Sport | Fußball 29.01.2013

ÖFB: Koller holt Hosiner

© Bild: apa

Der Austria-Goalgetter wurde erstmals von Coach Koller für das ÖFB-Team nominiert.

Philipp Hosiner hat erstmals unter ÖFB-Teamchef Marcel Koller den Sprung in die österreichische Fußball-Nationalmannschaft geschafft. Der Austria-Goalgetter, der am 7. Oktober 2011 unter Interimstrainer Willi Ruttensteiner im EM-Quali-Auswärtsmatch gegen Aserbaidschan sein bisher einziges Länderspiel bestritt und dabei in der 88. Minute eingewechselt wurde, scheint im 23-Mann-Kader für das Testspiel am 6. Februar in Swansea gegen Wales auf. Ansonsten verzichtete der Coach auf Änderungen im Vergleich zur bisher letzten Partie am 14. November des Vorjahres (0:3 in Linz gegen die Elfenbeinküste).

Hosiner präsentierte sich in der Herbstsaison mit 21 Treffern als der überragende Stürmer in der Bundesliga, dennoch hatte Koller lange auf eine Nominierung des 23-Jährigen verzichtet. "Aber er hat es sich jetzt mit seinen Toren verdient, dabei zu sein", erklärte der Nationaltrainer, der dem Burgenländer den Vorzug gegenüber Guido Burgstaller gab.

Trotz der Hosiner-Einberufung betonte Koller einmal mehr, dass es auch künftig nur marginale Kaderänderungen geben werde. "Prinzipiell ist es schwierig, ins Nationalteam zu kommen, weil wir die aktuelle Gruppe forcieren. Den einen oder anderen kann es immer erwischen, aber vier oder fünf Neue wird es nicht geben, weil wir von dieser Gruppe überzeugt sind."

Treuebekenntnis

Durch dieses Treuebekenntnis dürfen sich wohl auch jene Kicker ihres ÖFB-Leiberls sicher sein, die bei ihren Klubs wenig bis gar nicht zum Einsatz kommen. "Wir können nicht davon ausgehen, dass jeder Legionär immer spielt. So gut sind wir auch wieder nicht", sagte Koller.

Mit fehlender Spielpraxis haben derzeit einige Teamspieler zu kämpfen - so etwa der zuletzt angeschlagene Marc Janko. "Ich habe sehr viel Geduld", erklärte der Teamchef, als er auf die mangelnde Einsatzzeit des Trabzonspor-Angreifers angesprochen wurde.

Emanuel Pogatetz war in den vergangenen Monaten ausschließlich Reservist, diese Situation könnte sich nun aber durch den Wechsel von Wolfsburg zu West Ham ändern. "Wenn er regelmäßig zum Einsatz kommt, ist das positiv für die Nationalmannschaft. Ich denke, er wird schnell drin sein, er kennt die Insel und die Mentalität", sagte Koller über den Innenverteidiger.

Mehr Sorgen bereitet dem Schweizer im Moment die körperliche Verfassung von György Garics. Der Rechtsverteidiger von Bologna musste zuletzt wegen einer Muskelverletzung passen, ob er rechtzeitig für die Wales-Partie fit wird, ist noch offen.

Definitiv kein Thema für das erste Länderspiel des Jahres ist Alexander Manninger, obwohl der Goalie zuletzt bei Augsburg starke Leistungen zeigte. "Ich habe das 0:0 gegen Schalke gesehen, da hat er gut gehalten. Aber wenn ein Spieler seinen Nationalteam-Rücktritt bekannt gegeben hat, ist es grundsätzlich schwierig. Wir werden ihn weiter beobachten, und wenn wir Probleme bekommen, werde ich bei ihm nachfragen", erklärte Koller und ergänzte, dass auch Ingolstadt-Schlussmann Ramazan Özcan im ÖFB-Blickfeld stehe.

Steigerungsbedarf gegen Wales

Vorerst bekommt allerdings der Stammkader die Chance, sich für die enttäuschende Darbietung beim 0:3 gegen die Elfenbeinküste zu rehabilitieren. "Dieses Match war nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Leistung her nicht gut. Das werden wir noch einmal besprechen", kündigte Koller an.

Gegen die Afrikaner bekamen einige ÖFB-Reservisten die Chance, in Wales jedoch könnte im Hinblick auf das WM-Qualifikationsspiel am 26. März in Dublin gegen Irland wieder die erste Garnitur zum Einsatz kommen, auch wenn sich Koller diesbezüglich bedeckt hielt. "Unser Ziel ist es, eine starke Mannschaft aufs Feld zu bringen und einen guten Start zu haben."

Der Teamchef analysierte per DVD bereits vier Spiele der Waliser rund um Top-Star Gareth Bale (Koller: "Ein überragender Spieler") und stellte dabei Ähnlichkeiten mit den Iren fest, was etwa die körperbetonte Spielweise betrifft. "Außerdem sind die Waliser sehr kompakt und defensiv stabil. Es wird schwierig, ihnen Tore zu schießen."

Gerade im Abschluss ortet der 52-Jährige den größten Steigerungsbedarf bei seinen Schützlingen. "Verbessern müssen wir uns vor allem beim Toreschießen", betonte Koller, der weiterhin auf eine Teilnahme an der WM 2014 hofft. "Ein gutes Jahr wäre es dann, wenn wir im November noch dabei sind." Im kommenden November werden die Play-offs um die letzten Tickets für die Endrunde in Brasilien ausgetragen.

Tor: Robert Almer (Fortuna Düsseldorf/ 6 Länderspiele)
Lukas Königshofer (Rapid Wien/0)
Heinz Lindner ( Austria Wien/2)

Abwehr: Aleksandar Dragovic (FC Basel/18/0 Tore)
Christian Fuchs (FC Schalke 04/51/1)
György Garics (Bologna/30/1)
Florian Klein (Red Bull Salzburg/13/0)
Emanuel Pogatetz (West Ham United/52/2)
Sebastian Prödl (Werder Bremen/38/3)
Franz Schiemer (Red BullSalzburg/23/4)
Markus Suttner ( Austria Wien/5/0)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern München/21/1)
Marko Arnautovic (Werder Bremen/23/7)
Julian Baumgartlinger (1.FSV Mainz 05/25/0)
Martin Harnik (VfB Stuttgart/34/8)
Andreas Ivanschitz (1.FSV Mainz 05/59/10)
Jakob Jantscher (Dynamo Moskau/14/1)
Zlatko Junuzovic (Werder Bremen/23/3)
Veli Kavlak (Besiktas Istanbul/22/1)
Christoph Leitgeb (Red Bull Salzburg/23/0)

Angriff: Philipp Hosiner (Austria Wien/1/0)
Marc Janko (Trabzonspor/31/13)
Andreas Weimann (Aston Villa/2/0)

Auf Abruf: Thomas Gebauer (SV Ried/0) - Martin Hinteregger (Red Bull Salzburg/0), Manuel Ortlechner (Austria Wien/8/0), Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg/2/0), Guido Burgstaller (Rapid Wien/5/0), Alexander Gorgon (Austria Wien/0), Yasin Pehlivan (Gaziantepspor/17/0), Patrick Bürger (SV Mattersburg/2/0), Rubin Okotie (SK Sturm Graz/5/0), Marcel Sabitzer (Rapid Wien/1/0)

Erstellt am 29.01.2013