Rapid: Warum nach 10 Wochen zu sehen ist, was Hoff Thorup trainiert
Hoff Thorup (r.) und Rapid feierten zwei Siege in Folge gegen Salzburg, so wie zuletzt 1995.
Wie viele Wochen dauert es, bis das zu sehen ist, was einem Chefcoach im Training als besonders wichtig gilt? Wann kann von einer Handschrift des Übungsleiters gesprochen werden?
Im Fall von Johannes Hoff Thorup lautet die Antwort: Zehn Wochen.
68 Tage nachdem der Däne das erste Training von Rapid geleitet hatte, war beim 1:0 in Salzburg erstmals über viele Spielphasen zu sehen, was der 37-Jährige intensiv trainieren lässt.
Schon beim Start hatte Hoff Thorup auf einen flachen Spielaufbau über Tormann Hedl und seine damals noch ebenso verunsicherten Vorderleute gepocht.
Kapitaler Fehlstart mit Risikopässen
Während Ex-Coach Peter Stöger dieses Risiko vermeiden wollte, ermutigte der Neue die Hütteldorfer immer wieder. Auch wenn der anspruchsvolle Ansatz in Ried im Cup (0:3) und im Derby (0:2) kapital schiefging.
Auf eine KURIER-Frage, ob sein Weg in einer gnadenlos auf Fehler wartenden Liga der richtige wäre, antwortete Hoff Thorup deutlich.
„Wir müssen nur noch etwas besser werden. Dann werden die Gegner Probleme mit diesem Stil bekommen. Die Spieler dafür haben wir“, sagte der Chefcoach damals.
Beim 1:0 gegen Salzburg fiel der Treffer durch Antiste nach einem flachen Abstoß von Hedl und einem Angriff über 90 Meter.
Und der entscheidende Angriff in Salzburg, der – ebenso eingeleitet von Hedl, nach vielen Stationen und etwas Risiko – mit der Roten Karte für Gadou und dem Freistoßtor von Matthias Seidl endete, war sogar schon beim Trainingslager Ende Jänner in Spanien als Übung zu sehen.
Viele Standards im Training
Das Tor selbst wird als Standardsituation verbucht, das ist der zweite große Schwerpunkt. Bei jedem der regelmäßigen KURIER-Lokalaugenscheine beim Training wurden Standardsituationen geübt.
Teilweise zwischen intensiven Blöcken, jedenfalls öfter als früher.
Drei Standardtore in Serie
Die erste Standardsituation in Hütteldorf brachte gegen Salzburg Ahoussous Kopfballtor – der VAR kassierte den Treffer ein. Es gibt Bilder, die ein Abseits fraglich erscheinen lassen, weil ein (von der Gegenseite betrachtet) verdecktes Salzburger Bein zu sehen ist.
War Ahoussou tatsächlich im Abseits?
Der erste ruhende Ball in Salzburg brachte Schöllers 0:1 – wieder zählte der Treffer nicht, erneut sind die Bilder zu diversen vorhergehenden Handspielen nicht eindeutig.
Seidl, immer für Überstunden zu haben, erzählt, dass er nach dem Abschlusstraining noch einen Freistoß im Kreuzeck versenkt hatte. Das Trainerteam ermunterte den Kapitän, es auch in Salzburg so zu versuchen.
Seidls Schuss wurde schließlich ins Tor abgefälscht.
Trotz großer Fortschritte beim Spielaufbau und den Offensivstandards weiß Hoff Thorup: „Wir haben noch sehr viel zu lernen.“
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