Tor in Minute 106: Spanien gewinnt das WM-Finale gegen Argentinien
Rodri bekam den Pokal überreicht
Spanien ist wieder Weltmeister. Wie 2010 gelang der Triumph in der Verlängerung, durch ein völlig verdientes 1:0 gegen Argentinien.
Auf das erste spanischsprachige Finale seit 1930 (Uruguay – Argentinien) folgte das erste Endspiel mit einem Weltmeister ohne Torchance: Argentinien hatte 90 Minuten lang keinen einzigen gefährlichen Angriff, rettete sich gegen Spanien aber mit einem glücklichen 0:0 in die Verlängerung.
Längst waren in East Rutherford Erinnerungen an das erste US-Finale präsent: 1994 ging es nach 120 torlosen Minuten zwischen Brasilien und Italien ins Elfmeterschießen.
Passend dazu war die Luft nach den Waldbränden schlecht, die Sicherheitskontrollen dauerten lange, weil sich erstmals bei der WM Präsident Donald Trump im Stadion angekündigt hatte.
Teamchef-Wiedersehen
Für die Teamchefs war es ein besonderes Wiedersehen: Spaniens Luis de la Fuente war einst in der Trainerausbildung tätig und hatte in einem Kurs auch Finalrivale Lionel Scaloni als Schüler.
Spanien war in der erwarteten und bewährten Aufstellung gestartet. Für Lamine Yamal kam es achtzehneinhalb Jahre nach der Badewannen-Waschung durch Lionel Messi und den berühmt gewordenen Fotos zum Duell mit dem argentinischen Superstar. Argentinien legte es (nur) auf dem Papier offensiver an: Nico Gonzalez, sonst starker Joker an der linken Flanke, begann, dafür musste bis zur Pause der gewohnte Sechser Paredes raus.
Yamal verpasst frühes 1:0
Nach fünf Minuten und einem der typischen Olmo-Pässe gab es die erste große Chance. Lamine Yamal kam zum Schuss – zu schwach.
Dass im direkten Gegenzug Unai Simon 40 Meter vor seinem Tor gegen Messi klären musste, dürften die Spanier als Warnsignal angesehen haben: Der Favorit nahm danach kein Risiko mehr.
Spanien wurde überlegener, bis zur nächsten Chance auf einem zu stumpfen Rasen dauerte es aber: Oyarzabal zog ab (39.). Und Argentinien? Schloss die erste Hälfte mit 0,0 expected goals, also mit völliger Gefahrlosigkeit ab. Das sollte auch so bleiben.
Ferran Torres trifft zur Führung
Nach der mit 27 Minuten Dauer längsten Halbzeit-Pause der Fußballgeschichte – für eine Halftime-Show im Super-Bowl-Stil mit Madonna und Justin Bieber – hatte Baena eine gute Chance (46.). Die beste bekam Joker Torres, Martinez hielt den zu zentral gesetzten Kopfball (67.).
Nach nur 70 Minuten hatte Scaloni alle fünf Wechsel vollzogen, beide Innenverteidiger waren verletzt – es machte sich bemerkbar, dass Argentinien einen Tag weniger Vorbereitungszeit und im Turnierverlauf mehrere Kraftakte zu vollführen hatte.
Der Druck wurde immer größer, weltmeisterlich war bei Argentinien lediglich der Wille, die Null festzuhalten. In Minute 92 gab es den ersten (!) kollektiven Angriff, das Tackling gegen Messi klappte und wenige Sekunden später flog Cubarsi durch die Luft. Enzo Fernandez sah völlig zurecht Gelb-Rot (90.+3). In Minute 98 folgte noch ein starker Freistoß von Yamal – Martinez rettete.
Späte Dramatik
Beim vermeintlichen 1:0 durch Joker Nico Williams wurde es für Schiedsrichter Vincic heikel – der VAR bestätigte das vorangegangene Foul. Beim Schussverhältnis von 19:0 hätte die überfällige Führung fallen müssen, aber auch Super-Joker Merino köpfelte daneben (103.).
Nach dem letzten Seitenwechsel und 106 Minuten war es so weit: Eine Porro-Flanke legte Williams per Kopf perfekt zurück. Ferran Torres rauschte heran und traf wuchtig unter die Latte.
Ein knappes Abseits verhinderte den Torres-Doppelpack (113.). Nach 117 Minuten zog Messi ab, Merinos Kopf war im Weg. Und in Minute 122 war das 1:1 doch nahe, Simeone schoss drüber.
Das Spiel zum Nachlesen im KURIER-Liveticker:
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