Sport | Fußball
27.10.2018

Rapid-Präsident Krammer nimmt die Spieler ins Visier

Der verärgerte Klubchef Michael Krammer hat genug und kündigt Konsequenzen für die Spieler an.

Noch in der Nacht nach dem 0:5 in Villarreal gab es bei Rapid eine Krisensitzung. Am Flughafen Castellón machte Präsident Michael Krammer vor dem Rückflug sowohl seinen Ärger als auch die Schlüsse aus dem zweiten peinlichen Auftritt innerhalb von nur sechs Tagen öffentlich.

In einer Brandrede nahm Krammer erstmals die Spieler ins Visier: „Es wird Konsequenzen geben. Diese Mannschaft hat innerhalb von zweieinhalb Jahren genug Trainer verbraucht. Damit ist jetzt Schluss.“

Auch Sportdirektor Fredy Bickel wird aus der Schusslinie genommen: „Es geht um Lösungen, nicht um die Suche nach Sündenböcken, die schuld sein sollen. Wir müssen an der Grundsituation etwas ändern, dafür bekommt die gesamte sportliche Leitung 100 Prozent Unterstützung, Rückendeckung und die nötige Zeit.“

Kühbauer "kein Populist"

Der Vereinsboss ortet vielmehr ein Mentalitätsproblem als eines der Qualität: „Es kann nur noch die Mannschaft richten. Und da droht einigen ein böses Erwachen, Karriereknick inklusive.“

Trainer Didi Kühbauer will nicht sofort, also bereits am Sonntag gegen die Admira (14.30 Uhr), alles umdrehen: „Ich will kein Populist sein. Öffentlich würde ich wahrscheinlich gewinnen, wenn ich die halbe Mannschaft auf die Tribüne setze, aber das will ich nicht.“

Mit Krammer wurde vielmehr besprochen, dass ab sofort genau beobachtet wird, wer für einander einsteht. Kapitän Stefan Schwab hat nach dem 0:5 angedeutet, dass „es intern einen Haufen Probleme zu lösen gibt“.

Es gehe nicht darum, dem idealisierten Bild von elf Freunden nachzuhängen. Sondern auf dem Feld alles füreinander und für den Erfolg zu tun. „Wer das nicht ab sofort befolgt, wird nicht mehr dabei sein. Egal, wie er heißt, woher er kommt, oder wie viel er gekostet hat“, kündigt Krammer an.

Schlüsselspiel

Gegen die Admira wartet ein richtungsweisendes Spiel: Einerseits kann mit einem Sieg der Kontakt zu den Top 6 wiederhergestellt werden, andererseits könnte sogar der Fall auf den letzten Platz drohen. „Nach so einer Schlappe ist es gut, gleich mit einem Spiel Wiedergutmachung betreiben zu können. Andererseits wäre mehr Zeit für das Beheben von wesentlichen Problemen hilfreich“, weiß Kühbauer um die aktuelle Zwickmühle.

Klar ist: Wenn Rapid nicht schleunigst an Kompaktheit zulegt, droht am Mittwoch auch das Aus im Cup-Achtelfinale in Wolfsberg.