Sport | Fußball
06.09.2018

Kapitän Alaba gibt gegen Schweden das Tempo vor

David Alaba führt Österreich gegen Schweden aufs Feld. Gegen die Tre Kronor soll kräftig rotiert werden.

Doppelt hält bekanntlich besser. Also dachte sich Teamchef Franco Foda, er lässt für den verletzten Julian Baumgartlinger gleich zwei Kapitäne ans Ruder. David Alaba heute (20.45 Uhr/live ORF eins) in der Generali-Arena gegen Schweden und Marko Arnautovic am kommenden Dienstag beim Anpfiff der Nations League in Bosnien-Herzegowina (Zenica).

Dass er die Verantwortung gleich auf vier Schultern verteilt, hält Foda für nichts Außergewöhnliches und verweist auf den brasilianischen Kollegen Tite, der für jedes Spiel einen neuen Steuermann nominiert. Eine besonders interessante Einschleifregelung. Alaba wie Arnautovic fühlen sich geehrt, verwiesen aber darauf, schon in der Vergangenheit Verantwortung übernommen zu haben, und das auch ganz ohne Schleife.

Teamchef Foda benutzt das Schweden-Spiel einerseits für Experimente, andererseits aber auch, um Schwung aufzunehmen für das Gastspiel in Zenica. „Wichtig ist die Balance aus beidem.“ Taktisch sei man ohnehin flexibel, weil „wir mit einer Dreierkette genauso spielen können wie mit einer Viererkette in der Abwehr. Wichtig ist vielmehr, dass wir aktiv sind, sowohl im Ballbesitz als auch gegen den Ball.“

Viele Optionen

Natürlich respektiere man Gegner Schweden, den WM-Viertelfinalisten, dennoch gilt das Hauptaugenmerk dem eigenen Spiel. „Das muss unser Anspruch sein“, weiß Arnautovic. „Immerhin wollen wir ja auch wieder zu einem großen Turnier fahren. “ Alaba ergänzt: „Die WM haben uns die Schweden aktuell voraus.“ Der Teamchef fügt an: „Sie sind sehr kompakt, stehen in der Defensive gut und versuchen, schnell ins letzte Drittel zu kommen. Es wird viel um die zweiten Bälle gehen.“

Gut möglich, dass Foda abermals eine Dreierkette mit Innenverteidigern aufbietet und damit für ein Übergewicht im Mittelfeld setzt. Zahlenmäßig freilich. „Wir haben hier mehrere Optionen.“ Im Zentrum können allein Ilsanker, Grillitsch, Schlager, Schöpf oder Zulj spielen. „Auch Alaba könnte dort spielen“, meinte Foda mit einem Grinsen. Ebenso groß ist die Auswahl an den Flanken, wobei links mit Alaba die Würfel längst gefallen sind.

Mehr Erholung

Immerhin verriet der Deutsche, dass er das Austauschkontingent von sechs Spielern ausschöpfen werde. Es gehe gegen Schweden allerdings nicht darum, Kräfte für kommenden Dienstag zu sparen. „Wir haben danach genügend Zeit und brauchen uns nicht zu schonen. Es gibt keine Testspiele für uns, wir wollen immer gewinnen und mit viel Power spielen. Ich sehe für Dienstag kein Problem, dass wir am Donnerstag nicht alles abrufen.“ Die Bosnier haben eine deutlich geringere Regenerationszeit: Ihr erstes Nations-League-Match steigt am Samstag in Belfast.

Ehrungen

Gestern waren von den 14.400 Tickets erst 11.000 abgesetzt. Vor Anpfiff werden die Herren Ivanschitz (nach 69 Länderspielen), Harnik (68), Junuzovic (55) und Pogatetz (61) hochoffiziell in die ÖFB-Pension geschickt. Dafür werden sie in den neu gegründeten Legendenklub des ÖFB aufgenommen, wo sie ihren Ex-Teamchef Josef Hickersberger als Vorsitzenden wiedertreffen.

Die aktuellen Spieler können sich auch zu Legenden machen – wenn sie sich in den kommenden Jahren für ein Turnier qualifizieren.