Rapid-Routinier Lukas Grgic: "Wir waren kein eingeschworener Haufen"

Rapid-Routinier Lukas Grgic
Klartext von Lukas Grgic: Der Rapid-Rackerer spricht über gesundheitliche Probleme, die Krisen, Änderungen von Trainer Hoff Thorup und Ziele fürs Frühjahr.

Für Lukas Grgic gab es im Herbst bis auf die Geburt seiner Tochter wenig Grund zur Freude. Oft angeschlagen oder krank konnte der 30-Jährige beim rasanten Absturz von Rapid kaum helfen.

Im KURIER-Interview verrät der Mittelfeld-Rackerer aus Wels die Hintergründe und erklärt, warum es 2026 mit dem neuen Trainer Johannes Hoff Thorup bergauf gehen soll.

KURIER: Wie erleben Sie Trainer Hoff Thorup?

Lukas Grgic: Er ist sehr klar in den Ansagen, er gibt neue Impulse. Es wird viel mit Videos gearbeitet, es ist sehr strukturiert. Die taktische Disziplin ist ihm sehr wichtig. Die Detailarbeit im Trainingslager wird spannend, da kommt einiges auf uns zu. Auf jede Einheit gibt es Vorfreude. Egal, ob im Schnee, oder dann in der Sonne.

FUSSBALL: CONFERENCE LEAGUE / QUALIFIKATION / 2. RUNDE / RÜCKSPIEL: SK RAPID - DECIC TUZI

Ist Englisch als Amtssprache ein Problem?

Nein. Ich habe das schon bei Hajduk erlebt, obwohl wir viele Kroaten hatten. Das Englisch des Trainers ist überragend. Bei einzelnen Sätzen tu’ ich mir manchmal schwer, aber seine Kernbotschaften kommen immer an.

PK SK RAPID PRÄSENTATION DES NEUEN CHEFTRAINERS JOHANNES HOFF THORUP

Rapid war im Herbst keine Einheit. Was ändert der Trainer in diesem Bereich?

Wir verbringen jetzt noch mehr Zeit miteinander. Es ist auch unsere Aufgabe, dass wir enger zusammenrücken, uns mehr mit den Mitspielern beschäftigen, kommunizieren und einfach stärker füreinander da sind. Wir waren leider kein eingeschworener Haufen.

Warum eigentlich?

So wie ich für die anfänglichen Erfolge 100 Gründe nennen könnte, gibt es diese dafür auch. Grundsätzlich ist es leichter, im Erfolg ein Team zu sein, als wenn du eine Woche nach der anderen nur verlierst.

Wenn Sie an das Jahr 2025 denken ...

... fühlt es sich an wie zwei oder drei Jahre. Ein ständiges Auf und Ab. Es gab Highlights, wie das finale 3:0 gegen den LASK, Platz eins in der Tabelle oder den Einzug in die Ligaphase. Aber die Krisen waren für den Verein wie für den Kader eine Riesenchallenge.

Wenn ich es so hart formulieren darf: Sie waren im Herbst keine Hilfe.

Ja, ich bin ja selbst mein härtester Kritiker und weiß, dass diese Halbsaison weniger gut war. Ich habe auch gespürt, wie mich Peter Stöger gebraucht hätte, aber ich nicht voll da war. Ich war zu viel mit mir und meinen Baustellen beschäftigt.

Warum sind Sie so oft mit unterschiedlichen Problemen ausgefallen?

Zum Teil war es Pech. Entscheidend ist, dass wir es aufarbeiten konnten. Da möchte ich den tollen Rapid-Ärzten danken.

Warum?

Weil ich keine Zahnschmerzen hatte, sie mich aber trotzdem zum Zahnarzt geschickt haben. Tatsächlich wurde eine versteckte Entzündung entdeckt, der Zahn wurde gezogen. Dass ich im Frühjahr Probleme hatte und im Sommer drei Wochen mit einer Viruserkrankung ausgefallen bin, erscheint dadurch auch in anderem Licht. Ich bin zuversichtlich, dass jetzt alles passt und ich am Weg zu 100 Prozent Fitness bin.

Ein Lukas Grgic ohne 100 Prozent Fitness ...

... bringt nicht viel. Dribblanski werd’ ich keiner mehr. Ich brauche Fitness, Energie und Aggressivität für mein Spiel. Wenn ich das alles auf den Platz bringe, bin ich für Rapid eine Hilfe.

Martin Ndzie war ebenfalls nicht voll fit und war bislang als Zuschauer beim Afrikacup. Für Sie geht im geplanten 4-3-3-System als Solo-Sechser eine Tür weit auf.

Ich gebe jeden Tag Gas. Mein Fokus liegt darauf, mich zu empfehlen.

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Glauben Sie noch an eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages?

Wenn ich wieder wie früher verlässlich Leistung bringe, wird es sicher später auch Gespräche geben. Als Mannschaft müssen wir ans Limit. Dass die Lage ernst ist, wurde allen bewusst.

Trauen Sie sich nach dem turbulenten Jahr 2025 eine sportliche Prognose zu?

Bitte nicht, ich will keine Floskeln raushauen (lacht). Klar ist, dass wir schon in drei Wochen beim Cup in Ried voll da sein müssen.

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