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Sport Fußball
05/17/2020

Skandalderby und Causa LASK: Die größten Aufreger im Fußball

Der österreichische Fußball trieb in der Vergangenheit viele seltsame Blüten. Ein Blick auf einige Skandale der letzten 30 Jahre.

von Christoph Geiler

Eines muss man dem LASK lassen: Mit der Corona-Affäre schafften es die Linzer international in die Schlagzeilen. So titelte die Bild-Zeitung etwa "Skandal in Österreich. Muss der Spitzenreiter wegen eines Videos absteigen?". Der LASK hat jedenfalls bis Mitte kommender Woche die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zur Causa, das Urteil sollte noch vor dem Liga-Wiederbeginn am 2. Juni gefällt werden.

Es ist freilich nicht das erste Mal, dass der österreichische Fußball über die Landesgrenzen hinaus für Aufregung sorgt. Der KURIER wirft einen Blick auf die Skandale und Aufreger der Vergangenheit, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Die Rapid-Aktie

1991 ging der SK Rapid als erster österreichischer Fußballklub an die Börse und hoffte auf den großen Geldregen. Doch tatsächlich kam der Klub in die Traufe, nachdem der Banker und damalige Rapid-AG-Vorstand Michael Margules in den USA verhaftet wurde. Am Ende war Rapid nach dem Börsengang nicht reich, sondern praktisch pleite und musste von der Bank Austria vor der Insolvenz gerettet werden.

  • Das Alb-Dream-Team

Hans Krankl als Coach, Stars wie Peter Stöger, Sammy Sané, Harald Cerny und Manfred Schwabl auf dem Feld – kein Wunder, dass diese FC-Tirol-Mannschaft von 1994 als Dream Team bezeichnet wurde. Schon bald sollte freilich der Albtraum Wirklichkeit werden: Nur wenige Monate später folgte das böse Erwachen, als der damalige Klubchef Klaus Mair verhaftet und später auch verurteilt wurde.

  • Die filmreife Flucht

In den 1990er-Jahren erlebte der LASK mit Trainer Otto Baric und einem namhaften Team ein sportliches Hoch. Präsident war damals Wolfgang Rieger, der Gründer und Besitzer der gleichnamigen Privatbank, die 1998 in die Pleite schlitterte. Präsident Rieger flüchtete mit 100 Millionen Schilling an die Côte d’Azur, wo er sich später der Polizei stellte.

  • Das Skandaltor

Christian Mayrleb trat 2000 in Bregenz im Trikot der Wiener Austria die Fairplay-Regeln mit Füßen und verspielte viele Sympathien. Was war geschehen? Nachdem die Bregenzer den Ball wegen eines verletzten Spielers ins Out geschossen hatten, spielte ihn ein Austrianer in bewährter Manier zurück zum gegnerischen Tormann. Christian Mayrleb hielt sich nicht an die üblichen Vereinbarungen, der Stürmer schnappte sich den Ball und schob ihn ins Tor. Nach den berechtigten Protesten flogen zwei Bregenzer Spieler vom Platz, die Austria gewann mit 4:1. Der damalige Bundesliga-Chef Frank Stronach ordnete eine Neuaustragung der Partie an, das Wiederholungsspiel gewann Bregenz.

  • Die Tiroler Pleite

Ein Meister, der in der Versenkung verschwindet – das ist im europäischen Fußball wohl einzigartig. Als der FC Tirol 2002 zum dritten Mal in Folge den Titel holte, waren über dem Traditionsklub schon dunkle Wolken aufgezogen. Wenige Tage später wurde Manager Robert Hochstaffl verhaftet, der FC Tirol musste Konkurs anmelden und zwangsweise absteigen.

  • Das Skandalderby

Das 297. Wiener Derby ging durch einen Platzsturm als Skandalspiel in die Geschichte ein. 2011 musste die Partie im Hanappi-Stadion nach nicht einmal einer halben Stunde abgebrochen werden, nachdem Rapid-Fans beim Stand von 0:2 auf das Feld gerannt waren.

  • Falsches Spiel

Im Herbst 2013 brachte Dominique Taboga mit einer Selbstanzeige einen Stein ins Rollen. Der damalige Verteidiger des SV Grödig gab zu, an mehreren Spielmanipulationen beteiligt gewesen zu sein. Mit Sanel Kuljic wurde damals ein weiterer namhafter heimischer Fußballer verhaftet. 2016 veröffentlichte Taboga seine Autobiografie mit dem treffenden Titel "Schweres Foul".