Sport | Fußball
28.02.2013

Warum die Austria Rapid abhängt

Zwei Welten in einer Stadt: Die Austria hat aus zehn Punkten Vorsprung auf Rapid 17 gemacht.

17 Punkte vor dem Erzrivalen. Das geht runter wie Öl. "Ja, das ist sehr in Ordnung. Es taugt mir total, dass wir in den ersten drei Runden sieben weitere Punkte auf Rapid herausgeholt haben." Peter Stöger, der die Hütteldorfer und ihren Trainer Peter Schöttel sehr schätzt, sieht den deutlichen Vorsprung als Bestätigung der guten Arbeit am Verteilerkreis.

Warum siegt die Austria Woche für Woche?

Fitness

Die Austrianer sind, von Barazite abgesehen, körperlich in einem Top-Zustand. Das unterstreichen auch die medizinischen Werte im Vergleich zu früheren vereinsinternen Ergebnissen. Daher darf es auch nicht verwundern, dass die Violetten in den letzten Spielen immer zulegen konnten, wenn die Partie auf der Kippe stand.

Selbstvertrauen

"Die Spieler glauben an ihre Qualitäten. Und daran, dass sie im Spiel jederzeit etwas bewirken können." Trainer Peter Stöger ortet das gewonnene Selbstvertrauen in jedem einzelnen Training. Siege machen stark. Wer so viel gewinnt wie die Austria, ist stark wie ein Stier und kann die Bullen auf Distanz halten.

Umgang

Dem Trainerteam gelingt es, jene Spieler, die keinen Fixplatz innehaben, nicht nur bei Laune zu halten, sondern sie zu besseren Leistungen anzustacheln. Bestes Beispiel ist Alexander Grünwald, in den letzten zwei Spielen bester Austrianer. "Ab und zu brauche ich einen Tritt in den Allerwertesten." Stögers Konter: "Den kriegt er von uns gerne. Das zählt zu den leichteren Aufgaben eines Trainers."

Auch Roman Kienast wurde nach seinem Kurzauftritt im Derby intern kritisiert – und erzielte in den Spielen danach gleich drei Joker-Tore. "Er hat sich den Respekt erarbeitet und sich selbst damit belohnt." Dennoch wird gegen Wacker wieder Hosiner von Beginn an stürmen.

Hoffnungsschimmer

In Hütteldorf wird der erschreckend große Rückstand gar nicht mehr thematisiert. "Die Austria spielt seit der Derby-Niederlage für uns keine Rolle mehr. Wir müssen auf uns schauen", sagt Steffen Hofmann. Obwohl 2013 noch immer kein Sieg gelang, ist der Kapitän vor dem Sonntagsspiel bei Angstgegner WAC (kein Tor, kein Punkt) optimistisch: "Vor einem Jahr sind wir mit drei 0:0 gestartet. Jetzt schaut es bei uns viel besser aus, obwohl es nur zwei Punkte gegeben hat. Wir wissen, was noch zu ändern ist."

Warum konnte Rapid 2013 noch nicht gewinnen?

Keine Effektivität

In allen drei Partien gab Rapid deutlich mehr Schüsse ab. Beim 1:1 gegen Sturm lautete die Bilanz gar 19:7. Mit 50:28 Schüssen in 270 Minuten muss ein besseres Torverhältnis als 5:6 möglich sein.

Individuelle Fehler

Rapid lässt nicht viele Chancen der Gegner zu, patzt aber in entscheidenden Momenten. Im Derby war es zwei Mal Gerson, in Salzburg Königshofer und gegen die Grazer wurde die Zuteilung bei Standardsituationen nicht konsequent genug umgesetzt.

Aufwendiger Spielstil

Dass Rapid unter Trainer Schöttel zu den härteren Teams der Liga zählt, zeigen (neben der Foul-Statistik) die zwei Ausschlüsse im Frühjahr – und Unterzahlspiel macht müde. Kraft kostet auch, dass mit Burgstaller und Alar zwei Schlüsselspieler auffallend viele Zweikämpfe in der Offensive verlieren. Deshalb kann Rapid nicht so ökonomisch spielen wie die ballsicheren Austrianer.

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