Wie Pep Guardiola war Zinedine Zidane (li.) Befürworter der WM-Bewerbung Katars.

© Reuters/STR

Ausreiseverbot
11/15/2013

Fußballer bangt um sein Leben

Der Franzose Zahir Belounis wird in Katar festgehalten und bittet in einem offenen Brief Katar-WM-Botschafter Zidane und Guardiola um Hilfe.

Wegen eines Rechtsstreites mit seinem Verein, dem El Jaish Sports Club, wird dem französischen Fußballer Zahir Belounis die Ausreise aus Katar verweigert. In einer verzweifelten Aktion hat er sich nun mit einem offenen Brief an Zinedine Zidane und Pep Guardiola gewannt. Die Weltstars, die sich beide für eine Austragung der Fußball-WM 2022 in Katar stark gemacht hatten, sollen dem verzweifelten Sportler beim Versuch seine Ausreise aus Katar zu erwirken helfen.

Kein Gehalt

Als Kapitän führte Belounis sein Team 2011 zwar in die oberste Spielklasse des Golfstaates, wurde danach vom Verein aber fallen gelassen. Der Franzose, der erst mit Mitte 20 zum Profifußball kam, sollte nach dem Aufstieg woanders auflaufen. Obwohl ihm sein Gehalt weiter zugesichert wurde, sah er kein Geld mehr. Seit nunmehr 26 Monaten hat er keine Zahlung erhalten. Im März 2013 reichte er Klage ein, seitdem ist er enormen Druck von Seiten seines Klubs ausgesetzt und wird an einer Rückkehr nach Frankreich gehindert.

"Ich weiß, dass sie als Botschafter für die Fußball-WM-2022 geworben haben. Sie haben dies mit den besten Absichten gemacht, doch die Realität ist, dass wenn Katar sein Ausreise-Visa-System nicht verändert, dann werden hunderte, vielleicht sogar tausende Menschen in dem Land gefangen sein" schreibt Belounis. Er spricht die vielen Arbeiter an, die die Stadien für die erste Fußball-WM im arabischen Raum bauen.

Fehlende Bürgschaft

Das Emirat Katar verlangt mit seinem Kafala-System, dass ein Inländer für seinen ausländischen Arbeiter eine Bürgschaft übernimmt. Bei Fußballern ist dies in der Regel der eigene Verein. "Ich lebe seit einigen Monaten einen Albtraum", so Belounis: "Dieses System bringt mich langsam um".

In seiner Verzweiflung appelliert Belounis sogar an das Mitgefühl der beiden Ex-Kicker als liebende Väter: "Sie wissen wie es ist Kinder zu haben. Stellen sie sich vor was ich durchmachen muss mit meinen Töchtern in einem halbleeren Haus zu wohnen. Ich schäme mich, wenn ich den Blick in ihren Augen sehe." Er hatte, als ihm ein Ausreisevisum versprochen wurde, bereits Teile seiner Möbel verkauft und muss momentan in unwürdigen Verhältnissen leben.

Belounis sieht in dem Appell an Pep Guardiola und Zinedine Zidane die letzte Chance für eine baldige Ausreise aus dem Emirat.. "Ich weiß, dass Ihre Zeit stark beansprucht ist, aber ich bitte Sie darum mir zu helfen. Bitte verstehen Sie, dass ich ein Opfer bin", schreibt der 33-Jährige

Druck auf Blatter wächst

Die internationale Fußballspielergewerkschaft FIFPRO hat unterdessen Joseph Blatter, den Präsidenten des Internationalen Fußballverbands FIFA, aufgefordert, Druck auf die katarische Regierung auszuüben. „Befreien Sie Zahir Belounis jetzt“, forderte der FIFPRO-Vorsitzende Theo van Seggelen Blatter auf.

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