09.11.2012 Fussball, Heute fuer Morgen Liga , Franz Fekete Stadion Kapfenberg - FC Lustenau Torjubel , Torschuetze , Arvedin Terzic. Copyright Agentur Diener/Philipp Schalber

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Erste Liga
03/04/2013

Insolvenzantrag gegen FC Lustenau

Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse brachte letzte Woche einen Insolvenzantrag gegen den FC Lustenau ein.

FĂŒr den Erste-Liga-Klub FC Lustenau wird es ernst: Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) hat bereits in der vergangenen Woche einen Insolvenzantrag gegen den FC Lustenau eingebracht. Die erste Tagsatzung bei Gericht sei fĂŒr Ende MĂ€rz anberaumt, erklĂ€rte Johannes Simma aus der Direktion der VGKK und bestĂ€tigte damit einen Bericht der Neuen Vorarlberger Tageszeitung (Samstag-Ausgabe). Die GrĂ¶ĂŸenordnung des ausstehenden Betrags wollte Simma nicht kommentieren, in Medien wurde die Summe von 100.000 Euro kolportiert.

Simma wies darauf hin, dass die VGKK die BeitrĂ€ge des FC Lustenau bis vor zwei, drei Wochen stets pĂŒnktlich erhalten habe, dann seien die Zahlungen aber ins Stocken geraten. Auf eine entsprechende Nachfrage beim Verein habe man "keine ordentliche Antwort" bekommen, sagte Simma. So sei der Krankenkasse - auch vor dem Hintergrund der Medienberichte der vergangenen Wochen - kein anderer Weg geblieben, "als die Notbremse zu ziehen". Dazu sei die VGKK verpflichtet.

Hoffnung

VereinsprĂ€sident Dietmar Sperger bestĂ€tigte in den Vorarlberger Nachrichten (VN) am Montag die Vorgangsweise der VGKK. Der Klubchef verlieh aber auch seiner Hoffnung Ausdruck, den Spielbetrieb aufrechterhalten und eine Entschuldung durchfĂŒhren zu können.

Sperger, der als MĂ€zen den Höhenflug des Klubs maßgeblich beeinflusste, wolle nach einem Kassensturz die GesprĂ€che mit der VGKK und anderen GlĂ€ubigern suchen und einen Sanierungsplan ausarbeiten. So solle die Kampfmannschaft die Saison zu Ende spielen können, danach wĂŒrde der 1907 gegrĂŒndete Traditionsverein, der seit 2001 mit Ausnahme von zwei Jahren stets in Österreichs zweithöchster Spielklasse vertreten war, auf Amateurbetrieb mit Nachwuchs umstellen.

Anonyme Anzeige

Bereits im Juni 2012 waren erste GerĂŒchte ĂŒber Zahlungsschwierigkeiten aufgetaucht. Damals war bei der Staatsanwaltschaft Graz eine anonyme Anzeige gegen Sperger eingebracht worden. In den Monaten danach war immer wieder von Ermittlungen gegen den PrĂ€sidenten wegen des Verdachts der Untreue und des Betruges die Rede. Ende JĂ€nner 2013 berichteten die VN zudem davon, dass bei Hausdurchsuchungen DoppelvertrĂ€ge von Spielern aufgetaucht sein sollen.

In einem Interview mit dem ORF bezifferte Sperger die Verbindlichkeiten auf 850.000 Euro, fĂŒr 600.000 davon hafte er privat. Er gab sich optimistisch, die Differenz von 250.000 Euro aufzutreiben: "Diese GrĂ¶ĂŸenordnung könnte eventuell ausfinanziert werden."

Sperger, der ĂŒber die SponsoringbeitrĂ€ge seiner Vermögensverwaltungsfirma Prometheus in den vergangenen Jahren "einen siebenstelligen Betrag" in den Verein gesteckt haben will, bekrĂ€ftigte seine Absicht, bis 21. MĂ€rz einen Sanierungsplan vorzulegen, der die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis zum Sommer gewĂ€hrleiste.

Wie der ORF weiter meldete, habe die Staatsanwaltschaft am Montag bestÀtigt, dass die Ermittlungen gegen Sperger wegen Untreue und Betrugs nach wie vor laufen.

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