General Manager Andreas Blumauer, Trainer Alexander Schmidt und Präsident Helmut Schwarzl.

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Sport Fußball
08/04/2019

SKN-Transfersperre: "Wir wollten es unter Verschluss halten"

Erstmals sprach die St. Pöltner Führung über ihre Fehler. Bereits Ex-Trainer Popovic war im Jänner ein Leidtragender.

von Alexander Huber

Viel wurde getuschelt, viel wurde geschrieben. Klartext gesprochen wurde in St. Pölten über die peinliche Causa Transfersperre aber erst unmittelbar vor dem Spiel SKN - Rapid.

Erstmals gestand SKN-Präsident Schwarzl Fehler ein: "Wir wollten die Transfersperre unter Verschluss halten, weil sonst die Konkurrenz unsere Notsituation noch mehr ausnutzen hätte können. Ja, wir waren nicht ganz transparent."

Der härteste Vorwurf kam Samstagabend  - und wurde Sonntagnachmittag ebenso heftig abgestritten. Wie weltfussball.at berichtet, hätte der SKN St. Pölten die von der FIFA verhängte Transfersperre vier Monate lang geheim gehalten, ehe man damit im Jänner an die Öffentlichkeit ging.

Stimmt nicht, betont die gesamte SKN-Führung. Zwar wäre tatsächlich im Fall Keita am 14. September 2018 geurteilt worden. Allerdings wäre laut SKN das Urteil erst am 28. November an die Streitparteien überstellt worden.

Was dann passierte, war offensichtlich die komplett falsche Taktik. Die St. Pöltner hofften auf einen Antrag auf aufschiebende Wirkung. Die Sperre hätte erst ab Sommer 2019 gelten sollen, um im Winter noch den Kader zu verstärken. "Wir waren uns sicher, dass wir das Ganze aufschieben können", erklärt Schwarzl.

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Offensichtlich so sicher, dass auch der damalige Trainer Ranko Popovic im Unklaren gelassen wurde. "Die Transfersperre war nie ein Thema. Deswegen haben wir ja mit Spielern verhandelt und diese im Jänner auch getestet", sagt Popovic zum KURIER.

Unangenehme Situation

Erst rund um den 20. Jänner wurde intern reiner Tisch gemacht. Der SKN bekam die Botschaft, dass die Transfersperre gilt und nicht "aufgeschoben wird". "Alen Stevanovic war mein Wunschstürmer, er hat wegen mir bessere Angebote abgelehnt. Als ich ihm dann doch absagen musste, war das auch für mich unangenehm. Ich schäme mich heute noch dafür, wie das abgelaufen ist", sagt Popovic.

Und warum das ganze Theater? Laut SKN war ein Formalfehler der einzige Grund. Die FIFA hätte als beklagte Partei gleich zu Beginn der Beschwerde angeführt werden müssen. Weil das nicht so vollzogen wurde, hätte auch der CAS das Urteil nicht mehr aufheben dürfen.