Gegen zehn Salzburger: Rapid feiert historischen Sieg
Vor einer Woche war Rapid mit einem Bein noch in der Qualigruppe, jetzt sind die Hütteldorfer mittendrin im Titelkampf. Die Grün-Weißen feierten im 20. Versuch ihren ersten Sieg in Salzburg seit August 2015.
Als Belohnung für den 1:0-Erfolg zog Rapid in der Tabelle an den Bullen vorbei. In Salzburg geht die Talfahrt hingegen weiter. Zum ersten Mal überhaupt verlor man den Auftakt in die Meistergruppe.
Und zum vierten Mal in Folge blieb Salzburg ohne Torerfolg.
Kein Beton
Eines war schnell zu erkennen: Beton anmischen war nicht das, was Rapid anstrebte. Wurmbrand gab in einer flotten Anfangsphase schon früh den ersten Warnschuss ab, Keeper Schlager war aber hellwach (2.).
Die Gäste versuchten es mit einer Fünferkette in der Abwehr, die in Ballbesitz schnell zu einer Dreierkette schrumpfte, weil Bolla rechts und Horn links vorrückten. Das funktionierte zunächst gut, einzig Salzburgs Konate kam zunächst einmal durch, der Winkel wurde für den Ivorer aber dann doch zu spitz (4.).
Bei den Hausherren feierte Youngster Lukic (19) im Mittelfeld sein Startelf-Debüt in der Bundesliga. Die spielbestimmende Mannschaft waren zunächst aber die Wiener – sehr zur Freude der gut 1.000 mitgereisten Fans.
Ladehemmung
Die größte Chance auf die Führung hatten aber dann die Hausherren. Nach einer Alajbegovic-Flanke scheiterte Konate zunächst an Cvetkovic auf der Linie und im Nachschuss an Hedl (26.). Das erste Mal, dass die Rapid-Abwehr nicht ganz auf der Höhe wirkte.
Und Salzburgs Offensive zeigte wie schon in den letzten Spielen, dass Effizienz nicht ihre größte Stärke ist.
Salzburg bekam jetzt aber mehr Zugriff – auch wenn die Mitteln nicht immer die feinsten waren. Beispiel: Rapid hatte den Ball ins Out gespielt, damit ein Salzburger behandelt werden konnte. Anstatt das Spielgerät danach zu den Grün-Weißen zurückzuspielen, schoss Konate den Ball direkt neben der Eckfahne ins Out.
Nach kurzer Aufregung ging es weiter. Wenig später probierte es Diabate aus knapp 20 Metern und verfehlte nur knapp (35.).
Gerade, als Salzburg das Kommando an sich zu reißen schien, jubelten plötzlich die Gäste. Schöller hatte nach einem Eckball getroffen, das Tor zählte jedoch nicht, Schiedsrichter Hameter hatte ein Handspiel gesehen, wurde vom VAR bestätigt (39.). Eine knifflige Entscheidung, war in der Zeitlupe doch auch ein Handspiel von Verteidiger Gadou zu sehen.
Salzburg durfte sich glücklich schätzen, dass es keinen Elfmeter gab.
Trikottausch
Die zweite Halbzeit ging mit einem vorzeitigen Leiberltausch los. Cvetkovic und Raux-Yao hatten die Trikots vertauscht. Schiedsrichter Hameter forderte sie auf, dies zu korrigieren. Auch wenn die Verwechslungsgefahr gering war.
Für die ersten gefährlichen Szenen sorgte Rapid. Zunächst vergab Weimann per Kopf die große Chance auf die Führung (58.), dann machte Wurmbrand einen haken zu viel und scheiterte aus spitzem Winkel an Schlager (60.).
Salzburg wollte unbedingt, das war zu merken. Doch Rapid machte geschickt dicht, die Hausherren fanden keinen Weg durch die Abwehr.
Rapid blieb aber auch mutig im Spiel nach vorne. Und das wurde belohnt. Bei einem weiten Ball blieb Schlager im Tor, Nosa Dahl wurde von Gadou zurückgehalten, wofür der Franzose Rot sah (67.).
Rot für Salzburg, Tor für Rapid
Doch es kam noch schlimmer für Salzburg. Seidl versenkte den Freistoß zum 1:0, der Ball wurde abgefälscht, Schlager war machtlos (69.).
In der Folge war Rapid dem 2:0 näher als die zehn Salzburger dem Ausgleich. Weil Krätzig vergab (94.), dauert die Salzburger Torflaute jetzt schon 360 Minuten, und Rapid feierte einen verdienten Sieg.
Kommentare