Klub-Weltmeister: Toni Kroos und Real Madrid.

© APA/EPA/Javier Lizon

Titelsammler
12/22/2014

Toni, ganz Kroos

Toni Kroos war in den letzten beiden Jahren erfolgreicher als jeder andere Fußballer.

von Stephan Blumenschein

Es liest sich wie die Erfolgsliste einer langen Fußballer-Karriere auf Wikipedia, aber alle Titel wurden in nicht einmal 20 Monaten gewonnen: Weltmeister 2014 mit Deutschland, Klub-Weltmeister 2013 mit den Bayern und 2014 mit Real, Champions-League-Sieger 2013 mit den Bayern, UEFA-Supercup-Sieger 2013 mit den Bayern und 2014 mit Real, Deutscher Meister mit den Bayern 2013 und 2014 sowie Deutscher Pokalsieger 2013 und 2014 mit den Bayern.

Zehn große Titel hat Toni Kroos also in nicht einmal zwei Jahren geholt. Kein anderer Weltklasse-Fußballer war in der letzten Zeit so erfolgreich wie der noch 24-jährige Deutsche.

Am Samstag führte der Mittelfeldspieler den erfolgreichsten Klub der Welt zum ersten Erfolg bei einer Klub-Weltmeisterschaft. Champions-League-Sieger Real Madrid besiegte unter seiner Regie den Copa-Libertadores-Gewinner CA San Lorenzo in Marrakesch problemlos mit 2:0. Am ersten Treffer war Kroos direkt beteiligt. Seinen Corner verwertete Sergio Ramos per Kopf.

"Wow!", schwärmte Kroos und veröffentlichte ein Bild mit dem Klub-WM-Pokal auf seiner Facebook-Seite. "Nach einem sehr speziellen Jahr haben wir es geschafft, die FIFA-Klub-WM zu gewinnen", schrieb der Erfolgsgarant.

Traumvertrag

Der Deutsche spielt erst seit Sommer bei Real, aber er ist in Madrid längst angekommen. Rund 30 Millionen investierten die Königlichen in Kroos, um ihn aus seinem noch bis 2015 laufenden Vertrag bei den Bayern heraus zu kaufen. Dazu wurde er mit einem Sechs-Jahres-Vertrag ausgestattet, der ihm einen Jahresverdienst von zwölf Millionen Euro brutto garantieren soll.

Das Investment hat sich für Real ganz offensichtlich ausgezahlt. Seit dem ersten Saisonspiel ist Kroos nicht nur Stammspieler, sondern überzeugt mit kontinuierlich starken Leistungen. Dafür gab es auch schon mehrmals Einzellob von seinem Trainer. "Ob er unter Druck steht oder nicht, ob es gegen einen starken oder weniger starken Gegner geht, sein Spiel ist immer verlässlich auf dem gleichen hohen Niveau", erklärte Carlo Ancelotti, der in einem Interview mit dem spanischen Radiosenders Onda Cero auch die ganz großen Stärken von Kroos herausstrich: "Toni spielt schnell und immer den richtigen Pass, verliert keine Bälle, sondern gewinnt sogar welche. "Er ist bei uns schon ein zusätzlicher Fußballlehrer."

Für den Weltmeister 2014 selbst ist sein italienischer Trainer ein wichtiger Faktor, warum er in Madrid überhaupt keine Anpassungsschwierigkeiten hatte: "Wichtig war, dass ich mir vom ersten Tag an sicher sein konnte, dass der Trainer mir vertraut", sagte Kroos vor Kurzem der Süddeutschen Zeitung, "er wollte mich unbedingt verpflichten, und er hat mir gleich eine zentrale Rolle im Team gegeben." Bei einem Telefonat habe ihm Ancelotti versichert, "dass er der Meinung ist, dass Real durch mich noch besser werden kann".

In dem halben Jahr in Spanien hat sich Kroos weiterentwickelt, sein Repertoire um eine Nuance erweitert. Bei Real spielt er eine etwas defensivere Rolle als noch bei den Bayern. "Ich bin jetzt ein Sechser", beschreibt der noch 24-Jährige seine Position.

Forderung

Eigentlich läuft alles perfekt für den Vater eines 16 Monate alten Sohnes. Wäre da nicht eine Forderung des Nachfolgeklubs jenes Vereins, bei dem Kroos 1997 mit sieben Jahren mit dem Fußballspielen begonnen hat. 60.000 Euro Ausbildungsentschädigung fordert der deutsche Sechstligist Greifswalder SV, der sich als Rechtsnachfolger des insolventen Greifswalder SC sieht, vom besten Klub der Welt. Die erste Rechnung soll Real ignoriert haben, nun schickte der Klub aus Mecklenburg-Vorpommern eine Mahnung.

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