JUBILÄUMSSPIEL: FIRST VIENNA FC 1894 - UNION BERLIN

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Sport Fußball
06/03/2020

Überraschender Abgang: Peter Hlinka nicht mehr Vienna-Trainer

Die Coronavirus-Krise trennte das Gespann. Die Döblinger präsentieren den neuen Coachin einigen Tagen.

von Alexander Strecha

Nach zwei erfolgreichen Jahren erfolgte der Abpfiff. Der First Vienna FC 1894 und Trainer Peter Hlinka beenden die gemeinsame Zusammenarbeit. Darauf haben sich der Sportliche-Leiter Markus Katzer und Peter Hlinka nach einem offenen und konstruktiven Gespräch in gegenseitigem Einvernehmen verständigt.

Der scheidende Coach Hlinka: „Ich wünsche der Vienna alles Gute auf dem Weg zurück und bedanke mich bei allen Beteiligten. Es freut mich, dass ich meinen Teil zum Comeback der Vienna leisten konnte. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine ausgezeichnete Grundlage geschaffen haben, damit der Verein auch in Zukunft nachhaltig erfolgreich sein kann.“

Die Corona-Krise machte dem Gespann einen Strich durch die Aufstiegsrechnung. Katzer: „Peter übernahm das Traineramt bei der Vienna in einer für den Verein nicht einfachen Zeit und hatte großen Anteil bei der sportlichen Konsolidierung des Vereins. Ich bin mir sicher wir hätten heuer den Aufstieg mit ihm in die Regionalliga geschafft. Leider kam die Corona-Krise dazwischen.“

Die stellte die Ambitionen der Blau-Gelben generell ins Abseits. Auf der Hohen Warte war man auf dem besten Weg in die Regionalliga Ost. Auch Ümit Korkmaz konnte dies nicht vorhersehen. Anfang März saß er im SchauTV-Studio des KURIER und vermutete, dass nur die Vienna selbst die Vienna stoppen könnte. Wie auch sollte Korkmaz in den Sinn kommen, dass sich Corona zu einem unbezwingbaren  Gegner  aufschwingen sollte. Schließlich stellte ein Virus den Döblingern das Bein. Sportdirektor Markus Katzer lächelt mit etwas Bitternis: „Damit konnten wir wirklich nicht rechnen. Aber ja, sportlich wurden von einem Virus gestoppt.“

Der Saison-Abbruch in der Wiener Stadtliga bedeutet auch, dass die Blau-Gelben - rein theoretisch - ein weiteres Jahr in der vierten Leistungsstufe einlegen und auf den Aufstieg noch warten müssen. Die Vienna, Österreichs ältester Fußballklub, reagierte weise und smart auf die bittere Niederlage und die Entscheidung des ÖFB. „Einig Spiel führt zum Ziel. Das Motto unserer Gründungsväter gilt heute mehr denn je“, meinte damals Kurt Svoboda, der Vize-Präsident, stellvertretend für das Vienna-Präsidium. „So bitter das auch sein mag, emotional, sportlich wie auch wirtschaftlich, aber jetzt heißt es: gemeinsam einen Schritt zurück zu gehen, um in Zukunft wieder gemeinsam  zwei Schritte voran zu schreiten.“

Katzer findet das Verhalten des Vereins „ordentlich“. „Es war das bestmögliche Statement.“ Der ehemalige Rapidler macht sich viele Gedanken über die Zukunft der ViennaKatzer spricht von seiner sportlich wohl schwierigsten Zeit. „Wir werden in der kommenden Saison wieder die Ärmel aufkrempeln und einen neuen Anlauf nehmen. Man lernt nie aus. Das ist zwar ein abgedroschenes Satzerl, aber es stimmt.“ Die Verträge der Spieler und Trainer sind beendet worden, aktuell geht man von einem Anpfiff zur neuen Saison im August aus. „Aber konkret kann das derzeit niemand sagen.“

Da Ebreichsdorf schon auf die Teilnahme an der Regionalliga Ost in der kommenden Saison verzichtet hat, tun sich für die Döblinger ohnehin neue Möglichkeiten auf.