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11.05.2018

WM-Teilnehmer, Teil 5: Wegen Rani-Absage gibt's kein Khedira-Duell

Tunesiens No-name-Elf im Porträt - vorneweg der Bruder des deutschen Stars, der das "WM-Ticket" niemandem klauen wollte.

Nach der WM in Deutschland 2006 ist Tunesien erstmals wieder bei einer Endrunde dabei. Wie 2002, 1998, 1978 kam Tunesien nicht über die Vorrunde hinaus. Die „Adlern von Karthago“ blieben diesmal in der Qualifikation ungeschlagen. Es war die zweite Chance von Nabil Maaloul, sich als Teamchef in seiner Heimat zu beweisen. Im April war er an die Stelle des Polen Henryk Kasperczak getreten und schaffte die erfolgreiche Rückkehr auf die internationale Bühne. Maaloul war bereits 2013 kurzzeitig als Interimslösung für das Team zuständig und zuvor einige Jahre als Co-Trainer tätig. Vor seinem neuerlichen Engagement hat 55-Jährige Kuwait betreut.

Stars des Teams? – Fehlanzeige. Es gibt keine Spieler, die auf höchster internationaler Ebene am Ball sind.

Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Teams kommen die meisten Profis (aktuell 18) von tunesischen Erstligisten. Die Elf wird von Kapitän Aymen Mathlouthi auf den Rasen geführt. Mathlouthi hat noch nie im Ausland gespielt, sondern seine gesamte Karriere in Tunesien bei Étoile Sportive du Sahel verbracht. Der Tormann ist mit 34 Jahren der erfahrenste Akteur der Tunesier.

Wertvollster und bekanntester Spieler im Team ist Wahbi Khazri, der in Rennes in der höchste französischen Liga spielt. Khazri spielte eineinhalb Jahre bei Sunderland und ist ein typischer Zehner. Wichtigster Mann in der Innenverteidigung ist Dylan Bronn vom KAA Gent, zuletzt spielte Yohan Benalouane an seiner Seite, ein Leicester-Kollegen des Österreichers Christian Fuchs. Die Flügelzange der Tunesier wird mit Naïm Sliti (Dijon) links sowie mit Bassem Srarfi (Nizza) rechts von zwei Akteuren gebildet, die ebenfalls in der höchsten, französischen Spielklasse unter Vertrag stehen.

Viele Spieler sind in Frankreich geboren, Maaloul rief aber einen Stuttgarter an. Doch Rani Khedira, 24, sagte ab, das Bruderduell mit Weltmeister Sami, 30, fällt also aus.„ Ich habe mir viele Gedanken gemacht, auch, da mein Papa ein stolzer Tunesier ist“, sagte er. Der Augsburger Profi führt Sprachprobleme und Fairnessgründe an. Er will niemandem ein WM-Ticket „klauen“.