Serienmeister Salzburg darf endlich in der Champions League mitspielen.

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Sport Fußball
08/29/2019

KURIER-Wunsch für Salzburg: Barcelona, Tottenham und Atalanta

Am Donnerstag werden in Monaco die acht Gruppen der Champions League ausgelost. Österreichs Meister ist in Topf 3.

von Stephan Blumenschein

14 Jahre wurde in Salzburg seit dem Einstieg von Red Bull 2005 darauf hingearbeitet. Nun ist es endlich soweit: Österreichs Serienmeister darf sich in diesem Herbst erstmals mit den ganz Großen des europäischen Fußballs messen. Am Donnerstag findet der Prolog zur Champions League 2019/'20 statt. Im Grimaldi Forum in Monaco wird ab 18 Uhr die Gruppenphase ausgelost. Die 32 Teilnehmer wurden nach ihrer Platzierung im UEFA-Klubranking in vier Töpfe zu je acht Teams eingeteilt.

Salzburg ist dank der Erfolge in der Europa League in den letzten Jahren in Topf 3. Nicht jeder Klub darf mit jedem anderen in einer Gruppe zusammenspielen. Es gibt bei der Auslosung wie immer Ausnahmen, die es zu beachten gilt. Ausgeschlossen ist etwa, dass mehr als ein Team eines Landesverbandes in eine der acht Vierergruppen gelost wird. Dazu dürfen Klubs aus der Ukraine und Russland nicht aufeinandertreffen.

Die Erwartungen in Salzburg sind gigantisch. Mehr als 28.000 Champions-League-Abos wurden bereits vor der Auslosung verkauft. Jeder, der mit Salzburg nur in irgendeiner Weise zu tun hat, hat natürlich drei Wunschgegner – so natürlich auch der KURIER.

Unsere Wunschgruppe

FC Barcelona

Chelsea war erst diesen Sommer in Salzburg zu Gast, die Münchner Bayern, Juventus Turin, Manchester City oder Paris Saint-Germain haben ebenfalls schon in der Red-Bull-Arena gespielt. Von den Topteams aus Topf 1 waren nur FC Liverpool und FC Barcelona noch nie im EM-Stadion von 2008 zu sehen. Natürlich wäre auch der Champions-League-Titelverteidiger extrem attraktiv, aber noch eine Spur attraktiver ist der FC Barcelona – besonders aus einem Grund: Lionel Messi.

Der Argentinier hat zwar nichts von seiner spielerischen Klasse verloren, aber er ist mit 32 in einem Alter, in dem langsam, aber sicher das Karriereende näher kommt. Wer weiß, wie lange der Argentinier noch für Barcelona spielt? Mit den Katalanen hat einer der besten Fußballer der Fußballhistorie noch nie in Österreich ein Bewerbsspiel absolviert. Aber ein Duell mit dem FC Barcelona wäre auch noch aus einem anderen Grund extrem interessant: Die Red-Bull-Spielweise ist so etwas wie der Gegenpol jener des spanischen Meisters.

Tottenham Hotspur

Es ist kurios. Salzburg hat noch nie gegen einen Klub aus London im Europacup  gespielt. Nun gibt es gleich eine doppelte Chance: Aus Topf 1 ist Chelsea ein möglicher Gegner, aus Topf 2 ist das Tottenham. Die Spurs, die in der vergangenen Saison immerhin das Champions-League-Finale erreicht haben, wären noch eine Spur interessanter.

Nicht nur, dass Tottenham in der Premier League immer für Umfaller gut ist (erst am Wochenende wurde zu Hause gegen Nachzügler Newcastle verloren), haben die Nordlondoner ein neues Stadion, das sie besonders attraktiv macht: Das erst im Frühjahr eröffnete Tottenham Hotspur Stadium, das deutlich mehr als eine Milliarde Euro gekostet hat,  gilt als das modernste Fußballstadion der Welt. Salzburg wäre die erste österreichische Mannschaft, die in diesem Fußballtempel spielen dürfte.

Atalanta Bergamo

Natürlich gibt es in Topf 4 sportlich leichtere Gegner als das Überraschungsteam aus der Serie A. Aber trotzdem hätten zwei Duelle mit den Norditalienern einen besonderen Reiz - aus mehreren Gründen. Die Mannschaft von Trainer Gian Piero Gasperini spielt einen extrem attraktiven Fußball. Die Offensive ist Trumpf. 77 Tore in 38 Spielen in der vergangenen Serie-A-Saison hievten das Team rund um Torjäger Duvan Zapata (23 Treffer und sieben Assists) sogar vor Serienmeister Juventus (70) und Vizemeister Napoli (74).

Aber Atalanta wäre auch noch aus zwei anderen Gründen interessant: Wie in Salzburg gibt es auch in Bergamo eine extrem erfolgreiche Nachwuchsakademie. Italienische Teamspieler wie Roberto Donadoni oder Riccardo Montolivo wurden in dieser groß. Atalanta versteht sich  als Ausbildungsklub und hat trotzdem Erfolg. Und auch die Heimstätte für die Champions-League-Heimspiele ist äußert attraktiv: Weil das Stadion in Bergamo gerade umgebaut wird, spielt Atalanta im nahen Mailand. Da das San Siro bald abgerissen werden soll, könnte es der letzte Auftritt einer österreichischen Mannschaft in einem der legendärsten Tempel der Fußballwelt sein.

Topf 1
FC Liverpool (ENG)            
Chelsea (ENG)  
FC Barcelona (ESP)
Manchester City (ENG)
Juventus Turin (ITA)
Bayern München (GER)       
Paris Saint-Germain (FRA)              
Zenit St. Petersburg (RUS)             

Topf 2
Real Madrid (ESP)
Atlético Madrid (ESP)
Borussia Dortmund (GER)
Napoli (ITA)
Schachtar Donetsk (UKR)
Tottenham Hotspur (ENG)
Ajax Amsterdam (NED)
Benfica Lissabon (POR)  

Topf 3
Olympique Lyon (FRA)
Bayer Leverkusen (GER)              
FC Salzburg (AUT)
Olympiakos Piräus (GRE)  
Club Brügge (BEL)
Valencia (ESP)
Inter Mailand (ITA)  
Dinamo Zagreb (CRO)

Topf 4
Lok Moskau  (RUS)
Racing Genk (BEL)
Galatasaray Istanbul (TUR)
RB Leipzig  (GER)
Slavia Prag (CZE)  
Atalanta Bergamo (ITA)
OSC Lille (FRA)
Roter Stern Belgrad (SER)