© APA/AFP/POOL/DAVID RAMOS

Sport Fußball
05/31/2021

Sechs Titel in fünf Jahren: "Es gibt keinen besseren als Kanté"

Kleiner Mann ganz groß: Ein Franzose räumt ab und bleibt dennoch am Boden. Wieso alle N'Golo Kanté lieben.

von Andreas Heidenreich

Englischer Meister 2016 und 2017, FA-Cup-Sieger und Weltmeister 2018, Europa-League-Sieger 2019 und nun auch noch Champions-League-Sieger. Nur ein Triumph mit Frankreich bei der Europameisterschaft könnte die Karriere von N’Golo Kanté noch toppen. Er wurde von Spielern gleichermaßen zu Englands Fußballer des Jahres 2016/’17 gewählt wie von Journalisten. Keine Frage: Der 1,68 Meter kleine Mann vom FC Chelsea ist ein Riesenstar. Allerdings: Er verhält sich nicht wie einer.

Geschichten, die der Bescheidenheit des 30-Jährigen Ausdruck verleihen, gibt es zur Genüge. Ein kurzer Auszug: Kanté fährt keinen Luxusboliden, sondern kommt täglich mit einem weißen Mini-Cooper zum Training. Kanté musste nach dem WM-Titel 2018 von seinen Teamkollegen zum Foto mit dem goldenen Pokal gedrängt werden, nachdem er irgendwo auf dem Rasen gesessen war und allen anderen den Vortritt gelassen hatte.

Und am Besten: Laut dem Magazin Der Spiegel und der Football-Leaks-Veröffentlichungen weigerte sich Kanté nach seinem Wechsel von Leicester City zu Chelsea 2016, bei Steuertricks der Londoner mitzuspielen. Mit 6,7 Millionen Pfund im Jahr zahlt er jetzt mehr Steuern als etwa Amazon. 15 Millionen pro Jahr soll er seit einer Vertragsverlängerung verdienen.

Wenn es ein Fußballer wert ist, dann Kanté. Der in Paris geborene Sohn malischer Einwanderer läuft und läuft und läuft. Er ist ständig überall auf dem Feld zu finden. Ob am gegnerischen oder vor dem eigenen Strafraum: Überall geht der kleine Mann ins Pressing und gewinnt die Bälle für seine Mannschaft zurück.

Lobeshymnen

„Zwei Drittel der Erde sind von Wasser bedeckt, der Rest von N’Golo Kanté“, heißt es gar in England. Starcoach José Mourinho durfte den zentralen Mittelfeldspieler nie zu seiner Mannschaft zählen, sagt aber: „Falls ein Trainer vier oder fünf Kantés haben könnte, er würde vier oder fünf Plätze für sie freiräumen.“

Ob es einen besseren Spieler auf dieser Position auf der Welt gebe, wurde Chelseas Kapitän Cesar Azpilicueta nach dem Triumph in der Nacht auf Sonntag in Porto gefragt. „Einfache Antwort: Nein!“, sagte der Spanier. Und auch Thomas Tuchel kann sich glücklich schätzen. Bereits vor einem Jahr wollte der deutsche Trainer die Laufmaschine zu Paris Saint-Germain holen. Kanté winkte ab, weil er in London glücklich ist. Nun arbeiten die beiden eben in England zusammen.

Bis 2023 ist Kanté aktuell noch an Chelsea gebunden. Bis dahin geht sich noch der eine oder andere Titel aus.

Dabei war der 45-fache Nationalspieler so etwas wie ein Spätstarter. Erst mit 23 Jahren feierte er 2014 sein Debüt in der höchsten Liga Frankreichs. Davor war er gar nur zweit- oder sogar drittklassig unterwegs. Danach ging alles rasant. Von Caen wechselte er 2015 zu Leicester City. Ein Jahr später war er englischer Meister und kurz darauf Spieler von Chelsea. Der Rest ist bekannt. Was noch kommt? Abwarten. Vielleicht nur ein paar Wochen. Am 11. Juli steigt das EM-Finale.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.