© APA/AFP/FC BARCELONA/MIGUEL RUIZ

Sport Fußball
05/07/2020

Von Messi bis Ronaldo: Die Top-Ligen und das Projekt Neustart

In den großen Ligen gibt es kleine Schritte auf dem Weg zurück. Christian Fuchs wartet etwa auf den Trainingsstart in Leicester.

von Günther Pavlovics

"Ganz ehrlich. Das fühlt sich sehr sonderbar an ... JFK Airport." Christian Fuchs flog am Montag aus den USA nach England und stellte ein Video vom menschenleeren Riesenflughafen in New York auf seinen Twitter-Account. Der Österreicher war fast zwei Monate bei seiner Familie in den USA und kehrte erst jetzt zu seinem Arbeitgeber nach Leicester zurück. Wann, wie und ob überhaupt die Premier League weitergehen kann, ist derzeit offen.

Auf jeden Fall haben viele Vereine ihre über mehrere Kontinente verteilten Fußballer zurückbeordert. Denn die britische Regierung zieht in Erwägung, alle ins Vereinigte Königreich einreisenden Personen für zwei Wochen zur häuslichen Quarantäne zu verpflichten. Im Fall von Christian Fuchs hat ihm sein Arbeitgeber Leicester City FC eine Quarantäne auferlegt. Die Klubs hoffen, Anfang nächster Woche mit dem Training in Kleingruppen beginnen zu dürfen. Allerdings machen sich nicht alle Vereine Stress, Manchester United und City lassen ihre Legionäre noch in deren Heimat.

English Premier League doctors concerned over restart

England: Neutrale Orte

Als Neustart hat die Premier League das zweite Juni-Wochenende im Auge. Die Realisierung des "Project Restart" hat die Regierung an die Bedingung geknüpft, die verbleibenden 92 Spiele ohne Zuschauer an neutralen Orten auszutragen – die Stadien sollen modern sein und außerhalb der Städte liegen, damit sich Hygienevorschriften einhalten lassen und die Polizei das Gebiet weiträumig absperren kann, um Ansammlungen von Fans zu verhindern.

Aber vor allem die Klubs am Tabellenende wehren sich gegen den damit verbundenen Verlust des Heimrechts. Ein vordergründiges Argument, denn sie wollen vor allem den Abstieg verhindern, der sie weit mehr kosten würde als 30 Millionen Pfund, die sie im Fall eines Abbruchs der Premier League an TV-Geldern zurückzahlen müssten.

Kleingruppentraining in Italien

Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora erlaubte Einzelsportarten ab dem 4. Mai den Trainingsstart, zögerte aber bei den  den Mannschaftssporten. Er  wurde aber von den Gourverneuren der Regionen Emilia-Romagna, Sardinien und Kampanien überrumpelt, die es auf ihren Gebieten erlauben. Schließlich schloss sich auch Rom an.

Montagvormittag nahm der Klub aus Sassuolo als Erster den Trainingsbetrieb auf, es folgte aber nur Lecce. Viele Vereine wirkten darauf aber schlecht vorbereitet. Acht Klubs gaben nicht einmal Terminplanungen für die Aufnahme des Trainings an. Andere, wie Inter Mailand, Lazio Rom und Neapel, wollen den Kader erst komplett durchtesten. Bei Juventus Turin wurden immerhin schon am Montag Abstrichtests bei den ersten fünf Profis unternommen. Unter ihnen befanden sich aber nicht die an Covid-19 erkrankten und inzwischen als geheilt geltenden Daniele Rugani und Blaise Matuidi. Erst diese Woche lieferte Paolo Dybala einen negativen Test ab, der Argentinier war erstmals am 21. März positiv getestet worden.
Von 15 Serie A-Spielern, verteilt auf sechs Vereine, sind positive Tests bekannt.

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Medizinisches Konzept umstritten

Umstritten ist wie auch in Deutschland oder Österreich das medizinische Konzept zur Rückkehr, das bei erneuten positiven Fällen nur eine Quarantäne des betroffenen Spielers selbst und keine Isolierung der Kontaktpersonen vorsieht. Spätestens zur geplanten Aufnahme des Mannschaftstrainings ab 18. Mai sollte dies geklärt sein.

Gerade noch rechtzeitig für diesen Termin kehrte Cristiano Ronaldo aus Portugal zurück. Am späten Montagabend landete er in Turin und trat dort die obligatorische 14-tägige Quarantäne an. Zahlreiche weitere Profis sind allerdings noch in ihren Heimatländern. So wie es derzeit ausschaut, können sie sich noch Zeit lassen mit der Rückkehr. Die optimistischen Pläne mit der Aufnahme eines Spielbetriebs noch Ende Mai sind inzwischen Makulatur. Derzeit gilt der 13. Juni als frühestmöglicher Zeitpunkt einen Neustart.

Nächsten Woche trifft sich der italienische Fußballverband zu Beratungen. Aber schon davor wird ein Statement von Premierminister Conte zum Fußball erwartet. Die Tageszeitung Repubblica spekulierte, dass Conte sich am Beispiel Frankreichs orientieren und die Serie A für beendet erklären könnte.

Corona-Tests in Spanien

In dieser Woche machte auch die spanische Liga den ersten Schritt zurück in Richtung Normalität. Seit Dienstag unterziehen sich alle Mannschaften Corona-Tests. Am Mittwoch erschien Lionel Messi erstmals seit fast zwei Monaten wieder auf dem Trainingsgelände des FC Barcelona, der Ciutat Deportiva Joan Gamper. Zur Freude der Fotografen, denn der Argentinier hatte sich seit seinem letzten Auftritt auf dem Platz völlig aus der Öffentlichkeit zurück gezogen.

Alle negativ getesteten Spieler dürfen das Training in Kleingruppen auf den Vereinsanlagen wiederaufnehmen, voraussichtlich ab 11. Mai.  Der  Weg zum Neustart soll rund einen Monat dauern, um nach dem Start der Mannschaftstrainings die Saison mit Geisterspielen ab Mitte Juni zu Ende bringen zu können.

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