Rapid-Kapitän Seidl: "Vier Schweinstore wären mir lieber gewesen"
Wieder mehr zu lachen? Matthias Seidl setzt auf den Neustart.
Wenn Matthias Seidl über Rapid spricht, fällt ein Wort auffallend oft: Konstanz. „Bisher war es so, dass es viele Hochs gegeben hat, teils mit Euphorie rundherum, und dann schnell wieder ein Tief. Aber keine Konstanz“, sagt der Kapitän.
Zur mittlerweile vierjährigen Absenz von den Top 3 in der Endtabelle sagt der noch bis Samstag 24-Jährige: „Mit Top-Leistungen können wir alle schlagen, das haben wir bewiesen. Aber das bringt nicht viel, wenn es eine Woche so und eine Woche so ist. Wir brauchen eine extreme Konstanz über Monate.“
Dabei war der Salzburger selbst die Konstanz in Reinform. Bereits im August – nach nur 26 Monaten und so schnell wie noch nie ein Rapidler – hat der Dauerläufer den 100. Pflichtspieleinsatz ohne Pause gefeiert.
Bis heute musste der Spielmacher nie verletzt passen.
Plus: 18 Scorerpunkte waren im Jahr 2025 mit Abstand der Bestwert bei Rapid.
Und doch muss auch Seidl auf einen gelungenen Neustart mit Johannes Hoff Thorup hoffen.
„Ein neues Trainerteam ist auch eine Riesenchance. Dass es in unserer Lage mit der Auslosung nicht leicht wird, ist allen bewusst“, sagt er mit Blick auf das Cup-Viertelfinale in Ried und Platz 7 in der Tabelle.
„Extrem schwierig“
Dass die Mannschaft im Herbst „kein eingeschworener Haufen war“, wie Routinier Grgic im KURIER verriet, lässt Seidl seufzen: „Das war extrem schwierig. Wir haben wirklich alles versucht, auf verschiedene Arten. Teilweise hat es sich intern angefühlt, als würde es funktionieren, aber der Erfolg ist nicht zurückgekommen.“
Der Start unter Hoff Thorup stimmt zuversichtlich: „Mir ist gleich aufgefallen, dass der Trainer mit seiner Art viele Spieler abholt. Das kann schon was Cooles werden. Er will mit uns Schritt für Schritt vorgehen, damit wirklich jeder alles mitkriegt.“
Auf Englisch, natürlich.
"Matti ist am ehesten ein Zehner"
Über die im Herbst oft etwas defensivere Rolle des achtfachen Teamspielers sagt der Däne: „Matti ist am ehesten ein Zehner. Ein Läufer, der zwischen die Räume gehen kann. Er ist am besten, wenn er näher an den Stürmern dran ist.“
Dass Seidl überhaupt von Blau Weiß Linz zu Rapid kam, lag an einer der seltenen Meinungsverschiedenheiten des Sturm-Erfolgsduos Schicker – Ilzer. Sportchef Schicker verhandelte den Transfer im Frühjahr 2023 aus, doch Ilzer sah in der Mittelfeldraute keine passende Position.
Deswegen konnte Rapid aktiv werden und die fixe Ablöse um nur 400.000 Euro ziehen.
Kein Inlandstransfer
Als Sturm 2025 wieder anklopfte, gab es einen Korb von Rapid. Ebenso für den WAC, als dort noch Trainer Kühbauer im Amt war.
Einem Verkauf würde nur ins Ausland zugestimmt werden, Anfragen gibt es laut KURIER-Recherchen immer wieder.
Ist es mit einem Transfer vielleicht im Sommer, ein Jahr vor Vertragsende, so weit? Seidl erklärt: „Im Fußball sollte man nie ,nie‘ sagen. Aber jetzt bin ich auf ein möglichst erfolgreiches Frühjahr mit Rapid fokussiert.“
Kraftvoll: Matthias Seidl hat in 25 Monaten kein einziges Rapid-Spiel verpasst.
Denn dann wäre nach der EM-Teilnahme auch eine Reise zur WM 2026 möglich.
„Teamchef Rangnick hat einmal den Kontakt mit mir aufgenommen, als ich nicht mehr nominiert wurde.“ Der Deutsche versicherte Seidl, dass er weiter auf seiner Liste stehen würde: „Das Nationalteam ist nicht weg aus meinem Kopf. Es kann bis zur WM noch so viel passieren.“
Vielleicht noch so ein Freistoß wie beim „Tor des Jahres“ gegen Sturm, beim bisher letzten Sieg am 2. November. Seidl schmunzelt und sagt mit Überzeugung: „Vier Schweinstore wären mit lieber gewesen als der eine perfekte Freistoß.“
Lugano-Stürmer Koutsias - ein Rapid-Kandidat?
Kandidat Koutsias?
Bei der laufenden Stürmersuche nach dem Mbuyi-Out kommt aus der Schweiz ein Hinweis auf einen Kandidaten. Der "Blick" berichtet, dass Georgios Koutsias nach Hütteldorf kommen könnte.
Der 21-jährige Grieche gelang zuletzt weltweit in die Schlagzeilen, als er bei einem Testspiel von Mitspieler (!) Behrens körperlich attackiert und übel beschimpft wurde.
Lugano gab Behrens eine hohe Geldstrafe, der deutsche Stürmer entschuldigte sich. Koutsias könnte dennoch einen neuen Verein suchen.
Was aber nicht stimmen kann, ist das kolportierte Angebot "über zwei bis drei Millionen Franken". Rapid hätte derzeit gar nicht das Kapital für so einen großen Einkauf. Theoretisch möglich wäre eine Leihe.
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