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Sport Fußball
10/19/2018

Reaktionen auf Bayerns Ärger: Rückkehr des FC Hollywood

In einer Pressekonferenz griff die Spitze des FC Bayern die Berichterstattung an. Auf Twitter hagelte es daraufhin Spott.

von Radoslaw Zak

Mit Kritik und Androhungen von juristischen Konsequenzen griff in einer Pressekonferenz die Führungsetage des deutschen Rekordmeisters die Medien und ihre Berichterstattung an. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidžić wetterten gemeinsam gegen "polemische" Berichterstattung und richteten sich während der halbstündigen Veranstaltung direkt an Journalisten. Rummenigge eröffnete sie mit der Zitierung des ersten Artikel des deutschen Grundgesetztes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." "Wir lassen uns das nicht mehr gefallen", legte Hoeneß nach, der später den aktuell bei PSG spielenden Spanier Juan Bernat an den Pranger stellte. Er hätte dem Team in der Champions League fast den Erfolg "gekostet", weswegen beschlossen wurde, ihn abzugeben. 

Den Bossen der Münchener wird von den angegriffenen Medien ein desaströses Bild und moralische Doppelbödigkeit vorgeworfen. Kleinkariertheit, Dünnhäutigkeit und auch Instabilität bescheinigte etwa das Fußballmagazin 11Freunde den Granden des Vereins. Für den Rekordmeister läuft es nach sechs erfolgreichen Jahren momentan in der Bundesliga schleppend. Nach drei Siegen belegt man den für die eigenen Ansprüchen unbefriedigenden sechsten Platz, in der Champions League mühte sich die Truppe von Niko Kovac zu einem Remis gegen Ajax Amsterdam. Nach der heutigen Pressekonferenz wird klar, dass nicht nur die Spieler auf dem grünen Rasen keine gute Figur abgegeben. Schonungslos gingen User auf Twitter mit der Performance vor den Journalisten ins Gericht. In Österreich meldete sich der Wiener Sport-Club mit einem ironischen Tweet zu Wort. 

Auf Honeß' Verbalschlag gegen Bernat wurde mit viel Unverständnis reagiert und daran erinnert, dass er die deutsche Nationalmannschaft im EM-Finale gegen die Tschechoslowakei im Elfmeterschießen den Ball in den Belgrader Nachthimmel schoss. 

Medienvertreter äußerten ebenfalls ihr Unverständnis und übten harsche Kritik. Andreas Cichowicz, Fernsehchefredakteur des NDR, fühlte sich an die Satire-Show extra 3 erinnert, während das auch hierzulande bekannte Satire-Magazin Titanic ein Pamphlet veröffentlichte. BILD Sport sprach von einer "absurden Abrechnung". 

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