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Sport Fußball
03/23/2019

Wie das ÖFB-Team mit dem Alaba-Ausfall umgeht

Ohne den Bayern-Star hat Österreichs Nationalteam eine ansehnliche Bilanz. Trotzdem will der Ausfall kompensiert werden.

von Günther Pavlovics

Weil sich Israel am Sabbat auch im öffentlichen Leben größtenteils eine Ruhepause gönnt, flog Österreichs Nationalteam schon gestern nach Israel. Die Stimmung beim Abflug war entspannt, auch wenn viele nach dem 0:1 gegen Polen lange nicht einschlafen konnten. Vier Stunden Flug nach Tel Aviv, Sicherheitskontrollen, dann im dichten Verkehr die fast 100 Kilometer in den Spielort Haifa.

Einer machte den langen Reisetag nicht mit: David Alaba. „Er hat schon in der Pause Probleme mit dem Muskel gehabt, hat aber durchgespielt. Noch in der Nacht haben wir uns entschieden, dass die Reise nach Israel nichts bringt“, erklärte Teamchef Franco Foda. Er nominierte niemanden nach, denn es saßen 20 Feldspieler und drei Tormänner im Flieger. Marcel Sabitzer bedauerte den Ausfall von Alaba. „Er ist ein wichtiger Spieler und eine Persönlichkeit im Team, zu dem die jungen Spieler aufschauen. Aber wir werden seinen Ausfall abfangen.“

Sein Fehlen konnte in Bewerbspielen meist kompensiert werden. Neun hat der 26-jährige versäumt – nur eines davon (gegen Deutschland) wurde verloren. Die letzten fünf Bewerbspiele ohne Alaba, der es schon auf 68 Länderspiele gebracht hat, wurden allesamt gewonnen. In der Nations League verpasste Alaba den 1:0-Sieg gegen Nordirland. In der WM-Qualifikation gab es ohne Alaba Siege gegen Serbien (3:2) und in Moldawien (1:0). Und bei der erfolgreichen EM-Qualifikation wurden die Russland-Spiele ohne ihn jeweils 1:0 gewonnen.

Was erwartet die Österreicher am Sonntag (18 Uhr, live ORFeins) gegen Israel?

Systemumstellung
Nicht erst seit dem Ausfall von Alaba denkt der Teamchef daran, die Dreier- in eine Vierer-Abwehrkette auszudehnen. Foda: „Wir haben Israel analysiert, sie spielen ein anderes System als die Polen. Das Spiel von Israel habe ich mir im Flieger angeschaut.“ Dadurch könnte Andreas Ulmer ins Team rücken und Max Wöber ersetzen, der gegen Polen anfangs überfordert wirkte, sich aber stark gesteigert hat.

Charakter
Niederfallen, wieder aufstehen, Mund abputzen, weiterkämpfen. So ungefähr ist die Stimmung nach dem Ausrutscher zum Auftakt der EM-Qualifikation. „Auch in der Nations League sind wir mit einer Niederlage gestartet und haben dann noch sieben Punkte geholt“, erinnert Foda. „Wir können aufstehen, das haben wir gezeigt.“

Auswärtsschwäche
Die Bosnien-Niederlage erfolgte in Sarajewo. Aufgestanden wurde in Wien mit einem 1:0 gegen Nordirland. Diesmal muss es umgekehrt passieren: Dem 0:1 in Wien folgt das Spiel in Israel. Und die Auswärtsbilanz unter Foda ist nicht berauschend. Acht der 13 Spiele unter dem Deutschen wurden gewonnen. Aber nur in Luxemburg reichte es zu einem 4:0. Die Partien in Bosnien (0:1), Dänemark (0:2) und Nordirland (1:2) wurden verloren.

Abschlussschwäche
Der Sender Ö3 nahm einen Morgengruß mit Marc Janko auf und ließ den Stürmer sich bei den Österreichern entschuldigen, weil er die Riesenchance zum 1:1 knapp vor Schluss vergeben hatte. Für Marcel Sabitzer ist das aber keine große Sache. „Wir brauchen Spieler, die torgeil sind. Wir hatten ja auch gegen Polen Möglichkeiten, wir müssen die Dinger einfach reinhauen“, sagte der Leipziger. „Es müssen mehrere Spieler in die Box wollen. Wenn nur einer in der Box ist, dann musst du den Ball schon ganz genau spielen, damit ihn einer trifft.“