ÖFB-Frauen verlieren nach starker erster Hälfte mit 1:5 in Deutschland
ÖFB-Verteidigerin Hanshaw im Duell mit der Torschützin Anyomi
Österreich muss im dritten Spiel der WM-Qualifikation die dritte Niederlage einstecken. Gegen Deutschland schlugen sich die ÖFB-Frauen vor gut 24.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Nürnberg vor allem eine Hälfte lang gut, doch am Ende fixierten die Deutschen mit einem 5:1-Sieg den ersten Platz in der Qualigruppe A4.
Eine gute kollektive Mannschaftsleistung der Österreicherinnen in den ersten 45 Minuten zeigte, was möglich ist. Doch das Team von Alexander Schriebl konnte das Tempo und die Konzentration offenbar nicht über 90 Minuten durchhalten und musste am Ende viel zu einfache Gegentreffer einstecken.
Kompakte Österreicherinnen in Hälfte eins
Die Österreicherinnen starteten kompakt und konzentriert, fanden schnell ins Spiel. Mit Eileen Campbell im Sturm und Chiara D'Angelo und Claudia Wenger in der Abwehr kamen drei neue Kräfte ins Spiel.
Ungewöhnlich wurde mit Fünferkette gespielt. Doch diese Formation schien den Deutschen das Leben schwer zu machen, die zuletzt 4:0 gegen Norwegen und 5:0 gegen Slowenien gewonnen hatten. Vor allem das Zentrum machte die Mannschaft von Teamchef Alexander Schriebl gut dicht, man zwang die DFB-Stars rund um Giulia Gwinn und Jule Brand immer auf die Außenbahnen. Nach zehn Minuten kamen sie zu den ersten Abschlüssen, als Nicole Anyomi ein Laufduell mit Virginia Kirchberger gewann bzw. als Saskia Nüsken zum Weitschuss kam.
In Minute 17 kam der Treffer durch Anyomi nach einem Eckball. Torfrau Mariella El Sherif hatte zunächst den Kopfball von Knaak pariert, doch Minge legte nach, bevor Anyomi den Ball über die Linie drückte. Bis dahin zeigte sich Österreich im tiefen Block, sehr defensiv und gut im Umschalten. Auch wenn die Vorstöße von Österreich zunächst zu ungefährlich oder nicht gut getimt waren.
Deutschland schaffte sich mit viel Bewegung und guten Laufwegen immer wieder etwas Raum in der kompakten österreichischen Abwehr und war außerdem bei Standardsituationen stark. Auch, wenn die Deutschen nach einer halben Stunde auf Kapitänin Gwinn verzichten mussten, die bei einem Zweikampf gegen Brunnthaler unglücklich auf die Schulter gefallen war. Sie hatten wie erwartet klare Vorteile im Ballbesitz, doch die Österreicherinnen hielten stark dagegen, wurden beim Umschalten immer stärker, weil immer mehr Offensivspielerinnen nachrückten.
Die beste Gelegenheit auf den Ausgleich nach Melanie Brunnthaler nach einem Konter am Ende der ersten Hälfte (45.+1).
Mehr Platz für die Deutschen in Hälfte zwei
In Hälfte zwei mussten die Österreicherinnen früh den zweiten Gegenschlag einstecken (53.), als die Flanke von rechts auf Vivien Endemann im Fünfmeterraum kam. Danach taumelten die ÖFB-Frauen, die Deutschen fanden immer mehr Räume vor. Man überließ den Österreicherinnen mehr Ballbesitz und zwang diese dadurch auch, höher zu stehen.
Die Flanken blieben gefährlich, was sich im 2:0 durch Endemann niederschlug (52.). Ebenso blieb durch die Standardsituationen die Gefahr, was sich im 3:0 nach einem Corner von Jule Brand zeigte, als Nüsken (abgefälscht von Sarah Puntigam) ins Tor köpfelte (68.) - 3:0.
Das 4:0 durch Jule Brand (76.) nach einem Ausschuss von El Sherif, der im Mittelfeld abgefangen wurde und sofort zum Gegenstoß führte. Die Österreicherinnen standen zu hoch, ließen rechts Brand zu viel Platz und diese kam viel zu unbedrängt zum Torabschluss.
Dass sich die Österreicherinnen nicht demoralisieren lassen wollten, sah man nur eine Minute später. Denn das 1:4 fiel direkt im Gegenzug. Chiara D'Angelo, die ein starkes Spiel zeigte, nahm den langen Ball an und spielte ihn gefühlvoll an Ann-Katrin Berger vorbei.
Die eingewechselte Lea Schüller trug sich schließlich in Minute 84 auch noch in die Torschützinnenliste ein. Auch sie fand zu viel Platz vor und traf unbedrängt aus kurzer Distanz von rechts.
Chance auf die WM lebt
Auch wenn Österreich mit weiterhin null Punkten auf dem letzten Platz der Quali-Gruppe liegt, bleibt die Hoffnung, bei der WM in Brasilien spielen zu können.
Die European Qualifiers sind in Ligen A, B und C eingeteilt. Österreich ist in Gruppe A4. Die Siegerteams der A-Gruppen qualifizieren sich direkt für die Endrunde in Brasilien.
Weitere acht Mannschaften haben die Chance, sich im Play-off im Herbst zu qualifizieren. Dort werden in zwei Play-off-Runden sieben direkte Plätze und ein Platz im Interkontinental-Play-off im Februar 2027 vergeben. Als Zweit- oder Drittplatzierter einer A-Gruppe spielt man im Play-off gegen ein Liga-C-Team, als Viertplatzierter gegen ein Liga-B-Team.
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