Sport | Fußball
05.12.2011

Minimaler Salzburg-Sieg im Westderby

Salzburg feierte im Derby in Innsbruck einen glücklichen Auswärtssieg. Wacker vergab im Finish einen Elfmeter.

Die Komplimente waren überschwänglich ausgefallen. Austria-Trainer Karl Daxbacher war nach der 0:2-Auftaktniederlage in Salzburg gar nicht mehr zu bremsen. Beeindruckend seien diese neuen Salzburger, richtig begeisternd, und überhaupt: Der österreichische Meister 2011/'12, er könne praktisch nur Salzburg heißen.

Übertriebene Vorschusslorbeeren, denen Salzburg in Innsbruck nicht gerecht wurde. Im Westderby präsentierte sich der Titelfavorit alles andere als meisterlich. Trotzdem dürfen die Salzburger ihre weiße Weste behalten - einem Elfmetertor von Alan sei Dank.

Vielleicht lag's am holprigen Rasen im Tivolistadion, der den Bullen nicht behagte. Möglicherweise war der Kälteeinbruch (10 Grad) schuld, dass das Salzburger Werkl nicht warm lief. Vielleicht waren sie auch nur geschockt vom frühen Aus von Jantscher. Der Flügelflitzer, der beim Auftaktsieg gegen Austria bei beiden Treffern die Füße im Spiel hatte, musste bereits nach wenigen Minuten mit einer Bänderverletzung im linken Knöchel vom Feld. Bei den Innsbruckern hatte sich Verteidiger Dakovic gar bereits nach 14 Sekunden so schwer verletzt, dass er ausgetauscht werden musste.

Rückzugsgefecht

Die Rochaden bremsten den Elan und störten nachhaltig den Spiel-Rhythmus. 20 Minuten war das Westderby eine langweilige Angelegenheit. Beide Teams suchten ihr Heil in der Defensive, die Salzburger Titelfavoriten lieferten dabei mitunter ein Rückzugsgefecht im Stile eines potenziellen Abstiegskandidaten.

Spielkultur? Null. Kombinationsfußball? Fehlanzeige. Dominanz? Von wegen. Es waren die Innsbrucker, die mit Fortdauer der ersten Spielhälfte die Akzente setzten. Ein Kopfball von Perstaller verfehlte nur knapp das Ziel, einen gefinkelten Heber von Merino lenkte Salzburg-Goalie Gustafsson mit den Fingerspitzen in den Corner. Der einzige stürmische Salzburger war Trainer Moniz, der wie ein Derwisch durch die Coaching-Zone hüpfte.

Die Gäste mussten schon Innsbrucker Hilfe in Anspruch nehmen, um auf die Siegerstraße zu gelangen. Ein Flankenball von Leonardo sprang Harding an die Hand - Alan, der die restliche Zeit nicht zu sehen war, verwertete den Strafstoß (50.). Doch nicht einmal diese Führung konnte die Salzburger beflügeln. Das Offensivspiel blieb ideenlos und ungefährlich - von einem Lattenkopfball von Lindgren nach einem Freistoß einmal abgesehen.

Die Passivität der Salzburger sollte nicht bestraft werden. Weil die Tiroler vom Elfmeterpunkt nicht so kaltschnäuzig waren: Perstaller scheiterte in der turbulenten Nachspielzeit an Gustafsson.

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