Sport | Fußball
31.05.2018

Russische Presse: "Tschertschessows Ode der Mutlosigkeit"

Die 0:1-Niederlage der russischen Mannschaft gegen die ÖFB-Elf kam bei den Medien im WM-Gastgeberland gar nicht gut an.

Während in Österreich nach dem 1:0-Erfolg über Russland im ersten Match des Länderspiel-Dreierpacks vor allem Freude über den starken Auftritt von Franco Fodas Mannen herrscht, wird in Russland zwei Wochen vor dem WM-Auftakt Kritik an Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow und seiner Sbornaja laut.

So schrieb etwa der Kommersant vom "schlechtesten Match der russischen Nationalmannschaft seit langer Zeit". Es habe "keinen Willen, keinerlei Andeutung, dass man einen Sieg anstrebt, und Leere im Angriff" gegeben. "Nach solchen Begegnungen macht man sich echte Sorgen um die Mannschaft."

Noch einen Schritt weiter geht Sowjetski Sport, das der Mannschaft schlicht Versagen vorwirft. "Das hat gar nicht so sehr mit dem Ergebnis zu tun, sondern damit, was wir am Feld gesehen haben. Oder genauer gesagt damit, was mir nicht gesehen haben. Werden wir jetzt Asche auf unser Haupt schütten? Es bleibt zu hoffen, dass die Organisation der WM nicht zu unserem Versagen führt."

Kritik am Trainer statt am Team kommt unterdessen vom Online-Portal soccer.ru. Das Spiel sei "Tschertschessows Ode der Mutlosigkeit" gewesen. "Das erste Problem der russischen Nationalmannschaft besteht darin, dass ihr sturer Trainer die Gegner nicht studiert und ihm pädagogisches Talent fehlt. Österreich ist kein Brasilien oder Frankreich, und es gibt keine Notwendigkeit, gegen die österreichische Mannschaft noch vor Beginn des Spiels zu verlieren."