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Sport Fußball
03/02/2019

Rapid führt St. Pölten bei Kühbauer-"Heimkehr" vor

Erstmals kehrte Kühbauer als Rapid-Trainer an die alte Wirkungsstätte zurück - seine Hütteldorfer schlugen den SKN mit 4:0.

von Alexander Huber

Die mit dem Frühjahrsstart neu erwachte Hoffnung trieb die Rapid-Fans zu Tausenden nach St. Pölten. Insgesamt 7195 Zuschauer füllten die NV-Arena fast zur Gänze. Zu sehen gab es nach der besten Saisonleistung in einem Ligaspiel beim 2:0 gegen Salzburg den stärksten Auftritt in einer Partie, die (nur offiziell) als Auswärtsspiel in der Statistik aufscheint.

4:0 siegte Rapid gegen den SKN, den nur noch der „Kühbauer-Bonus“ in den Top 6 hält. Der nunmehrige Rapid-Trainer Didi Kühbauer hatte gleich vier seiner fünf Mittelfeldspieler gewechselt: Für die Gesperrten (Schwab, Martic) kamen wie erwartet Srdjan Grahovac und im Bruderduell gegen den von Kühbauer entdeckten Robert der um ein Jahr ältere Dejan Ljubicic ins Zentrum. An den Flügeln mussten Berisha und Schobesberger Platz machen für Thomas Murg und Andrei Ivan. Zusammen mit den Stürmern Badji und Alar versammelte sich also viel Offensiv-Qualität auf der Bank.

In St. Pölten ist Ranko Popovic mittlerweile auf die von Kühbauer bevorzugte Dreierkette mit Luca Meisl, Luan und Daniel Drescher zurückgekehrt. Aus dem Trio wurde bei Ballbesitz von Rapid eine Fünferkette – und das war zu Beginn fast durchgehend so. Der SKN lief im 5-4-1 beherzt, aber hauptsächlich hinten nach.

Mit Ansage

Auf dem Weg zum ersten Corner stachelte Murg die ohnehin schon sehr lauten Rapid-Fans noch einmal an. Als hätte er gewusst, dass er gleich das erste Ligator von Andrija Pavlovic vorlegen sollte. Der Serbe setzte sich mit beachtlichem Luftstand gegen Drescher durch und köpfelte zum 0:1 ein (17.).

Nur drei Minuten später hätte Ivan nach Ljubicic-Pass nachlegen können. Im Eins-gegen-Eins blieb Riegler der Sieger. In Minute 29 lief Pavlovic allein auf den SKN-Kapitän zu. Der Heber aus 20 Metern war zwar nett anzuschauen, ging aber daneben.

Erst danach kam St. Pölten ins Spiel. Drescher fiel auf Murg und verletzte den Rapidler am Knöchel. Weil Schobesberger noch nicht so weit war, mussten die Gäste in Unterzahl verteidigen. Eldis Bajrami verbuchte den ersten Schussversuch (41.).

Nur eine Chance

Plötzlich wackelten die Hütteldorfer. Dejan Ljubicic zog im Zweikampf mit dem Bruderherz zurück, auf den Pass von Robert folgte ein Treffer von René Gartler – allerdings aus Abseitsposition. Gartler wartet weiter auf sein 50. Liga-Tor. Mit Nr. 49 hat der Ex-Rapidler dafür gesorgt, dass Kühbauer zum Rapid-Trainer werden konnte: Es war der Führungstreffer beim 2:0 in Hütteldorf.

Gezählt hat der Treffer auf der Gegenseite. Nach einem umstrittenen Pfiff landete ein Schobesberger-Freistoß bei Hofmann, der per Kopf verlängerte. Dejan Ljubicic hatte sich freigelaufen und köpfelte ein – 0:2 (45.).

Fußball, St. Poelten - Rapid

Aus dem Spiel heraus trafen die Wiener erst nach der Pause, dafür aber erneut mit einem Kandidaten für das Tor des Monats. Nach einem Ballgewinn legte Schobesberger den Turbo ein, umkurvte Drescher und flankte perfekt. Der mitgesprintete Christoph Knasmüllner nickte ein (52.).

Klasseunterschied

In Minute 68 legte erneut Schobesberger vor, diesmal per Corner. Mario Sonnleitner verwertete mit dem Knie via Latte – 0:4. Als Hofmann per Ferse Riegler forderte und Knasmüllner den Ball an die Latte lupfte, schien der Zirkus in der Stadt zu sein. Und der SKN? War chancenlos.

Für Rapid weisen hingegen drei Standardtore den Weg Richtung Top 6. Vor den Spielen von Sturm und Austria liegen die Hütteldorfer nur noch einen Punkt hinter dem plötzlich wieder realistischen Ziel Meistergruppe.