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Sport Fußball
08/11/2020

Rassismus-Verdacht: Schwere Vorwürfe gegen Bayern-Mitarbeiter

Ein langjähriger Mitarbeiter des Bayern-Nachwuchszentrums sieht sich mit Rassismus- und Sadismus-Vorwürfen konfrontiert.

Der FC Bayern München betont öffentlich immer wieder, wie wichtig ihm Toleranz und Vielfalt sind. Man bekannte sich etwa mit Aktionen "Rot gegen Rassismus" auch zur Black-Lives-Matter-Bewegung. Nun soll es aber ausgerechnet in der Nachwuchsabteilung des deutschen Rekordmeisters - in der Spieler aus aller Welt ausgebildet werden - zu rassistischen Vorfällen gekommen sein. Das berichtet das WDR-Hintergrundmagazin "Sport inside" am Dienstag.

Demnach sollen gegen einen Mitarbeiter der Bayern schwere Vorwürfe erhoben worden sein. Dieser ist schon lange bei den Münchnern aktiv, unter anderem als Trainer in der Jugendabteilung. Wie "Sport inside" berichtet, gibt es interne Chat-Protokolle, in denen sich ein Teilnehmer mit dem Namen des besagten Mitarbeiters mehrfach rassistisch äußert. So fällt unter anderem mehrfach der Begriff "Neger", zudem werden Spieler als "Drecks Türke" oder "Kanake" bezeichnet. 

Bayern spricht von "Privat-Fehde"

Der Verein selbst bestätigte dem WDR "interne Untersuchungen". Die zitierten Chatverläufe sollen zwar bereits zwei Jahre alt sein, nachdem zuletzt aber mehrere Trainer des Bayern-Campus das Nachwuchsleistungszentrum verließen, gerieten diese an die Öffentlichkeit. Interne Kritik am Verhalten des Mannes habe es zudem laut WRD schon länger gegeben, dieser soll aber von der Campus-Leitung geschützt worden sein. Betroffene Eltern und auch Trainer bestätigten dem WDR viele der Vorwürfe. 

Zudem soll es von namentlich nicht genannten Eltern von Kindern des Leistungszentrums anonyme Schreiben an die Verantwortlichen des FC Bayern gegeben haben, in denen sich der oder die Absender über das Verhalten des Jugendtrainers beschweren. Die Kritik beinhaltet dabei nicht nur rassistisches Verhalten, sondern auch einen homophoben Umgangston und sadistische Trainingsmethoden. 

Der Verein bestätigte dem WDR zwar die Existenz dieser Briefe, sprach aber von einem einzelnen Absender und davon, dass sich die "in den anonymen Briefen erhobenen Vorwürfe" nicht bestätigt hätten. Es soll sich demnach um eine "Art Privat-Fehde" handeln. Laut "Sport inside" soll es aber zahlreiche Kritiker geben. Auf die konkreten rassistischen Inhalte ging der Verein gegenüber dem WDR zwar nicht ein, teilte aber mit, dass sie "Gegenstand einer internen Untersuchung" seien.

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