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Sport Fußball
10/05/2020

ÖFB-Geschäftsführer: "Corona erhöht Kosten um siebenstelligen Betrag"

ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold über die Corona-Krise und die Europameisterschaft 2021.

von Alexander Strecha

Gute Planung ist in diesen Zeiten kaum möglich, nicht nur für den Teamchef. Auch, was die Trainingslager betrifft, ist hohe Improvisationskunst gefragt. So fallen für die anstehenden Länderspiele acht Spieler aus, darunter mit Cican Stankovic und Alexander Schlager zwei Torhüter. Auch Routinier Andreas Ulmer fehlt wegen der Corona-Misere bei Salzburg. Nachnominiert wurden die Goalies Torhüter Heinz Lindner und Jörg Siebenhandl (die Nr. 1 dürfte Pavao Pervan sein), sowie Maximilian Ullmann und Gernot Trauner.

Am Mittwoch testet man gegen Griechenland vor 3.000 Zuschauern, ehe man in der Nations League in Nordirland und Rumänien gastiert. Der ÖFB ist aufgrund der Corona-Auflagen zusätzlich gefordert. Geschäftsführer Bernhard Neuhold über die weniger feine Situation:

KURIER: Wie mühsam ist mittlerweile die Organisation von Teamcamps und Länderspielen mit all den Corona-Auflagen der UEFA und der örtlichen Behörden?

Bernhard Neuhold: Es ist herausfordernd. Die drei Länderspiele sind das eine, die Covid-Auflagen sind natürlich ein Mehraufwand. Eine zusätzliche Hürde, der wir uns stellen müssen.

Wie viele Covid-Tests müssen Spieler und Betreuer über sich ergehen lassen?

Zwei freiwillige Testungen vor dem Zusammentreffen und beim Check-in, danach gibt es noch die drei von der UEFA verpflichtend vorgeschriebenen Tests.

Wie hoch sind die Mehrkosten für den ÖFB?

Wir haben eine Hochrechnung für den Herbst aufgestellt – für das für A-Team, das Frauen-Team und das U-21-Team. Inkludiert sind Charterflüge, PCR-Testungen, diverse Maßnahmen in den Hotels wie Einzelzimmer-Belegung. Insgesamt erhöht Corona zusätzliche Kosten um einen siebenstelligen Betrag. Parallel sinken die Erlöse.

Ist ein Länderspiel mittlerweile ein Verlustgeschäft?

Nein, so weit ist es nicht. Aber die Einnahmen sind definitiv deutlicher geringer.

3.000 Zuschauer sind in Klagenfurt zugelassen. Wer bekommt die Karten?

In erster Linie wollen wir die treuen Fanklubs, sowie Sponsorvertreter und Partner berücksichtigen, denen wir vertraglich verpflichtet sind.

Geht es nicht darum, Sponsoren günstig zu stimmen mit Tickets, um Verträge aufrecht zu erhalten?

Natürlich ist das eine unserer Prioritäten. Wir sind den Partnern zu Dank verpflichtet, weil wir durch Corona nicht alle unsere Verpflichtungen einhalten konnten.

Wie hoch ist der Verlust im Vergleich zur vollen Arena?

Man muss einrechnen, dass die Kostensituation auch eine andere ist. Aber wir verlieren einen Umsatz von rund 500.000 Euro.

Bernhard Neuhold

Wann rechnen Sie mit Länderspielen vor vollen Rängen?

Das ist schwer vorherzusehen. Ich gehe nicht davon aus, dass wir im März bei der WM-Qualifikation ein volles Stadion sehen werden. Die Corona-Situation wird sich in den kommenden Monaten nicht maßgeblich verbessern. Vielleicht stellt der Sommer 2021 mit der EURO einen Wendepunkt dar.

Ist die Umsetzung der EURO realistisch?

Auch das ist schwer zu prognostizieren. Ich denke schon, dass man das Turnier durchführen kann. Erschwerend kommt natürlich der Faktor Zuschauer hinzu, vor allem, weil in zwölf verschiedenen Städten gespielt wird.

Der Europacup wurde mit Finalturnieren fertig gespielt. Wäre das ein Plan B für die EURO?

Das muss die UEFA entscheiden. Uns sind solche Pläne nicht bekannt. In Zeiten wie diesen muss man aber flexibel sein.

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