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Sport | Fußball
07/08/2019

Stöger über Frauen-WM: "Fortschritte sind beeindruckend"

Peter Stöger verfolgte viele WM-Spiele im TV und staunte über die Leistungen der Fußballerinnen.

Mit dem Titel-Gewinn der USA ist in Frankreich eine Frauen-WM der Superlative zu Ende gegangen. Womöglich war es die letzte Frauen-WM mit 24 Mannschaften, denn FIFA-Chef Infantino strebt eine Aufstockung auf 32 Teams an, möglichst schon zur WM 2023.

Für die WM in Frankreich hatte die FIFA das Preisgeld auf 30 Millionen US-Dollar verdoppelt. Auch in der Gunst der Zuschauer ist eine neue Stufe erreicht. Laut FIFA haben auf allen TV-Kanälen und Plattformen mehr als eine Milliarde Menschen inklusive des Final-Wochenendes die WM-Spiele verfolgt. Die Rekordmarke bedeutet eine Verdopplung im Vergleich zur WM in Kanada vor vier Jahren.

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Stöger im Bilde

Mit von der Partie vor dem TV-Schirm war auch Ex-Köln- und Dortmund-Trainer Peter Stöger. Naheliegend, dass er vor allem die Spiele der deutschen Mannschaft verfolgte, aber auch die Duelle FrankreichUSA und EnglandUSA sowie das Finale konnten ihn richtig begeistern. Sein WM-Urteil fällt extrem positiv aus. „Die Fortschritte im Frauen-Fußball sind unübersehbar und beeindruckend. Das Tempo ist viel höher im Vergleich zur letzten WM, auch die Zweikämpfe werden viel intensiver geführt mittlerweile.“ Die Spiele seien schön anzusehen, bieten guten Sport und beste Unterhaltung. „Ich habe wirklich mit Freude zugeschaut.“

Stöger nennt noch ein Fakt, woran man erkennt, dass der Frauen-Fußball vor allem oder eben auch in Deutschland Anerkennung findet. „Nach dem Ausscheiden im Viertelfinale wurden die Frauen von den deutschen Medien genauso hart kritisiert wie die Männer nach ihrem WM-Aus in Russland 2018.“ Ein deutliches Zeichen, dass die Erwartungen ebenso hoch geworden sind wie den Männern.

Die Tatsache, dass im Frauen-Fußball Distanz-Schützinnen mit einer wirklich ausgefeilten Schusstechnik deutlich in der Minderheit sind, hat für Stöger auch mit der Anatomie zu tun. „Das ist wie beim Damen-Tennis mit dem Aufschlag.“ Irgendwann sei bei der Geschwindigkeit das Limit erreicht. Dennoch bekam man schöne Weitschusstore zu sehen, wie im Finale mit dem 2:0 für die USA durch Lavelle.

Veni, Video, vici

146 Tore fielen in 52 Spielen, im Schnitt 2,8. 124 Verwarnungen sprachen die Schiedsrichterinnen aus, vier Spielerinnen sahen die Rote Karte. Nach der WM-Premiere bei den Männern in Russland gab es auch bei der Frauen-WM erstmals den Videobeweis. Als Problem erwies sich die mangelnde Erfahrung vieler Schiedsrichterinnen mit der Technik, den zahlreichen Schulungen im Vorfeld zum Trotz. Absprachemängel zwischen den durchweg männlichen Video-Assistent-Referees und den weiblichen Unparteiischen waren die Folge.

Fazit: Der Videobeweis ist aber auch bei den viel schneller gewordenen Frauen-Spielen unerlässlich geworden.