Sport | Fußball
06.09.2017

Marcel Koller: Die Zeichen stehen auf Abschied

Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Georgien kündigt sich im Nationalteam das Ende einer Ära an.

Mit dem 1:1 in Wien gegen Georgien sind nicht nur die Chancen der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft auf eine WM-Teilnahme gegen den Nullpunkt gesunken. Es kündigt sich auch das Ende einer Ära an. Nach fast sechs Jahren im Amt steht Marcel Koller vor dem Abschied als ÖFB-Teamchef.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff wollte sich der Schweizer nicht konkret zu seiner Zukunft äußern. Es deutet aber vieles darauf hin, dass er in den abschließenden WM-Qualifikationsspielen am 6. Oktober in Wien gegen Gruppe-D-Spitzenreiter Serbien und am 9. Oktober in Chisinau gegen Schlusslicht Republik Moldau nicht mehr auf der Bank sitzt.

Die Entscheidung darüber dürfte in einem Gespräch zwischen Koller, ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Willi Ruttensteiner fallen, das wohl in den kommenden Tagen steigt. "Ich denke schon, dass es noch vor den Oktober-Spielen Klarheit gibt", sagte Koller.

Koller bei Rapid kein Thema

Der enttäuschende Auftritt seiner Kicker gegen Georgien werde seine weiteren Planungen nicht wesentlich beeinflussen. "Ich glaube nicht, dass man das von einem Spiel abhängig machen soll. Ich möchte mir zuerst ein paar Gedanken machen, was gut und schlecht ist. Man muss sich zusammensetzen und austauschen, ich weiß ja auch gar nicht, was der ÖFB will."

Das Gerücht, wonach Kollers Zukunftspläne in Hütteldorf liegen sollen, verbreitete sich nach dem Spiel gestern rasch. Bei Rapid reagiert Kollers Landsmann Fredy Bickel überrascht auf die Spekulationen. "Da wir voll von Goran Djuricin überzeugt sind, stellt sich die Frage nach einem Nachfolger überhaupt nicht. Marcel Koller ist natürlich ein hervorragender Trainer, dem ich auch persönlich sehr verbunden bin", gibt Bickel zu. Aber: "Für den SK Rapid ist er heute und jetzt definitiv kein Thema, vielmehr wünsche ich ihm für die kommenden beiden Länderspiele, in denen es im Oktober noch um wichtige Punkte für die österreichische Nationalmannschaft geht, viel Erfolg."