Sport | Fußball
25.07.2018

Tormann-Legende Casillas solidarisiert sich mit Karius

Mit einem Zusammenschnitt seiner eigenen Patzer fordert der Spanier die Kritiker zu Besinnung auf.

Kaum ein Fußballer hat in der letzten Zeit so leiden müssen wie er. Liverpool-Tormann  Loris Karius ebnete Real Madrid mit seinen zwei Patzern im Champions-League-Finale den Weg zur Titelverteidigung. Es waren Fehler, die fest in der kollektiven Erinnerung verankert sind und vermutlich noch lang sein werden. 

Dem Deutschen wird Hohn und Spott bis zu seinem Karriere nicht erspart geblieben. Hinzu kommt die Tatsache, dass der 25-Jährige seit seinem unglücklichen Auftritt in Kiew unter besonderer Beobachtung steht - unabhängig von der Größe der von ihm betretenen Bühne.

So entging dem Fußballinteressierten etwa nicht, dass Karius zuletzt bei einem Vorbereitungsspiel der Reds gegen die unterklassigen Tranmere Rovers einen hart geschossenen Freistoß nach vorne prallen ließ, sodass der lauernde Stürmer nur noch einzuschieben brauchte.

"Lasst den Jungen endlich in Ruhe!"

Glücklicherweise gibt es Menschen, die darum bemüht sind, Karius in Schutz nehmen. Das hat nun auch die spanische Tormann-Legende  Iker Casillas getan. Dem Weltmeister von 2010 geht die anhaltende öffentliche Kritik an Karius ans Herz, also entschied sich der heutige Porto-Keeper, seinem deutschen Kollegen öffentlich den Rücken zu stärken. 

Auf Twitter postete der langjährige Real-Madrid-Schlussmann einen fast eine Minute langen Zusammenschnitt seiner eigenen Patzer. "Hinter jedem von uns steht eine Person", schrieb der 37-Jährige unter dem Video. "Derjenige, der nie einen Fehler gemacht hat, soll seine Hand heben. Aus unseren Fehlern zu lernen, das wird uns stärker und menschlicher machen." Bis Mittwochmorgen haben 110.000 User Casillas' Beitrag vom Dienstagabend mit "gefällt mir" gekennzeichnet. 

Bereits einige Tage zuvor hatte der Spanier getwittert: "Wann werden diese Angriffe auf Loris Karius endlich mal zu Ende gehen? Es gibt viele ernstere Probleme auf dieser Welt, verdammt nochmal! Lasst den Jungen endlich in Ruhe!"