Sport | Fußball
14.08.2017

Neymar glänzte bei Debüt, sein Ex-Klub stolperte

Während dem Brasilianer mit seinem neuen Verein PSG ein 3:0-Sieg gelang, sieht es für Barcelona weniger rosig aus - am Transfermarkt wie im Supercup.

"Vermissen sie Neymar?" fragte der deutsch-ghanaische Fußballspieler Kevin-Prince Boateng spöttisch auf Twitter, nachdem der FC Barcelona das Hinspiel des spanischen Supercups gegen Real Madrid 1:3 verloren hatte. Ob der Brasilianer, der für die Partie durch den 23-jährigen Gerard Deulofeu ersetzt wurde, die Niederlage seines nunmehrigen Ex-Vereins abwenden hätte können, gehört ins Reich der Spekulationen.

Weitaus realer ist der Triumph, den Neymar in seinem ersten Spiel für seinen neuen Klub Paris Saint-Germain feiern konnte: Der Verein aus der französischen Hauptstadt gewann mit 3:0 gegen EA Guingamp, der Brasilianer steuerte einen Treffer und eine Vorlage bei. Der Transfer des 25-Jährigen, für den PSG bzw. sein Besitzer, der staatsfinanzierte katarische Fonds Qatar Sports Investments, 222 Millionen Euro an den FC Barcelona bezahlt hatten, sorgte für zahlreiche Debatten.

"Ein Phänomen"

Das "349-Millionen-Dreieck", wie die italienischeTuttosport das aus Neymar, Edinson Cavani und Angel Di Maria bestehende Angriffstrio Paris Saint-Germains nannte, sah sich für zwei der drei Treffer verantwortlich: Während das 1:0 durch einen missglückten Rückpass des Guingamp-Verteidigers Ikoko fiel, erzielte Cavani nach einem Steilpass von Neymar das 2:0. Letzterer traf in der 82. Minute nach einem Pass Cavanis aus fünf Metern zum 3:0 und erzielte nach seiner ersten Vorlage nun auch sein erstes Tor für seinen neuen Verein.

Antoine Kombouare, der Trainer des unterlegenen Klubs, zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Offensive des Gegners: „Es ist lange her, dass ich so ein Phänomen gesehen habe.“ Neymar gebe laut dem Franzosen das Tempo vor und habe seine Mitspieler mitgerissen: „Ich habe einen großen Di Maria, einen großen Cavani gesehen (...). Das bringt viel mehr Konkurrenz, die Spieler strengen sich mehr an.“

Neymar selbst betonte nach der Partie seine Zufriedenheit und seine Sympathie für den Klub: Er fühle sich in Paris wie zuhause, sei "lebendiger denn je", so der Brasilianer. „Ich spiele, ich bin sehr zufrieden, und der Fußball ist der gleiche.“

Entscheidungsspiel in Madrid

Keine rosigen Zeiten beim FC Barcelona: Zum fehlenden Glück am Transfermarkt kam nun auch eine Heimniederlage gegen den Erzrivalen Real Madrid dazu. Spiele gegen die "Blancos" sind für Barcelona derzeit empfindliches Territorium: Real gewann nicht nur die spanische Meisterschaft der letzten Saison, sondern auch auch die Champions League - Barca war hingegen bereits im Viertelfinale ausgeschieden.

Im Camp Nou rückten am Sonntag ein Eigentor von Gerard Pique sowie Treffer von Asensio und Christiano Ronaldo, der später für eine Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde, den 13. Supercup-Triumph der Katalanen in weite Ferne. Daran konnte auch ein Elfmetertor Lionel Messis nichts ändern, der in der 77. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf. Um den 1:3-Rückstand aufzuholen, muss Barcelona das Rückspiel mit drei Toren Vorsprung gewinnen. Ob ihnen dies gelingt, wird sich am Mittwoch in Madrid zeigen (23:00 Uhr/live laola1.tv).

FRANKREICH

Le Figaro: "Neymar hat nicht nur Samba getanzt, er hat den Gegner gefoltert wie ein undurchschaubarer Dämon. Er war hungrig nach Leder."

L'Equipe: "Das freie Elektron. Neymar tanzt zwischen den Reihen. Alle Scheinwerfer waren auf ihn gerichtet, dennoch war er nicht nervös. Er ist wahrlich ein Supertalent."

Le Parisien: "Neymar ist gelandet. Und er macht gleich den Unterschied."

BRASILIEN

Lance!: "Kühnheit und Spielfreude! Neymar erstrahlt an einem Gala-Abend."

O Globo: "Erstes Spiel, erstes Tor, erster Sieg. Der funkelnde Stern Neymar ist praktisch überall, bekommt immer den Ball."

ENGLAND

The Sun: "Neymar tritt ins Rampenlicht. Ein Traumstart in der Provinz."

Telegraph: "Neymar erfüllt sofort alle Erwartungen. Er zeigt seine ganze Klasse."

Daily Mail: "Beeindruckende Momente: An diesen Start wird man sich erinnern."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ein perfektes Debüt. Neymar bringt Glamour ins Nirgendwo."

Tuttosport: "Neymar liefert eine große Show. Das 349-Millionen-Dreieck mit Edinson Cavani und Angel Di Maria lässt ein paar Feuerwerksraketen steigen."

SPANIEN

Marca: "Eine Traumpremiere. Es hätte nicht besser sein können."

AS: "Neymar fasziniert Frankreich. Er macht bei PSG den Unterschied. Er war alleine besser als alle seine Mitspieler zusammen."

Mundo Deportivo: "Ein Debüt wie ein Traum. Neymar zeigt, was vom teuersten Spieler der Welt erwartet wird."