© APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Sport Fußball
09/21/2019

Wurfaktion am Tivoli: "Es gibt viele Spieler, die da liegen bleiben"

David Gugganig wurde von einem Gegenstand aus dem Rapid-Sektor getroffen. Die Beteiligten wollen den Vorfall nicht dramatisieren.

von Christoph Geiler

Eine Stunde war im Tivolistadion gespielt, als David Gugganig plötzlich vor dem eigenen Tor benommen zu Boden ging. Ein Gegenstand, der aus dem Sektor der Rapid-Fans daher geflogen kam, hatte den Verteidiger von WSG Tirol an der Schläfe getroffen. "Ich war im ersten Moment schockiert", erzählte der 22-Jährige nach dem Schlusspfiff. "Aber unsere 0:2-Niederlage ärgert mich mehr als diese Aktion."

Der WSG-Verteidiger hatte sich rasch wieder aufgerappelt und das Match zu Ende gespielt. Doch damit war die Angelegenheit noch nicht erledigt: Dach Schlusspfiff war das Wurfgeschoss der Rapid-Fans im Tivolistadion noch lange Gesprächsthema.

Schiedsrichter Oliver Drachta notierte die Aktion in seinem Matchbericht. Er wusste auch, was David Gugganig in Minute 61 abseits des Spielgeschehens an der Schläfe getroffen hatte: Es war eine Verschlusskappe eines Bengalischen Feuers, die auf welchem Weg auch immer auf das Spielfeld flog. "Was ich erfahren habe, war das unbeabsichtigt", sagte Rapid-Sportdirektor Zoran Barisic in einer ersten Stellungnahme. "Da ist von irgendeinem Bengalo ein Gegenstand weggeflogen. Ich möchte mich auf diesem Wege beim Spieler entschuldigen. Gottseidank ist nichts passiert."

Auch die beiden Trainer wollten den Vorfall nach dem Match nicht skandalisieren. "Das gehört nicht dazu und ich habe kein Verständnis dafür. Aber es ist jetzt nicht so, dass ein Ziegelstein auf ihn geflogen wäre. Ich wünsche das keinem Spieler, aber ich glaube nicht, dass das jemanden aus der Bahn wirft", sagte Didi Kühbauer.

WSG Tirol-Coach Thomas Silberberger verwies auf den Sportsgeist von David Gugganig. "Er hat das überragend fair gelöst, es gibt viele Spieler, die in diesem Moment liegen bleiben."