Sport | Fußball
03.06.2018

KURIER-Noten: Zwei Musterschüler und viele Gute

Florian Grillitsch und David Alaba brillierten bei einer guten Mannschaftsleistung gegen den Weltmeister.

Aller Anfang ist schwer. Ein altes Sprichwort passt gut zu den Leistungen der Österreicher, die einen Albtraum-Start toll wegsteckten und sich kollektiv steigerten.

KURIER-Noten: Die Weltmeister-Bezwinger in der Einzelkritik

1/12

Jörg Siebenhandl

War es Nervosität, ein Blackout oder der noch tiefe Boden? Der Sturm-Keeper gilt als der beste Fußballer unter den vier einberufenen Torhütern  und dennoch leistete er sich in seinem zweiten Länderspiel einen folgenschweren Fehler. Danach konnte er sich einige Male auszeichnen, vor allem gegen Julian Brandt. Note: 4

Aleksandar Dragovic

Einer Schrecksekunde gleich zu Beginn mit einem Fehlpass folgten einige starke Ballgewinne, durch die der Routinier gut ins Spiel fand. Erlaubte sich in Folge kaum noch Fehler. Im Spielaufbau ist aber noch eine Spur mehr Mut wünschenswert. Dass er dabei vor allem Lainer suchte, überzuckerten die Deutschen schnell. Note: 2

Sebastian Prödl

Verstand sich vor allem als Zweikämpfer und überließ die Spieleröffnung seinen Nebenmännern. Vor der Großchance von Brandt rutschte er aus, als er Passgeber Petersen stoppen wollte. Leistete sich sonst kaum Fehler, in der Luft wie gewohnt eine Macht. Note: 2

Martin Hinteregger

Leitete das 0:1 ein, indem er Brandt beim Ausputzen anschoss und dann noch einmal auf Siebenhandl zurückspielen musste. Die Deutschen wussten um seine Stärken und ließen dem Kärntner im Wörthersee-Stadion bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Spielaufbau, wenig Raum. Dennoch zeigte er immer wieder seine Klasse. Für seinen Volleyschuss zum Ausgleich wäre ein Waffenschein erforderlich. Note: 2

Stefan Lainer

Hatte sichtlich Respekt vor den Deutschen und attackierte nicht so mutig nach vorne wie man es von seinen Auftritten im Salzburg-Dress gewohnt ist. Auch nach Ballgewinnen der Österreicher hätte  er sich mehr zutrauen können, vor allem, weil es durch den hoch stehenden Außenverteidiger Hector auch Räume gegeben hätte. Nach der Pause machte er vieles besser, der Assist zum 2:1 war äußerst sehenswert. Note: 3

Florian Grillitsch

Der Hoffenheim-Legionär sollte neben Kapitän Baumgartlinger vor der Abwehr im Zentrum für Ballsicherheit sorgen. Das war zunächst schwierig, weil die Deutschen genau dort die Räume eng machten. Zunächst glänzte er noch mit guten Spielverlagerungen. Schlitzohrig, wie er dann Welttorhüter Neuer im kurzen Eck überraschen wollte. Nach der Pause eine spielerische Galavorstellung von Österreichs Bestem an diesem Abend. Note: 1

Julian Baumgartlinger

War lange Zeit mehr Balleroberer als der spielerisch stärkere Nebenmann Grillitsch. Dennoch wie immer ein wichtiger Part im Spiel der Österreicher. Dass er auch ein ganz feiner Kicker ist, demonstrierte er mit seinem Zuckerpass auf Lainer, der das 2:1 einleitete. Note: 2

David Alaba

Lobenswert, dass er trotz der Schmerzen, die vom Ischias ausgehen, unbedingt dabei sein und den Deutschen den Nerv ziehen wollte. War in defensiven Fünferkette anfangs oft viel weiter hinten anzutreffen, als ihm lieb ist. In Folge traute er sich aber weit mehr als Lainer auf der Gegenseite. So richtig aufgeblüht ist Österreichs Star dann nach der Pause. Den Eckball zum Ausgleich wollte er so, der Pass danach auf Arnautovic war Weltklasse. Note: 1

Alessandro Schöpf

Durfte diesmal offensiver und halbrechts als Achter ans Werk gehen. Dass dies durchaus seine Lieblingsposition ist, war aber erst nach der Pause zu sehen, wo er richtig gut ins Spiel kam und nach einigen gelungenen Aktionen das 2:1 erzielte. Note: 2

Peter Zulj

Durfte in seinem dritten Länderspiel zum zweiten Mal von Beginn an auflaufen. Diesmal aber nicht auf seiner gewohnten Position als Sechser sondern als Achter hinter der Spitze. Wenn die Österreicher versuchten, gefährlich zu werden, hatte er meistens seine Beine im Spiel. Note: 2

Marko Arnautovic

Vor der Pause hing Österreichs torgefährlichster Mann völlig in der Luft, stellte sich aber in den Dienst der Mannschaft und machte in der Spitze fleißig viele Meter. Nach Seitenwechsel wurde er von seinen Kollegen besser eingesetzt. Schade, dass er nach Alabas-Traumpass an Neuer scheiterte. Note: 2

Zu kurz eingesetzt

Moritz Bauer, Stefan llsanker, Guido Burgstaller und Florian Kainz.