Sportdirektor Andreas Müller findet klare Worte.

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Fußball
04/04/2016

Sportdirektor Müller nimmt die Rapidler in die Pflicht

"Vielleicht haben wir uns zu lange vor dem Begriff Meister geschützt", sagt Müller.

von Alexander Huber

Am Tag nach dem Schlager tagten die Hütteldorfer Entscheidungsträger. Wie ist das 1:1 gegen Salzburg einzustufen? Geht es jetzt nur noch gegen die Austria um Platz zwei? Was wird mit vier Punkten Rückstand auf die Spitze nach Runde 29 als Ziel ausgegeben?

Von Andreas Müller kommen im KURIER-Gespräch klare Worte: „Ich erwarte, dass wir in den restlichen Runden die Rolle des Jägers richtig anlegen.“ Der Rapid-Sportdirektor erklärt: „Salzburg soll unseren Atem spüren, wir müssen Ausrutscher erzwingen. Wenn wir noch sieben Mal mit dieser Leistung und der Leidenschaft vom 1:1 auftreten, können wir Meister werden.“

Bisher war das „M-Wort“ ein in Hütteldorf ungern benutztes. Trainer Zoran Barisic wollte öffentlich nicht zu viel Druck aufbauen, predigte die nötige Demut, auf die bei Rapid mit Blick auf lange vergangene Erfolgszeiten gerne vergessen wird.

Neue Strategie

In der Länderspielpause wurde nach drei sieg- und torlosen Spielen die Strategie geändert. Die Spieler mussten sich einige harte Worte anhören. „Es gab deutliche Worte und auch andere Maßnahmen“, sagt Müller, der außerdem die „Luftveränderung“ mit dem Training im Schatten des Allianz Stadions für gelungen hält.

Die Folge war zwar kein Sieg, aber eine offensichtliche Verbesserung und extrem viel Kampfgeist gegen Salzburg. „Vielleicht haben wir uns zu lange vor dem Begriff Meister geschützt“, vermutet der Rapid-Sportdirektor. „Denn in den brisanten Spielen zeigen wir ja, was wir können. Ärgerlich ist, dass wir das nicht konstant abgerufen haben.“

Wie etwa im Herbst in Wolfsberg (1:2), wo am Samstag der seit acht Spielen ungeschlagene und äußerst heimstarke WAC wartet. „Ohne Wenn und Aber: Wir fahren dorthin, um zu gewinnen. Das muss sofort spürbar sein“, fordert Müller.

Sollte das Überholmanöver scheitern, war für Müller nicht das 1:1 im Spitzenspiel schuld. Er blickt zurück: „Mir hat schon in der Wintervorbereitung die letzte Konsequenz auf dem Feld, dieses Zupacken, gefehlt. Danach waren wir auch in einigen Spielen fahrlässig, mit zu wenig Überzeugung in gewissen Situationen.“

Sein Ausblick: „Wir müssen daran glauben und alles dafür tun, da zu sein, wenn in Salzburg das Nervenflattern ausbricht.“