Sport | Fußball
22.10.2018

"tz" schlägt nach Medienschelte der Bayern-Bosse zurück

Die Münchner Zeitung zeigt, wie man über den großen FCB berichten sollte. Im Klub-Adventkalender fehlt Niko Kovac.

Auch Tage nach dem seltsamen Auftritt der Bayern-München-Bosse bei einer "Sonder"-Pressekonferenz wird in Deutschland darüber gesprochen. In den sozialen Netzwerken werden Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß nach ihrer Medienschelte förmlich auseinandergenommen, in den deutschen Medien gibt es kaum einen Kolumnisten, der seine Zeilen nicht der Führungsspitze des Rekordmeisters gewidmet hat.

Die Münchner Boulevardzeitung tz hat sich derweil überlegt, wie die Berichterstattung über den FC Bayern demnächst auszuschauen hat - auch weil einem tz-Journalisten bei der PK "Copy & Paste"-Stil vorgeworfen worden war. Dabei ist man auf eine originelle Lösung gestoßen. Wir überliefern sie im Wortlaut:

"Nach der Wut-Pressekonferenz der Bosse des FC Bayern und dem Auswärtssieg in Wolfsburg fasst die tz die gewonnenen Schlüsse dieses Wochenende zusammen. Der FC Bayern ist ...

…super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super, super!*

*erstellt mit paste & copy.

Rummenigge: "Zeichen für Spieler 

Rummenigge zeigte sich vom großen Medienecho nicht überrascht gezeigt und unterstrich am Montag den Zweck des Auftritts. "Sinn und Ziel der ganzen Geschichte war, der Mannschaft und dem Trainer zu zeigen, dass wir bereit sind, sie nach außen zu schützen“, sagte der Vorstandsvorsitzende vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel nach  Athen, wo AEK wartet. "Das war ein wichtiges Zeichen für die Spieler". Nun hofft er auf mehr Ruhe: "Wir haben die Medien kritisiert. Dass die Medien zurückkritisieren, war zu erwarten. Ich glaube, dabei sollten wir es belassen."

Rummenigge hatte am Freitag einen würdevolleren Umgang mit Spielern gefordert. Hoeneß sagte nur Minuten danach, dass Juan Bernat im Sommer verkauft wurde, nachdem er in einem Spiel in Sevilla "einen Scheißdreck" gespielt habe. "Der Uli weiß, dass er zumindest mit dem einen Wort nicht sehr glücklich gelegen ist", sagte Rummenigge dazu.

Adventkalender ohne Niko Kovac

Immerhin scheint der Münchner Klub, zumindest was die Gestaltung des offiziellen Adventkalenders angeht, vorsichtiger geworden zu sein. Aus dem Fauxpas im vergangenen Jahr will man gelernt haben, deshalb fehlt diesmal die Schokolade, auf der der Trainer Niko Kovac zu sehen ist. 

Letztes Jahr wurde der Adventkalender zu früh angefertigt, denn darin war auch das Bild von Carlo Ancelotti ersichtlich. Der italienische Star-Trainer war zu dem Zeitpunkt, als die Süßigkeit in den Handel kam, bereits durch Jupp Heynckes ersetzt worden. Der Verein entschied sich für eine simple Lösung des Problems: Mit einem Heynckes-Aufkleber konnten Fans den Kalender auf den aktuellen Stand bringen. Heuer will man das verhindern, deshalb fehlt der Trainer komplett. 

Breitner "deprimiert"

Derweil kritisierte die Bayern-Legende Paul Breitner den verbalen Rundumschlag scharf. "Ich bin nach wie vor deprimiert, weil ich mir nie vorstellen konnte in 48 Jahren, die ich mit oder am Rande des FC Bayern lebe, dass sich dieser Verein diese Blöße gibt, dass er diese Schwäche zeigt", sagte Breitner am Sonntagabend in der Sendung "Blickpunkt Sport" im Bayerischen Rundfunk. Mit dem Auftritt sei eine über Jahre geleistete Arbeit kaputt gemacht worden, den Klub "aus dieser Arroganz-Atmosphäre, aus diesem Image, das der FC Bayern landauf landab hatte", zu befördern.

"Ich muss Respekt vorleben, Achtung vor den Menschen vorleben, Höflichkeit und Fairness vorleben, dann kommt auch einer zurück", riet der 67-jährige Breitner. "Das wäre eigentlich die oberste Aufgabe der Führung des Klubs FC Bayern."