Warum Ex-Rapid-Trainer Stöger seinen 60er nicht in Hütteldorf feiert
Peter Stöger
Am Ostersonntag sehen Rapid – Sturm Graz aus disziplinärem Grund um 8.000 Menschen weniger als dies beim letzten Match zwischen Grün- und Schwarz-Weiß am Allerseelentag der Fall war. Aber die Sperre des Block West ist nicht der einzige gravierende Unterschied zum 2. 11. 2025.
Als Rapid zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten die Grazer Titelverteidiger schlug, saß noch Peter Stöger auf Rapids Trainerbank. Kurz später war er in Hütteldorf schon wieder Geschichte. So wie bald auf Grazer Seite Jürgen Säumel.
Nach endgültig erfolgter Rapid-Vertragsauflösung analysierte Stöger, bevor er im TV-Champions-League-Einsatz sein wird, am Karsamstag aus den Auhofstudios aus in bekannt sachlich-fachlicher Art bereits nationale Spiele für Sky.
Per Zug nach Tirol
Die Auhofstudios sind nur vier Kilometer vom Rapid-Stadion entfernt, das Stöger zu Ostern nicht besucht. Umweltbewusst fuhr der Wiener per Zug sofort nach seinem TV-Auftritt wieder „heim“ Richtung Tirol.
In Tux, im hintersten Zillertal, hat er sich mit Lebenspartnerin Ulli angesiedelt. In 1.300 Metern atmen die beiden permanent Höhenluft. Dort wurde Schneeschaufeln für sie zuletzt zum Konditionstraining.
Spätberufen
Die Rastkogel-Bahnen befinden sich direkt vor Stögers Haustür. Und wurden vom 65-fachen Fußball-Internationalen heuer zu 25 Skitagen („Meine Ulli kam auf doppelt so viele“) genutzt. Erst mit 38 war Stöger erstmals auf Bretteln gestanden. „Inzwischen komm’ i überall runter, ohne dass man zu lang auf mich warten muss.“
Auch am 11. April will Stöger lieber im Tiroler Frühlingsschnee Skifahren als in Wien groß feiern. Obwohl er an besagtem Tag 60 Jahre alt wird.
Als 56-Jähriger stand Stöger, zumal Austrias letzter Meistermacher und später in Köln und Dortmund angesehener Trainerlegionär gewesen, zunächst ganz oben auf der ÖFB-Wunschliste. Der Vertrag schien unterschriftsreif. Ehe der Deutsche Ralf Rangnick wider Erwarten Ja zu A sagte.
Wie davor für Andreas Herzog reichte es somit für Stöger nur zur Rolle eines Konjunktiv-Teamchefs. Und wie bei dem im öffentlichen plus privaten TV omnipräsenten Herzog, 57, deutet auch bei Stöger viel darauf hin, dass er mit der Trainerkarriere abgeschlossen hat. Stöger verneint nicht: „Ich sehe meine Zukunft eher als Sportdirektor.“ So denken auch jüngere Alt-Internationale, weil das Trainer-Dasein immer mehr zum Kurzzeitjob verkommt.
Kommentare