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05.12.2018

Nun ist es offiziell: Hasenhüttl neuer Southampton-Trainer

Der englische Klub bestätigt die Verpflichtung des 51-jährigen Steirers, der einen Vertrag bis 2021 unterschrieb.

Nun ist es amtlich:  Ralph Hasenhüttl hat als erster österreichischer Trainer überhaupt den Sprung in die englische Premier League geschafft. Der 51-jährige Steirer wurde bei Southampton am Mittwoch als Nachfolger des entlassenen Walisers Mark Hughes präsentiert. Der Ex-ÖFB-Teamstürmer war zuletzt vereinslos, nachdem er sich wegen eines Streits um einen neuen Vertrag Mitte Mai von RB Leipzig getrennt hatte.

Hasenhüttl unterzeichnete beim Tabellen-18. einen Vertrag bis Ende Juni 2021. Auf ihn wartet eine schwierige Aufgabe, der Klub liegt nach 14 Runden mit neun Punkten auf einem der drei Abstiegsplätze. Einem einzigen Sieg stehen sechs Remis und sieben Niederlagen gegenüber.

Die nächste Chance auf Punkte gibt es bereits am heutigen Abend (21.00 Uhr MEZ) im Auswärtsspiel gegen den Tabellenfünften Tottenham Hotspur. Im Wembley-Stadion wird Hasenhüttl auf der Tribüne sitzen, die Mannschaft noch interimistisch von Assistenzcoach Kelvin Davis betreut.

Seinen ersten Einsatz an der Seitenlinie hat Hasenhüttl, der am Donnerstag erstmals das Training leiten wird, am Samstag erneut auswärts bei Cardiff City. Eine Woche später steht das Spiel gegen Arsenal (16.12.) im heimischen St. Mary's Stadium auf dem Programm.
 

Die Trainer-Karriere des Ralph Hasenhüttl

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Ralph Hasenhüttl begann seine Trainer-Laufbahn beim unterklassigen deutschen Klub SpVgg Unterhaching. Von 2007 bis 2010 war er beim Drittligisten zuerst Co-Trainer von Werner Lorant, später stieg er zum Cheftrainer auf.   

Zu Beginn des Jahres 2011 ging Hasenhüttl zu Unerhachings Liga-Rivalen VfR Aalen, mit dem er in der ersten Saison die Klasse halten konnte und in der zweiten Saison überraschenderweise den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte – trotz eines geringen Etats und eines großen Kaderumbruchs mit 14 Abgängen.

Im Oktober 2013 übernahm der Steirer den abstiegsbedrohten Zweitligisten FC Ingolstadt. Nachdem er den Klub vor dem Abstieg bewahrte, führte er ihn bereits in seiner zweiten Saison zum direkten Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Nach dem Titelgewinn - Ingolstadt wurde Zweitliga-Meister - erlangte er bei den "Schanzern" den Helden-Status. 

Obwohl viele rechneten, dass Ingolstadts Erstliga-Zugehörigkeit nur eine Spielzeit dauern würde, sorgten die "Schanzer" in ihrer Debüt-Saison für Furore und wurden starker Tabellen-Elfter. 

Anfang Mai 2016 wurde bekannt, dass Hasenhüttl in der Saison 2016/'17 Trainer von RB Leipzig wird. Der Red-Bull-Klub spielte zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Liga, stand aber kurz vor dem Aufstieg in die höchste Spielklasse. 

Gleich in seiner ersten Saison als Leipzig-Coach führte er den Aufsteiger sensationell in die Champions League.

Mitte Mai 2018 wurde bekannt, dass der Österreicher und Leipzig getrennte Wege gehen werden. Der Klub hat ihm kein neues Vertragsangebot über das Jahr 2019 hinaus geboten und er wollte nicht mit einem auslaufenden Kontrakt in die neue Saison gehen. Man einigte sich auf eine Vertragsauflösung. 

Ein alter Bekannter

"Er ist ein guter Typ. Er lässt einen sehr lebendigen, aggressiven Fußball spielen", meinte Klopp über Hasenhüttl. Der "Alpen-Klopp" soll bei Southampton schon seit längerem auf der Liste potenzieller Kandidaten für den Trainerjob gestanden haben. Dies machten auch die Statements des Vorstandsvorsitzenden Ralph Krueger deutlich. "Wir kennen Ralph seit seiner Zeit beim FC Ingolstadt, wo er Qualitäten gezeigt hat, die wir beim Klub brauchen. Er hat diese Eigenschaften seither mit einer Erfolgsbilanz in der Bundesliga weiterentwickelt", sagte Krueger.

Der Deutsch-Kanadier ist in Österreich vor allem aufgrund seiner Tätigkeit auf dem Eis bekannt. Krueger war Trainer der VEU Feldkirch (Sieg European Hockey League 1998) und danach auch als Schweizer Eishockey-Teamchef tätig. Zu Southampton holte ihn die damalige Schweizer Clubbesitzerin Katharina Liebherr. Seit dem Vorjahr steht der 1885 gegründete Verein in chinesischem Besitz. Größter Erfolg des Klubs war der Sieg im FA-Cup im Jahr 1976. In der Saison 1983/84 war Southampton in der damaligen First Division Vizemeister.

Österreichische Trainer im Ausland

Hasenhüttl ist einer von sechs heimischen Coaches bei einem ausländischen Erstligisten. Dazu kommt noch Andreas Herzog, der seit August Israels Nationalteam betreut.

Hasenhüttl ist nicht nur der jüngste "Neuzugang" in der einschlägigsten Liste, sondern dank des Vizemeistertitels mit RB Leipzig 2016/17 auch der wohl erfolgreichste. Über die meiste Erfahrung im Oberhaus einer ausländischen Liga verfügt Michael Petrovic. Der 61-jährige gebürtige Serbe, der acht Jahre lang für Sturm kickte, ist seit 2006 abgesehen von einer Saison in der zweiten Spielklasse in Japans Topliga tätig.

Den aktuell namhaftesten Job neben Herzog und Hasenhüttl hat Adi Hütter, der nach seinem Schweizer Meistertitel mit den Young Boys Bern seit Sommer bei Eintracht Frankfurt werkt und derzeit auf Europacupkurs liegt. Weiters sind die ehemaligen Rapid-Trainer Damir Canadi (Atromitos Athen) und Zoran Barisic (Olimpija Ljubljana) außerhalb der Landesgrenzen tätig. Sechster im Bunde ist der ehemalige Ried-Coach Lassaad Chabbi. Der gebürtige Tunesier arbeitet seit Sommer beim thailändischen Verein Ratchaburi.