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Rangnick vor Jordanien: "Wir müssen auch richtig Spaß haben"

Teamchef Ralf Rangnick bei der Pressekonferenz vor dem WM-Auftakt: "Wenn wir das auf den Platz bringen, mache ich mir keine Sorgen."
Ralf Rangnick

Etwas mehr als 24 Stunden vor dem Anpfiff von Österreichs erstem WM-Spiel seit 28 Jahren machte Teamchef Ralf Rangnick und sein Team Bekanntschaft mit dem Stadion der San Francisco 49ers in Santa Clara. 65.000 Fans werden erwartet in der Arena, die knapp 69.000 Menschen Platz bietet.

Über die Bedingungen gab es nicht viel zu sagen. Perfekter Rasen. "Noch ein bisschen hart ist er", empfand David Alaba und hoffte auf Bewässerung. Teamchef Rangnick füge hinzu: "Der Rasen hat Golfplatz-ähnliche Züge." So weit, so gut.

"Als ob es ein Endspiel wäre"

Österreichs Protagonisten vermittelten am Tag vor dem so wichtigen Spiel vollen Fokus. "Wir werden das Spiel so bestreiten, als ob es ein Endspiel wäre", sagt Rangnick. Man kennt den Gegner und ist gewarnt vor schnellen Kontern der Jordanier. "Sie locken den Gegner gerne an und spielen dann mit langen Bällen gerne schnelle Gegenstöße."

Österreichs Team ist auch deshalb gewarnt, weil genau das Absichern dieser Konter nicht so gut funktioniert hat im letzten Test gegen Tunesien am 1. Juni in Wien. Rangnick hat keine Bedenken, dass sein Team wieder diese Schwächen zeigen könnte. "Das war genau das Thema, das sich durch die letzten zehn Trainingstage gezogen hat. Wir haben noch einmal aufgezeigt, was wir gegen Tunesien nicht so gut gemacht haben und in den letzten drei Trainingseinheiten vollen Fokus darauf gelegt. Wenn wir das so auf den Platz bringen, wie im Training, dann mache ich mir absolut keine Sorgen", so der Teamchef.

Die Aufstellung ist klar

Was die Aufstellung betrifft, hat das Team ohnehin längst Klarheit. Er habe die Aufstellung seit Donnerstag im Kopf, so Rangnick, seit Samstag kennt sie die Mannschaft.

Ob die bisherigen, teils überraschenden Ergebnisse bei dieser WM ein Warnschuss wären? "Ich glaube nicht, dass meine Mannschaft einen Warnschuss gebraucht hat. Die wissen, was für ein Gegner auf uns zukommt. Wenn die Ergebnisse etwas gezeigt haben, dann, wieviel man noch auf Favoritenrollen zählen kann heutzutage."

Es gebe niemanden in seinem Team, der das Spiel oder den Gegner Jordanien auf die leichte Schulter nehme, so Rangnick. "Niemand glaubt, wir können das im Vorbeigehen gewinnen."

Eine Neuheit sind jedenfalls für beide Teams die Trinkpausen nach etwa 22 Minuten. Die bisherigen WM-Spiele haben auch gezeigt, dass diese Unterbrechungen für Teams, die gerade dominieren, ein Nachteil sein können, weil die Pausen den Spielfluss stören. "Die Cooling breaks können Vor- und Nachteile haben", sagt auch Kapitän David Alaba. "Aber darüber haben wir uns nicht wirklich Gedanken gemacht."

NBA-Finals als Vorbereitung

Teamchef Rangnick sieht einen Vorteil darin. "Weil wir als Trainerteam auf die Mannschaft einwirken können." Der Deutsche zieht Vergleiche zu anderen Teamsportarten wie etwa Handball oder Basketball, wo diese Unterbrechungen längst normal seien. "Wir haben zuletzt auch das letzte NBA-Finalspiel gesehen. Da waren noch 28,8 Sekunden auf der Uhr und die haben wegen der Unterbrechungen dann 20 Minuten gedauert", so der Teamchef.

Fußballspiele dauern ohnehin seit einigen Jahren aufgrund der VAR-Checks und Nachspielzeiten länger, als früher. Irgendwann gegen 23 Uhr Ortszeit wird der Schiedsrichter in Santa Clara dann abpfeifen. Als Devise gab Rangnick schließlich aus: "Wir müssen da zwischen 21 und 23 Uhr auch richtig Spaß haben."

Auch er selbst wolle seine persönliche WM-Premiere genießen. "Ich möchte das auch ein Stück weit innerlich feiern können. Und es liegt an uns, dass wir auch nach dem Spiel feiern können."

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