Schöller bei Rapid: Nächster Anlauf für den schnellen Hoffnungsträger
Schöller (l.) verteidigt wieder für Rapid
Die Hütteldorfer Hochschaubahn der Gefühle ist für Johannes Hoff Thorup zwar neu, lässt den Dänen aber dennoch kalt. Natürlich hat der Chefcoach mitbekommen, dass nur zwei Wochen, nachdem der Verein um die Top 6 gezittert hat, von den Chancen auf den Meistertitel geredet wird.
Trotzdem, beeinflussen lässt sich Hoff Thorup davon vor dem Schlager gegen den LASK am Sonntag (17 Uhr) nicht: „Ich bin Skandinavier. Bei mir schlagen die Emotionen weder nach oben noch nach unten kräftig aus.“
Heikkinen scoutet künftige Rapidler
So war es auch sechs Jahre lang beim Finnen Markus Heikkinen zu sehen. Der für Rapid-Verhältnisse außergewöhnlich starke Sechser ließ sich ab 2007 in 217 Spielen kaum aus der Ruhe bringen.
Jetzt kehrt Heikkinen in neuer Rolle zurück: Der 47-Jährige wurde von Sportchef Markus Katzer als zusätzlicher Scout verpflichtet.
Stets begehrt
Keine besonderen Scoutingfähigkeiten waren nötig, um das Talent von Jakob Schöller zu entdecken. Ausnahmslos jeder Coach, der den mittlerweile 20-Jährigen trainiert hat, spricht von außergewöhnlichen Fähigkeiten und einem in Österreich seltenen Gesamtpaket.
Deswegen gab es auch nur wenige Einsätze nach dem Transfer 2024 (um 500.000 Euro von der Admira) ein Millionenangebot aus dem Ausland. Rapid lehnte ab, konnte aber nie dauerhaft auf den Innenverteidiger zurückgreifen.
„Ist das Leiberl mit dem Zehner noch frei für Jakob?“, fragte Peter Stöger im Trainingslager nach einer famosen Einheit von Schöller. Am nächsten Tag folgte eine schwere Muskelverletzung.
Schöller: „Warum trifft es immer mich?“
„Warum trifft es immer mich?“, fragte sich Schöller nach einer der vielen Verletzungen. Da der U21-Teamspieler sehr professionell lebt und stets andere Körperstellen betroffen waren, könnte es auch schlicht Pech sein.
Genau zum Trainerwechsel kam die Einberufung zum Präsenzdienst. „Ich konnte in der ersten Woche gar nicht trainieren, und dann waren die Profis im Trainingslager in Spanien“, erinnert sich Schöller an die deprimierende Wintervorbereitung.
Als er sich in den Kader gekämpft hatte und in Altach erstmals eingewechselt wurde, folgte beim 1:1 der nächste Rückschlag: „Ich habe meine erste Rote Karte überhaupt kassiert. Umso dankbarer bin ich dem Trainerteam, dass ich nach der Sperre gleich von Beginn an in Salzburg spielen durfte.“
Noch nicht bei 100 %
Im Training – Grgic ist wieder dabei, Yusuf Demir noch nicht – fühlt sich der Hoffnungsträger „wohl, aber bei 100 % bin ich noch nicht“.
Gegen die extrem schnellen LASK-Stürmer Usor und Adeniran sollte Schöllers Tempo helfen. Mit gemessenen 37 km/h zählt der 1,90-m-Mann zu den schnellsten Spielern der Liga. Bei Rapid sind nur Raux-Yao und Dahl vergleichbare Sprinter.
„Jakob ist nicht nur mit den Beinen flink, sondern auch im Kopf“, lobt Hoff Thorup den Rechtsfuß, der für den gewollt riskanten Spielaufbau unter Druck auch die nötige Technik mitbringt.
Es bleibt nur eine Frage offen: Bleibt Jakob Schöller diesmal dauerhaft fit?
Kommentare