2015 wurde in Schweden noch gefeiert – nun analysierte Windtner mit Koller das Jahr 2016.

© APA/ROBERT JAEGER

Leo Windtner
03/22/2017

ÖFB-Präsident Windtner: "Wir müssen einiges verändern"

Der ÖFB-Präsident über das EM-Jahr 2016, das Nationalstadion-Projekt und die Ligareform.

von Christoph Geiler

Vor dem WM-Qualifikationsspiel am Freitag gegen die Republik Moldau spricht Leo Windtner über ...

... das Moldau-Match "Jeder weiß, dass das ein entscheidendes Spiel ist. Ich gehe einmal davon aus, dass wir nach dem wirklich sensationellen Jahr 2015 und dem leichten Durchhänger 2016 wieder in die Gänge finden."

... das EM-Jahr 2016 "Grundsätzlich war das 2016er-Jahr eines der erfolgreichsten in der Geschichte des ÖFB. Mit den Damen, die jetzt erstmals bei einer EM dabei sind, mit den U-17- und U-19-Teams, Damen wie Herren, die sich für Endrunden qualifizieren konnten, mit vier Prozent Zuwachs bei den aktiven Spielern. Das passt rundherum, aber wir wissen natürlich auch, dass das Nationalteam mit seinen Leistungen und Ergebnissen die Stimmung taktet und beeinflusst. Und das ist leider nicht so gelaufen, sowohl in Frankreich als auch in den meisten Quali-Spielen."

... Konsequenzen aus dem Jahr 2016 "Wir haben die Winterpause genutzt, um an einigen Stellschrauben zu drehen. Ich habe auch dem Teamchef gesagt: Nur mit der Rückbesinnung auf die tollen Zeiten werden wir in der Qualifikation nichts erreichen. Wir müssen einiges verändern. Deshalb habe ich ihm den Leoparden von Lampedusa ("Il Gattopardo" des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Anm.) zitiert: Da heißt es: ,Und wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie wir es lieben, dann müssen wir sofort beginnen, alles zu verändern.‘ Wir können nicht alles verändern, aber das eine oder andere muss gemacht werden. Wir haben das auch mit dem Teamchef ausdiskutiert."

... das leidige Stadionthema "Es gibt bei der UEFA keinen, der nicht sagt, dass Wien als Schauplatz super wäre. Aber das hilft alles nichts, wenn du ein Stadion hast, das nicht mehr State of the Art ist. Da bist du verloren. Wenn im Happel-Stadion nicht bald etwas geschieht, dann wird’s kritisch."

... ein neues Nationalstadion "Es macht nur Sinn, wenn etwas Neues geschaffen wird. Alles andere wäre nur Makulatur, sonst kriegen wir kein wettbewerbsfähiges Stadion zusammen. Wir stehen vergleichsweise schlecht da: In Warschau gibt es ein tolles Nationalstadion, in Budapest wird grad eines gebaut, die Ukraine, die Slowakei – alle haben moderne Stadien. Es wäre jetzt Zeit, mit einem Neubau einen epochalen Schritt zu setzen."

... die Sportpolitik in Österreich "Ich bin hocherfreut darüber, wie sich Hans Peter Doskozil einsetzt. Er ist in meiner Ära der erste Sportminister, dem der Sport wirklich ein Anliegen ist. Wir sind in Österreich in Sachen Sport-Infrastruktur weit zurückgefallen. Ob das jetzt im Schwimmen ist, ob das die Leichtathletikanlagen sind. Da sind uns andere Länder weit voraus."

... Die Aufstockung der WM auf 48 Teams "Der Fußball bekommt dadurch eine größere Breite, deshalb stehe ich dem positiv gegenüber. Was aber klar sein muss: Europa muss mindestens drei Startplätze dazubekommen (derzeit sind es 13, Anm.). Und wenn es dann wirklich bei der WM 16 Dreiergruppen geben sollte, dann darf in jeder Gruppe nur ein Vertreter aus Europa sein."

... die anstehende Liga-Reform "Es ist gut, dass einmal etwas geschehen ist. Die zweite Liga war ja zur Hälfte morbid, da wäre keine Meisterschaft mehr zusammengekommen. Daher war der Handlungsbedarf wirklich akut. Das Play-off, das es oben gibt, kann durchaus reizvoll sein."

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