Wie Rapid-Trainer Hoff Thorup Antworten auf die Standardfrage sucht

Johannes Hoff Thorup beim Rapid-Training
Im Cup-Viertelfinale tritt Rapid bei den Standardkönigen in Ried an. Vor der Premiere verrät Trainer Hoff Thorup seinen Zugang zu den wichtigen ruhenden Bällen.

Diese Woche ist es so weit: Mit dem ÖFB-Cupviertelfinale verabschiedet sich Österreichs Bundesliga aus dem Winterschlaf. Je näher die vier Partien (LASK – Blau Weiß, Ried – Rapid, Altach – Sturm und WAC – Salzburg) rücken, umso mehr Zeit wird in das Training von Standardsituationen investiert werden.

Außer in Ried: Im Innviertel ist das Üben der Standards bis hin zu unterschiedlichen Einwurf-Varianten übers ganze Jahr ein wesentlicher, zeitintensiver Teil des Trainings, wie Routinier Ante Bajic im KURIER-Gespräch im Herbst bestätigt hat.

Aufsteiger als Nr. 1 der Liga 

Mit Erfolg: Während im Profifußball rund 30 Prozent aller Tore aus ruhenden Bällen fallen, hat der Aufsteiger als einziges Team der Liga mehr als die Hälfte der Treffer nach Standards bejubelt. Konkret: 12 von 23.

Vier Gegentore kassierte das Team von Max Senft aus ruhenden Bällen – ergibt den Liga-Bestwert von plus acht.

Passend dazu gelangen auch beim historischen 2:1 in Hütteldorf – dem ersten Liga-Auswärtssieg bei Rapid im 44. Versuch – beide Tore aus Standardsituationen. Der zwischenzeitliche Ausgleich nach einem Einwurf, der Siegtreffer per Penalty.

FUSSBALL/BUNDESLIGA/ADMIRAL BUNDESLIGA/16. RUNDE/.FUSSBALL-BUNDESLIGA: SK RAPID - SV OBERBANK RIED

Rieder Spezialität

„Für Ried sind im Liga-Vergleich Standards am wichtigsten“, sagt Johannes Hoff Thorup.

Der neue Rapid-Coach hat vor dem Trainingsstart alle Spiele der Wiener analysiert und ist naturgemäß auf die Spezialität des Senft-Teams gestoßen.

FUSSBALL: ADMIRAL BUNDESLIGA/ 11. RUNDE: SV OBERBANK RIED - SK RAPID WIEN

Weil es Ried ganz offensichtlich auch darauf anlegt, möglichst viele Standards in der gegnerischen Hälfte zu lukrieren, ist bei den Oberösterreichern die Nettospielzeit mit 46 Minuten und 19 Sekunden oder 47,4 Prozent der Spielzeit am geringsten.

Bei Spitzenreiter Hartberg werden knapp 56 Minuten Fußball geboten.

Hoff Thorup sieht einen Liga-Schwerpunkt: „Ich habe viele Teams gesehen, die auf Standards spielen. Deswegen wird es eine wichtige Aufgabe, dass wir sie so oft wie möglich verhindern. Die Standards, die es dann doch gibt, müssen mit klarem Plan verteidigt werden.“

TRAININGSSTART SK RAPID WIEN: HOFF THORUP

Der 36-Jährige verrät im KURIER-Gespräch die Aufteilung der Verantwortung im Trainerteam. „Tormanntrainer Jürgen Macho bleibt für die Defensivstandards zuständig, da wurde 2025 großartig gearbeitet. Ich habe bis auf dieses 1:2 gegen Ried kaum Gegentore aus ruhenden Bällen gesehen“, betont Hoff Thorup.

Teamlösung gesucht

Für die Offensivstandards ist nach dem Abgang von Daniel Seper nun Luka Pavlovic zuständig.

„Und Co-Trainer Alan Arac ist überall dabei“, sagt der Däne, der seinen Zugang erklärt: „Ich will viele Verantwortliche, und ich werde nie sagen: ,Du bist schuld‘, wenn etwas nicht passt. Wir werden gemeinsam versuchen, es dann besser zu machen.“

Weltweit am besten macht es für Hoff Thorup übrigens Arsenal: „Sie sind bei Offensivstandards top“. 

Einfach kopieren könnte Rapid die Varianten der Gunners nicht: „Wir schauen uns international um, kopieren aber nichts, weil es immer um die Spielertypen geht, die zur Verfügung stehen.“

Ein Fußballspieler von Rapid Wien schießt den Ball bei einem Play-off-Spiel gegen den LASK.

Dass Rapid zwar keinen Spezialisten wie Rieds Havenaar, aber einige „Leuchttürme“ hat, gefällt dem Neuen.

Obwohl drei Wochen nach Amtsantritt noch viel für das neue 4-3-3-System einzuüben ist, wurde vor der Premiere in Ried auch viel Zeit für das Üben der ruhenden Bälle reserviert: „Es ist sehr wichtig für uns, Standards gut zu trainieren.“

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