Nach Sieg in Salzburg: "Rapid muss um den Titel kämpfen können"

Rapid darf leise vom Titel träumen, Salzburg stürzt tiefer ins Tal der Tränen.
Rapid-Trainer Hoff Thorup

Und plötzlich ist die grün-weiße Welt wieder in Ordnung. Vor gut einer Woche musste Rapid noch um die Meistergruppe zittern, jetzt, zwei 1:0-Siege gegen Salzburg später, ist man plötzlich wieder mittendrin im Rennen um den Meistertitel. Nach dem historischen Sieg in Salzburg - es war der erste seit August 2015 - liegt man in der Tabelle auf Rang drei. Drei Punkte hinter Leader Sturm und gleichauf mit dem LASK, aber vor Salzburg und der Austria.

Klar, dass sich Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup nach dem Schlusspfiff in Salzburg zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht präsentierte. Er sah sogar noch eine Steigerung zur Vorwoche: "Wir haben die gute Defensive vom letzten Spiel mitgenommen und waren offensiv viel besser. Ich schätze die Spieler, weil sie genau den Matchplan verfolgt haben.“ Routinier Andreas Weimann nickte zustimmend: "Seitdem ich hier bin, war das unser bestes Spiel."

Kunstschütze Seidl

Kapitän und Goldtorschütze Matthias Seidl war überglücklich und erzählte: "Beim Training habe ich auch einen Freistoß geschossen, und der ist genau ins Kreuzeck gegangen. Da hat der Co-Trainer gesagt, dass wäre im Match auch gut. So schön war er dann nicht, war etwas abgefälscht. Aber Tor ist Tor, und das zählt.“

Hoff Thorup lobte seine Spieler: "Ich sehe, dass das Team besser wird, das ist die Hauptsache." Bei seiner Ankunft habe es noch viele negative Punkte gegeben, viele davon habe man hinter sich lassen können. Wieder kann Weimann nur zustimmen: "Die letzten Wochen hatten wir einen Riesendruck, der ist jetzt weg."

Rapid ein Titelkandidat?

Aber was bedeutet das jetzt? Kann Rapid tatsächlich um den Titel mitspielen? Hoff Thorup: "Wir müssen noch viel verbessern. Aber dieser Klub muss um den Titel kämpfen können." Weimann dazu: "Wir wollen einfach so weitermachen. Wir können nur gewinnen."

Der Titel ist in Salzburg zwar immer das Ziel, aber derzeit gerade gar kein Thema. Der einstige Serienmeister steckt in der Krise. Die letzten drei Pflichtspiele hat man verloren, sieglos ist man seit vier Partien. Und: Erstmals in der Red-Bull-Ära hat man vier Spiele in Folge kein Tor erzielt. Kein Wunder, dass Trainer Daniel Beichler von einer "Mega-Enttäuschung" sprach.

Salzburg-Trainer Daniel Beichler

Salzburg-Trainer Daniel Beichler

"Rot und dann so ein abgefälschtes Ding ist mehr als bitter", haderte Verteidiger Frans Krätzig, "es ist eine gemeinsame schwere Zeit, die wir grad über die letzten vier Spiele haben. Da muss man Zusammenhalt zeigen." Und wie kommt man da wieder raus? "Mit brutaler Arbeit", glaubt Beichler zu wissen. Es reiche nicht, unter der Woche gut zu trainieren, "wir müssen am Wochenende performen".

Tore erzwingen

Wenn man keine Tore schießt, kann man allerdings keine Spiele gewinnen, dass weiß auch der Trainer. Er glaubt weiter an seine Offensiv-Spieler, fordert aber auch mehr Kaltschnäuzigkeit. "Wir wollen vielleicht zu häufig zu schöne Tore schießen. Schöne Tore zählen aber auch nicht mehr. Wir müssen es auch erzwingen."

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