Sportzeitung AS feierte den Mittelfeldmann als "weißen Magier". "Es wurde zwischenzeitlich noch mal eng, aber so schmeckt es noch besser", meinte der 24-Jährige. Im Vicente Calderón sicherte Isco den Königlichen mit seinem Tor auch noch die Einstellung eines Rekords, den seit dem Frühjahr 2014 die Bayern alleine hielten: Seit 61 Pflichtspielen in Serie schießen die Königlichen immer mindestens ein Tor. Nun will Real als erster Klub seit Einführung der Champions League den Titel verteidigen. Falls auch der Triumph in der Primera División gelingt, würde es das erste große Double aus Liga und Königsklasse seit 1958 werden.

Bei Atlético fragt man sich indes, wie es weitergeht. Zum vierten Mal in Serie endeten die Champions-League-Träume der Rojiblancos gegen den großen Stadtrivalen. 2014 und 2016 im Finale gegen Real, 2015 schon im Viertelfinale. Mundo Deportivo ist sicher: Die Ära von Trainer Diego Simeone geht nach sechs Jahren zu Ende, für Atlético wird es in den nächsten Jahren damit schwerer werden.

Die Schützlinge des Argentiniers widersprechen: "Wir werden zurückkommen und nie den Glauben verlieren", versicherte Saúl. "Gut Ding will Weile haben. Das Beste kommt noch", versprach Fernando Torres.