FILE PHOTO: UEFA EURO 2020 Launch Event

© REUTERS / Tony O'Brien

Kommentar
04/08/2021

Um jeden Preis: Muss diese EM-Show wirklich sein?

Die Europameisterschaft soll vor Zuschauern stattfinden. Die UEFA geht mit dieser offensiven Herangehensweise viel Risiko ein.

von Alexander Strecha

Die EURO soll also vor Zuschauern in den Stadien stattfinden. Jene Fans, die in ihren LĂ€ndern derzeit nicht ins Kaffeehaus, Kino, Theater, zum Wirten und in InnenrĂ€umen Sport treiben dĂŒrfen, mögen bitte in den Arenen ausgelassen jubeln. Ein gewagter und auch gefĂ€hrlicher Plan.

Wen interessieren schon europaweit ĂŒberfĂŒllte KrankenhĂ€user, in denen Intensivbetten mittlerweile zur Mangelware werden? Wen interessiert der Umstand, dass europĂ€ische Regierungen einen Lockdown nach dem anderen ausrufen, oder dass der Impffortschritt in fast allen LĂ€ndern des Kontinents deutlich hinter dem Plan hinterherhinkt?

Die UEFA offensichtlich nicht. Die sommerliche Fußballshow soll begeistern und vielleicht auch zum Symbol werden, dass Europa die Pandemie in den Griff bekommen hat. Den Fans will der Verband nach einem Jahr der Geisterspiele gönnerhaft endlich wieder einen Hauch von NormalitĂ€t schenken. Dabei könnte es sich die UEFA durchaus leisten, auf die Ticketerlöse zu verzichten. Sie machen bei einer EM rund 25 Prozent des Umsatzes aus, der Gewinn wĂ€re dank der TV-VertrĂ€ge und der Großsponsoren immer noch betrĂ€chtlich. Die UEFA geht mit dieser offensiven Herangehensweise viel Risiko ein. Aus ihrer Perspektive betrachtet kann man bei gutem Willen vielleicht sogar eine gewisse Logik erkennen.

Aber muss die Show wirklich um jeden Preis sein?

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