Warum Hoff Thorup den Druck hochhält und bei Rapid Veränderungen will

Vor dem Wiedersehen mit Salzburg: Rapid-Trainer Hoff Thorup nennt seine drei Säulen für langfristigen Erfolg und meint es ernst mit dem Wandel in Hütteldorf.
SOCCER - BL, Rapid vs RBS

Vor einem Jahr gewann Rapid in der 22. Runde mit 3:0 gegen den GAK, schaffte es damit in die Top 6, schnaufte kurz durch – und startete die Meistergruppe mit einem verdienten 0:2 gegen Salzburg. Der damalige Rapid-Trainer Klauß wunderte sich über das „Fehlen an Energie“ im Heimspiel.

Vor zwei Jahren zitterte sich Rapid mit einem 1:1 in Klagenfurt gerade noch in die Top 6, atmete tief durch – und startete mit einem enttäuschenden 0:0 im Heimspiel gegen den bereits fünf Spiele sieglosen LASK.

Auch heuer war die riesige Erleichterung in Hütteldorf spürbar, als mit dem 1:0 gegen Salzburg auf den letzten Drücker die Meistergruppe fixiert wurde. „Ich gratuliere Mannschaft und Trainer, wie sie mit der Situation und dem Druck umgegangen sind“, sagt Sportchef Markus Katzer.

Rapid-Sportchef Katzer (mit Geschäftsführer Hofmann)

In der Kritik: Rapid-Sportchef Katzer (mit Geschäftsführer Hofmann) 

Zeit für Entspannung? 

Also wieder alles gut – und vielleicht zu entspannt – vor dem Auftakt in Salzburg am Sonntag?

„Ich habe schon gespürt, dass das für den Verein eine riesige Sache war. Aber wir haben keine Champagnerflaschen geköpft“, sagt Johannes Hoff Thorup, der nordisch kühl bleibt.

„Wer mit Druck nicht umgehen kann, hat im Fußball-Business auf Dauer nichts verloren“, betont Hoff Thorup. Der Coach verzichtete auf allzu großes Lob: „Es war ein großer Kampf, aber spielerisch müssen wir viel besser werden. Wir müssen noch viel lernen, um jede Woche abliefern zu können.“

Kurzfristig geht es um Salzburg, mit den Rückkehrern Amane und Schöller, aber wahrscheinlich weiter ohne Bolla.

Und viele Wochen ohne Nunoo, den Hoff Thorup als „größte positive Überraschung“ seiner ersten zehn Wochen nennt: „Daniel hatte keine Erfahrung, aber so viel frische Energie. Er hatte großen Anteil an den Verbesserungen.“

TRAININGSSTART SK RAPID WIEN: HOFF THORUP

SOKO Verletzungsserie

Mittelfristig geht es dem Dänen um viel mehr als einzelne Personalfragen. Der 37-Jährige bringt sich in vielen Aspekten des Vereins ein, wie vom KURIER berichtet will er auch der jahrelangen Verletzungsmisere auf den Grund gehen.

Katzer sagt: „Mit mehr Verfügbarkeit, vor allem bei Offensivspielern, wären wir erfolgreicher. Um die Details und vielen Daten noch genauer zu analysieren, ist Alex Steinbichler jetzt näher beim Trainerteam und der Mannschaft.“ Der Sportwissenschafter war bei den vielen Vizemeistertiteln hinter Red Bull Athletiktrainer und ist seit 2022 im Klub „Head of Sport Performance“.

Steinbichler bestätigt einen engen und positiven Austausch mit Hoff Thorup.

Rapid-Trainer Hoff Thorup

Rapid-Trainer Hoff Thorup

Drei Säulen für Erfolg

Der Chefcoach nennt „culture, environment, performance“ als die drei für ihn wichtigsten Säulen, um das Fundament für langfristigen Erfolg aufzubauen.

Damit meint er erstens die Vereinskultur, also das tägliche Miteinander. Die Spieler verbringen jetzt mehr gemeinsame Stunden im Trainingszentrum im Prater.

Zweitens sieht der Däne in der Umgebung der Profis im Verein Verbesserungsmöglichkeiten. „Der Trainer eckt öfters an, teilweise bewusst“, sagt eine Führungskraft zum KURIER.

Deutliche Worte 

Wenn ihm etwas nicht passt, sagt er es deutlich. So hörte am Donnerstag ein Freund eines Co-Trainers am Spielfeldrand sehr schnell, dass beim Standardtraining keine Videoaufnahmen geduldet werden. Und als bei der anschließenden Pressekonferenz laute Musik aus einem Nebenzimmer tönte, unterbrach Hoff Thorup die PK. Vom Cheftrainer persönlich hörten die Nachwuchsspieler, dass sie noch fünf Minuten Ruhe geben sollten.

Eindeutig ist, drittens, die Performance. Hoff Thorup: „Die Leistung wird langfristig stimmen, wenn wir jeden Tag hart dafür arbeiten und rundherum alles dafür ausrichten.“

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