© Kurier

Sport Fußball
05/31/2021

Vor 30 Jahren: Als Stockerau gegen Rapid die Pokal-Sensation gelang

Am 31. Mai 1991 bezwang der damalige Zweitligist den großen Favoriten aus Wien. Danach verschwand der Sensationsklub im Keller.

von Wolfgang Winheim

Die vielen Werbeaufschriften passten nicht auf’s Leiberl. Deshalb wurden in der Halbzeitpause die Trikots gewechselt, um alle Sponsoren zu befriedigen. Nicht dem Manager eines Topklubs war dieser Trick eingefallen, sondern jenem von ... Stockerau.

Genau 30 Jahre ist’s her,

... seit einem Zweitligisten im Prater der Cupfinalsieg gegen Rapid gelang;

... seit die (mit Michael Konsel, Andreas Herzog, Jan Åge Fjørtoft usw.) hochkarätig besetzten Grün- Weißen nach acht Minuten programmgemäß führten;

... seit Michael Wenzel (heute Sporthistoriker) zum 1:1 ausglich;

... seit Peter Pospisil für den Außenseiter Stockerau nach Vorarbeit vom Marek Ostrowski (der damals beste Mann auf dem Stadionfeld sollte nur 57 Jahre alt werden) zum Siegestor traf;

... seit das K.-u.-K.-Duell der Córdoba-Legenden auf der Trainerbank mit einem 2:1 von Willy Kreuz über Hans Krankl endete.

Noch am Vortag bei der Pressekonferenz, erinnert sich Kreuz, habe Krankl ihn gebeten, die Stockerauer in ihrem Ehrgeiz zu bremsen. Krankl soll gesagt haben: „Deine Leut’ haben mit dem Finale eh schon alles erreicht. I aber brauch’ mit Rapid unbedingt den Titel.“

Kreuz, der diesen Wunsch ignorierte, bediente damals noch jeden Morgen in seiner Trafik in Alt-Erlaa die Kunden. Obwohl davor Profi in den Niederlanden und während der Argentinien-WM ’78 in diversen Zeitungs-Weltauswahlen „nominiert“ gewesen. Einer von dieser Qualität würde heute, zumal finanziell bis zum Lebensende abgesichert, kaum hinter der Budel stehen.

Als die 78er-Helden im Juni 2018 zum Nostalgietreff „40 Jahre Córdoba“ ins Hernalser Metropol geladen wurden und Johann K. mit der Band Monti Beton als Entertainer begeisterte, fehlte Kreuz. Nach einer Hüft-OP zwang ihn ein Spitalskeim in die Knie. Die neue Hüfte musste entfernt werden. „Drei Monate lang hab’ ich keine Hüfte gehabt.“

Inzwischen spielt Kreuz – wieder fit und seit gestern 72 Jahre alt – den Trainer nur, wenn es gilt, mit seinem achtjährigen talentierten Enkerl („A Linksfuß“) das Passen und Stoppen zu üben.

Aufstieg unmöglich

Der SV Stockerau spielt bzw. zwangspausiert nur noch in der zweiten Landesliga. Während eine Leistungsstufe höher die Tabellenführung vom anderen einstigen niederösterreichischen Pokalsieger unbelohnt bleibt:

Weil die Meisterschaft nicht zu Ende gespielt wird, kann der Kremser SC (setzte sich 1988 in damals zwei Endspielen gegen Ernst Happels FC Tirol) heuer nicht aufsteigen.

Der letzte Pokalsieger aus der Regionalliga, der SV Pasching, löste sich gar ganz auf. Und verstärkt nach seiner Wiedergründung in Oberösterreich vorerst nur die siebente Leistungsstufe.

Vor acht Jahren schlug Pasching, nachdem im Viertelfinale Rapid und danach im Halbfinale ebenso auswärts Salzburg schon sensationell eliminiert worden waren, im Happel-Stadion mit 1:0 auch die Wiener Austria. Gecoacht und ausgebremst von Gerald Baumgartner. Von jenem zwischenzeitlich für einen Wunderwuzzi gehaltenen Trainer, mit dem St.Pölten soeben in der Bundesliga Letzter wurde und nun auch abgestiegen ist.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.