Torschützen: Thomas Murg und Kapitän Steffen Hofmann.

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Sport | Fußball
02/15/2016

Rapids passende Antwort, Murgs Genugtuung

Die Hütteldorfer tanken vor dem Hinspiel gegen Valencia Selbstvertrauen.

Eine passendere Antwort hätte Rapid auf das Ausscheiden aus dem Fußball-Cup nicht geben können. Vier Tage nach dem Heim-0:1 gegen die Admira fertigten die Hütteldorfer am Sonntag Erzrivale Austria in dessen eigenem Stadion mit 3:0 ab, zogen damit nach Punkten mit Spitzenreiter Red Bull Salzburg gleich und tankten Selbstvertrauen für das Sechzehntelfinal-Hinspiel in der Europa League bei Valencia.

Trainer Zoran Barisic sah sich danach in seiner Ansicht bestätigt, wonach Rapid nach besonders herben Rückschlägen wieder schnell in die Spur kommt. "Wir haben schon oft in dieser Saison bewiesen, dass wir mit schwierigen Situationen positiv umgehen können", erklärte der 45-Jährige.

Besonders erfreut war Barisic über die Kaltschnäuzigkeit seiner Mannschaft - bereits nach 14 Minuten war mit der 2:0-Führung Rapids die Vorentscheidung gefallen. "Das hat uns in die Karten gespielt", meinte der Trainer.

Hofmann geht voran

Verantwortlich für die schnelle Führung war vor allem Kapitän Steffen Hofmann. Der 35-Jährige bereitete das erste Tor mit einem Pass auf den - allerdings knapp im Abseits stehenden - Thomas Murg vor und erzielte den zweiten Treffer aus einem Elfmeter selbst. "Wir haben hinten gut verteidigt und vorne unsere Chancen genützt", lautete das Resümee des Deutschen.

Dass er mit 396 Spielen ab sofort der Legionär mit den meisten Bundesliga-Einsätzen in Österreich ist, war für Hofmann nur eine Randnotiz. "Davon habe ich von unserem Pressechef erfahren. Das ist etwas, worauf man nach der Karriere zurückblicken und stolz sein kann. Aber jetzt ist es wichtig, dass wir Spiele gewinnen und ich gesund bleibe."

Murgs Genugtuung

Während der Veteran in gewohnt nüchterner Art und Weise analysierte, war Murg die Freude über sein Tor deutlicher anzumerken. Der im Winter von Ried verpflichtete Steirer hat an seine Zeit bei der Austria keine allzu gute Erinnerungen, umso süßer schmeckte der Erfolg über den Ex-Klub. "Das Tor und der Sieg waren sehr schön für mich", sagte der 21-Jährige, der etwas überraschend für Philipp Schobesberger in die Anfangsformation gerutscht war.

Barisic hatte Murg erst rund eine Stunde vor dem Anpfiff über dessen Platz in der Start-Elf informiert. Ein Grund für die Aufstellung des Offensivspielers war dessen Doppelpack gegen die Austria im vergangenen November für Ried. "Das habe ich im Hinterkopf gehabt", gab Barisic zu. Dem Winter-Neuzugang attestierte der Wiener großes Potenzial. "Er hat sich seinen Einsatz nicht nur verdient, sondern ihn auch gerechtfertigt."

Gleiches galt auch für den immer besser in Schuss kommenden Matej Jelic. Nicht nur wegen seines Treffers zum 3:0 bewies der Kroate, dass er in die Fußstapfen von Robert Beric treten kann. "Das war heute mein bestes Spiel für Rapid", jubelte der Stürmer.

In der Herbstsaison wirkte Jelic zumeist noch wie ein Fremdkörper, mittlerweile aber passen Laufwege und Torquote, wie auch Hofmann betonte. "Er ist jetzt viel besser integriert. Wenn er so weitermacht, werden wir noch viel Freude mit ihm haben", prophezeite der Regisseur.

Valencia vor der Brust

Die Chance auf neue Glanztaten haben Jelic und seine Kollegen bereits am Donnerstag, wenn es auswärts gegen Valencia geht. "Wir fahren dort nicht hin, um Urlaub zu machen", versprach Hofmann, und Mario Sonnleitner kündigte an: "Wir wollen aus Valencia etwas mitnehmen."

Auch Barisic wagte schon einen Ausblick auf das K.o.-Duell mit den Spaniern. "Wir haben gegen Valencia alles zu gewinnen. Der ganze Druck ist bei ihnen, etwas Anderes als ein Aufstieg kommt für sie nicht infrage", erklärte der Rapid-Coach.

Auf seinen Austria-Kollegen Thorsten Fink wartet das nächste Bewerbsmatch erst am Samstag mit dem Liga-Heimspiel gegen Mattersburg. Bis dahin gilt es, die Derby-Ohrfeige so schnell wie möglich zu verkraften. "Das ist ein trauriger Tag für uns alle, aber die Saison ist noch lang. Wir haben noch ein Derby und können unsere Ziele nach wie vor erreichen", beteuerte der Deutsche.

Für seinen Klub hatte es schon vor dem Derby eine schlechte Nachricht gegeben - im Cup-Semifinale wurde man auswärts Red Bull Salzburg zugelost. Fink gab sich dennoch gelassen. "Irgendwann wären wir wahrscheinlich eh auf Salzburg getroffen. Ich bin immer davon ausgegangen, dass wir Red Bull schlagen müssen, wenn wir den Cup gewinnen wollen."