PK FK AUSTRIA WIEN ZUM SAISONAUFTAKT: KRISCH / ORTLECHNER

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Sport Fußball
11/29/2021

Tag der Entscheidung: Wer steigt als Investor bei der Austria ein?

Nach dem wichtigen Sieg gegen Sturm Graz sind am Montag die Klubgremien am Zug. Es geht um nichts weniger als die Zukunft des Vereins.

Schon vor der Richtungsentscheidung im Klub ist die Mannschaft der Wiener Austria mit RĂŒckenwind in die Derby-Woche abgebogen. Muharem Huskovic und Co. leisteten mit dem 2:1-Sieg im Geister-Heimspiel der Bundesliga gegen Sturm Graz am Sonntag ihr Maximum, am (heutigen) Montagabend sind die Klubgremien am Zug. Es geht um die Investorenfrage und eine mögliche Insolvenz.

Klub-Vorstand Gerhard Krisch versprach am Sonntag einen Abschluss in der noch unter seinem VorgĂ€nger gestarteten Investorensuche. "Am Montag werden wir uns fĂŒr einen der drei Investoren entscheiden", sagte Krisch auf Sky vor der Verwaltungsratsitzung.

PK FK AUSTRIA WIEN ZUM SAISONAUFTAKT: KRISCH

Österreich, Deutschland oder Portugal?

In zwei von drei FĂ€llen wĂŒrden dann Details auf Deutsch ausverhandelt werden. Entweder mit einer heimischen Gruppe, der unter anderen Ex-LASK-Vize JĂŒrgen Werner sowie Teile des derzeitigen PrĂ€sidiums angehören sollen, oder mit dem deutschen Unternehmer Utz Claassen, dem Kurzzeit-PrĂ€sidenten von Hannover 96 und ehemaligen Besitzer von Real Mallorca. Als dritter Interessent gilt die portugiesische Bravo Group von Ivan Bravo, dem Chef der Aspire Academy in Katar und Ex-"Strategiedirektor" von Real Madrid.

Am Dienstag will die Bundesliga die Finanzkennzahlen der einzelnen Klubs veröffentlichen. Und wird das ohne aktuelle Daten der Austria tun. "Das ist fĂŒr mich aufgrund der Bedeutung der anderen Themen ein kleines NebengerĂ€usch", sagte Krisch.

UnabhĂ€ngig davon ist die Austria seit Oktober den fĂŒr die kommende Lizenzvergabe maßgeblichen Jahresabschluss samt BestĂ€tigungsvermerk des WirtschaftsprĂŒfers sĂ€umig. Je lĂ€nger die Liga im Unklaren gelassen wird, desto drakonischer könnte die Sanktion im Lizenzentscheid fĂŒr die kommende Saison ausfallen, ist aus Bundesligakreisen zu vernehmen. Die Unterlagen werde man nachreichen, sobald die Investorensache abgeschlossen ist, versprach Krisch. DrĂ€ngend bleibt die Insolvenzfrage, denn bis zur finalen Abgabe der Lizenzunterlagen Anfang MĂ€rz mĂŒsste ein allfĂ€lliger "Corona"-Sanierungsplan gerichtlich abgesegnet sein.

Sturm kam vom Erfolgsweg ab

Auf der sportlichen BĂŒhne erledigte die Austria am Sonntag ihre Aufgaben. Trainer Manfred Schmid hatte nach dem siebenten ungeschlagenen Heimspiel im achten Auftritt nur eines zu bekritteln: "Wir haben sehr gut gespielt, die Chancen auch verwertet, aber nach der Roten Karte musst du das Spiel frĂŒhzeitig entscheiden." Die Unerfahrenheit seiner Truppe spielte auch vor pandemisch bedingter Nullkulisse mit. "Am Ende hat man gesehen, dass viel Erfahrung fehlt. Aber ich finde es trotzdem gut von den Jungs, dass sie Fußball spielen wollen und bereit sind, ins Risiko zu gehen." Letztlich sei man im Klub, so Schmid, ja vom jungen Weg "absolut ĂŒberzeugt". Dass mit Huskovic und Aleksandar Jukic zwei EigengewĂ€chse trafen, wurde als Etappenziel gewertet.

In Graz hingegen ist man vom Erfolgsweg abgekommen. Vielmehr fĂŒhrte ausgerechnet der grĂ¶ĂŸte Erfolg seit Jahren, die Qualifikation fĂŒr die Europa League, die Steirer in ein Labyrinth. Statt dem Ausweg fand Sturm bisher nur Überforderung. Dass man am Sonntag in guter Gesellschaft mit den anderen Europacup-Vertretern war - aus dem Quartett punktete letztlich nur Rapid (2:2 in Ried) -, bot den Schwarz-Weißen wenig Trost.

FUSSBALL: ADMIRAL BUNDESLIGA : FK AUSTRIA WIEN - SK STURM GRAZ

Christian Ilzer vermisste einmal mehr "Spritzigkeit und Wendigkeit", spielerische Vorteile gegenĂŒber der Austria konnten die offensive Harmlosigkeit (nur zwei TorschĂŒsse) nicht kaschieren. "Brutal" sei die Serie von acht sieglosen Spielen, mit der Sturm nun konfrontiert ist, so der Trainer. In der Europa League treffe sein Team auf Gegner außer Reichweite und am Wochenende schaffe man es nicht, "die Meisterschaftsspiele mit einer SouverĂ€nitĂ€t zu gewinnen, wo man vielleicht nicht immer das Maximum an KrĂ€ften braucht. So weit sind wir noch nicht. Das mĂŒssen wir einsehen."

Nachtrag in Altach

In Graz ist man auf Schadensbegrenzung aus. "Wir haben einen super Vorsprung gehabt, der ist von Runde zu Runde geschmolzen", wusste Ilzer und sprach ĂŒber die Hoffnung, dass sich "unsere Ausgangsposition bis zur Weihnachtspause nicht mehr verschlechtert". DafĂŒr sei von ihm viel mentale Arbeit gefragt. "Und nicht zu viel Fehlerorientierung. Weil die Spieler haben sowieso zu viel NegativitĂ€t und Pessimismus durch das Erlebte drinnen."

Schon am Mittwoch ist sein Team wieder gefordert. Das durch einen Corona-Cluster von Sturm selbst verschuldete Nachtragsspiel in Altach steht auf dem Programm. Danach folgt das Heim-Doppel gegen Admira und Monaco, und zum Jahreskehraus ein AuswÀrtsspiel in Klagenfurt. Die Austria bestreitet nach dem Derby beim punktgleichen und auf den Trainereffekt hoffenden Rivalen Rapid noch ein Heimspiel gegen den LASK.

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